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Hohenegger
gießereien in Gärka und Trzynietz, die an
letzterem prte in'S Leben gerufene Email-
Hütte, das nach dem neuesten Fortschritte
umgestaltete Walzwerk in Ustron. die
Durchführung der neuen Frischmethoden
in Ustron, Vaschka. Görka und Obszar,
die gelungene Darstellung von Spiegel-
eisen in Hradek und die großartige Eisen«
und Stahlhütte in Lipina (Karlshütte),
find sichtbare Zeugnisse seines schöpfe-
nschen und erfolgreichen Wirkens und
haben den erzherzoglichen Eisenwerken in
Teschen einen wohlverdienten ehrenvol«
len Ruf verschafft. H. war unermüdet für
das Beste seines Dienstes, für das geistige
und materielle Wohl seiner Untergebenen
bedacht: die Pflege der Schulen, die
Begründung eines fruchtbaren und wohl-
thätig wirkenden Knappschaftswesens sind
bleibende Denkmale seines humanitären
Wirkens. Die Bedeutung der auf den
Werken durch ihn angeregten und aus-
geführten Fortschritte läßt sich in sprechen-
den Ziffern nachweisen. Der Ertrag der
Teschner Eisenwerke betrug bei seinem
Dienstesantritte 4839 etwa 40.000 fl..
wahrend er im Jahre 4862 schon
400.000 fi. weit überschritten hatte.
Wenige Tage vor seinem Tode wurde
ihm noch die kaiserliche Huld, mit dem
Franz Joseph-Orden ausgezeichnet zu
werden. Seine reiche paläontologische
Sammlung — einzig in ihrer Art — die
sämmtlichen Formationsglieder der Kar»
pathen und des Krakauer Gebietes, die
alte Thierwelt von mehr als 200 Quadrat-
meilen, in meist sehr schönen, gut erhalte-
nen und vielen seltenen Prachtexemplaren
vertretend, wurde seinem eigenen Wunsche
gemäß mit Inbegriff seiner sämmtlichen
geologischen Werke dem k. Staatsministe-
rium um die Summe von 46.000 fl. zum
Ankauf angetragen. Die Verhandlungen
zerschlugen sich und die kön. bayerische Hohenegger
Regierung schloß den Kauf um 10.500 fi.
in sofortiger Auszahlung ab. Um die
Mitte des Jahres 1863 ging die Samm-
lung. in 92 Kisten verpackt, an ihre Be-
stimmung in die Fremde ab. „Die Presse"
bemerkt aus diesem Anlasse, „wenn ein
deutscher Staat, für welchen die Kar»
pathen kein eigentliches praktisches Inter-
esse haben, für diese Sammlung 10.300fi.
gebm konnte, welchen Werth mußte die»
selbe für Oesterreich haben!"
Jahrbuch der geologischen Reichsanstalt (Wien.
Staatsdruckerei. 4".) XIV. Band (1864)
S. 449 u. f.: „Ludwig Hohenegger", uon Otto
Freih. v. Hin genau. — Oesterreichische
Wochenschrift für Wissenschaft, Kunst und
öffentliches Leben. Beilage zur amtl. Wiener
Zeitung (Wien. gr.4».) 1864, Nr. 40. S l2?6.
— Presse (Wiener polit. Journal) l865.
Nr. l36: „Eine lehrreiche Geschichte". —
Silesia (Teschener Journal) 1864, Nr. 36.
S. 318. — Noch sei hier des tirolischen
Schützenkönigs Johann Hohenegger ge>
dacht, der bei dem deutschen Schützenfeste in
Frankfurt so vortrefflich schoß, daß er allge-
mein als der erste d eutsche Schütze erklärt
wurde. Hohenegger, Oberjäger im Kaiser«
jäger'Regimente, war einrollirter Schütze des
k. k. Landes'Hauptschießstandes Innsbruck und
von demselben zum Frankfurter Schützenfeste
abgesendet, insbesondere zu dem Zwecke, auf
den Standkehrscheiben mit den sonstigen auf
die meisten Nummern schießenden Schützen zu
concurriren. H. hat die auf ihn gesetzten Hoff»
nungen vollkommen gerechtfertigt. Er schoß
am ersten Tage 36, am zweiten 5?. am dritten
79, am vierten 116, am fünften 197 Num»
mern. Bald hatte er nur einen einzigen Geg'
ner. den Schweizer Knudi auS Bern. Beide
hatten mit unglaublicher Bravour und Aus»
dauer gekämpft. Knudi war H. zwar an
Nummernzahl voraus, aber Hohenegger
schoß von Tag Zu Tag schärfer. Da bot
Knudi einen ehrenvollen Vergleich an.- die
Schützen Hohenegger und Knudi sollten,
sich gegenseitig als ebenbürtig erkennend, ihr
Feuern einstellen, Knudi erhält die ausge»
setzte Prämie für die meisten Nummern, die
Schweizer aber stellen einen zweiten, dem
ersten gleichstehenden Preis, welcher Hohen«
egg er zufällt. Der Antrag wurde von Ho<
henegger und der Schützenvorstehung in
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon