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Liechtenstein 164 Liechtenstein
als Oberlieutenant diente, darauf aber
als Rittmeister in das Huszaren-Regi«
ment Fürst Liechtenstein kam. Nachdem
er als erster Rittmeister in das Uhlanen»
Regiment Fürst Schwarzenberg befördert
wurde, trat er nach seiner Heirath im
I . 1819 mit Charakter aus dem activen
Dienste, aber im I . 1824 wieder als erster
Rittmeister im 4. Uhlanen-Regimente in
denselben ein. I n den folgenden Jahren
diente er als Major und Oberstlieute«
nant in den Kürafsier»Regimentern Prinz
Lothringen und Graf Wallmoden, wurde
dann zweiter Oberst deS Chevaurlegers«
Regiments Graf Nostiz und 1830 erster
Oberst und Commandant des Huszaren«
Regiments König von Preußen. Im
Jahre 1834 wurde er zum General.
Major befördert, erhielt zuerst eine Bri»
gade in Mähren, 1836 eine Infanterie»,
später eine Cavallerie'Brigade in Wien,
und wurde 1844 Feldmarschall-Lieute.
nant. Als solcher trat er eines anhalten-
den Augenleidens wegen im Jahre 184?
in den Ruhestand. Im Frühjahre 1849
wurde er unter gleichzeitiger Verleihung
der geheimen Rathswürde zum ersten
Obersthofmeister ernannt, welche Würde
er bis in seine letzten Tage bekleidete, in
der Zwischenzeit, 1831, zum General
der Cavallerie vorrückend. I n dieser
34jährigen Dienstzeit machte der Fürst
die Feldzüge der Jahre 1813 und 1814
im südlichen Deutschland, in der Schweiz,
in Frankreich und in Savoyen mit und
zeichnete sich in den bei St. Julien statt«
gehabten Gefechten, am 27. Februar
und 1. März 1814 in seiner Eigenschaft
als Adjutant des Feldmarschall-Lieute-
nants Grafen Klebelsberg so aus,
daß ihn derselbe in seiner Relation in
ehrenvollster Weise nennt. Im Jahre
1813 marschirte er mit der großen Armee
nach Frankreich und befand sich in den Gefechten bis vor Paris. Als im Jahre
1836 das Militär.Equitations.Instiwt
in Salzburg errichtet wurde, wirkte er
als Leiter desselben mehrere Jahre und
erwarb sich große Verdienste um die
Emvorbringung der Reitkunst in der
Cavallerie. so wie um Einführung einer
zweckmäßigen gleichförmigen Abrichtungs-
methode der Remonten. Nach einer
mehrjährigen Wirksamkeit auf diesem
Posten kam er im Jahre 4842 zum Hof-
kriegsrathe nach Wien und wurde wäh»
rend seiner Anstellung daselbst wiederholt
mit diplomatischen und militärischen
Sendungen an die Höfe von Rußland,
Preußen, Frankreich und England be-
traut. Seine mannigfaltigen Verdienste
um Staat und Kaiser wurden zu verschie-
denen Malen gewürdigt. Noch als Ge»
neral-Major im Jahre 1840 wurde er
Regiments-Inhaber des 3. Chevaux»
legers-Regiments, das auch nach Um-
bildung in das Uhlanen-Regiment Nr. 9
seinen Namen trug. Der Fürst war
Ritter des goldenen Vließes, Großkreuz
des St. Stephan »Ordens und besaß
Auszeichnungen fast aller europäischen
Souveräne. Auch wurde ihm die Allerh.
Gewährung, die außer Gebrauch gesetzten
Divisionsstandarten seines Regiments.
daS sich in den Feldzügen 1849 in
Italien und Ungarn ausgezeichnet, in
der Cavelle seines Schlosses zu Groß-
Ullersdorf in Mähren aufbewahren zu
dürfen. Schließlich wurde ihm noch. nach«
dem der österreichische Reichsrath mit
einem Herren« und Abgeordnetenhause
in's Leben trat, mit Allerh. Hand schrei»
ben vom 18. April 1861 die erbliche
Reichsrathsrvürde verliehen. Der Fürst
war, wie einer seiner Nekrologisten be«
richtet, „eine der populärsten Persönlich»
keiten jener Tage, in denen Wien, nach
Gri l lparzer'S bekanntem Ausspruche,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Volume 15
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Leon-Lomeni
- Volume
- 15
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1866
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 499
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon