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fobkowih 326 Lobkowih
Ungergasse. wo es die Ecke der Haltergasse
bildete, seine erste Sitzung. Dieses Haus und
sein schöner großer Garten sind nun spurlos
verschwunden und ihre Stelle nehmen neue
Gassen ein. Dieser Garten war, so lange
die Fürstin lebte, täglich mit neue« Gruppen
geretteter und hilfloser Menschen gefĂĽllt.
„Keine Jahreszeit", bemerkt ein Zeitgenoß
der Fürstin, „entblätterte diesen Hain der
Wohlthätigkeit und immer blühten hier Dank
und Segen". Den Plan und die innere Ein<
richtung des Vereins hat Joseph Sonn«
leithner entworfen. Näheres über die Wirb
samkeit und die Zwecke desselben im Buche
„Oesterreichs Pantheon" (Wien 4830,
M. Ch. Adolph. 8v) Bd. I , S. 7—14. _
33. Katharina von Lobkowitz (gest.
6. Mai 1590), Gemalin des unglĂĽcklichen
Georg 3. ls- d. S. 32l, Nr. 21). in dessen
Lebenöskizze zu Ende auch das tragische Ge<
schick dieser unglücklichen Frau erzählt wird.
— 34. Ladislaus (I.) (gest. um daS Jahr
1302), dcr Stifter deö heute noch in zwei, der
älteren und der jüngeren fürstlichen Linie,
fortblĂĽhendcn Ncbenastes der Lobkowitz au
Chlumetz. Ladislaus ist der Sohn Jo-
hann's, mit welchem die Popel» Lobko,
witz ihren Anfang nehmen. Aus seiner Ehe
mit AlĂĽia Aragirz von Araig entstammen auĂźer
mehreren anderen Kindern: Johann, der
Stamwwater der Lobkowitz auf Zbirow
und Tocznik, deö gleich den Lobkowitz Hassen»
stein an traurigen Schicksalen reichsten Zwei«
gcs der Povel'Lcbkowitz. und Laoiölaus,
welcher den Chlumctzer Nebenast fortsehte.
— 33. «adislaus (II.) (geb. 150l, gest.
IS. December 1884). von dem Chlumetzer Ne<
benaste, ein Sohn Ladislaus (I.) aus dessen
Ehe mit AnnaKragirz von Kraig. Man
nannte ihn im Gegensatze zu seinem Zeit»
genossen, dem Ladislaus von dem Zbi«
rowerZweige, auch Ladislaus den Aelteren;
er war kön. Kämmerer, seit 20. Jänner i345
erster Präsident des damals in Prag für die
Zur Krone Böhmens gehörigen Länder errich-
teten obersten AppellationsHofes, vom Jahre
1370 Oberstburggraf, dann Hofmarsch all und
Zuletzt Oberstlandhofmeister des Königreiches
Böhmen. Die bereits ansehnlichen Besitzungen,
welche rr ererbt, vermehrte er noch durch
Ankauf des Städtchens Iistebni« mit vielen
Dörfern, und der Veste Kamenice mit allem
Zubehör. Von Kaiser Max I I . aber erhielt
er Neustadt an der Waldnab, eine reichsun»
mittelbare Herrschaft in der Oberpfalz. ge< schenkt. Zweimal vermalt, zuerst mit Benigna
von 5taryemßerg, verwitweten von Schwär«
zenberg, und dann mit Johanna BerĂźa von
Dub und Npa, hatte er nur aus zweiter Ehe
drei Söhne und fünf Töchter. Nachdem er
durch 60 Jahre, unter vier Kaisern, Kar lV. ,
Ferdinandl., Marl l .und RudolphII . .
gedient, starb er im Greisenalter von
83 Jahren. Nach Iungmann's „Higtoris
litsratm-? ö<38ks", S. 142, Nr. 242, wird
sein handschriftlicher NachlaĂź (wahrscheinlich
im Familienarchive zu Raudnitz) noch auf»
bewahrt. Ueber seine Söhne Ladislaus
und Zdenko Ad albert folgt mehr nnter
Nr. 37 u. 62. S. 326 u. 336. — 36. Ka-
dislaus (IH.) (geb. 1537, gest. 1009). von
dem Zweige der Popel» 3 obkowitz auf
Zbirow und Tocznik; ein Sohn Johann's
von L. a»s dessen Ehe mit Anna Bez»
druzicki von Kolowrat und ein Bru-
der des unglĂĽcklichen Georg von L. l l d.
S. 321, Nr. 21). Nach der traurigen Kata<
strovhe vom Jahre 1394 wurden ihm, gleich
seinem Bruder Georg, sämmtliche Güter
consiscirt und auch nnch erfolgter Begnadi«
gung nicht wieder zurĂĽckgestellt. Im Jahre
1363 vermalte er sich mit Nagdalena Gräsin
von, 5alm-Aeußurg, welche später durch Kauf
ansehnliche Besitzungen an sich brachte. Nach
dem Sturze seines Bruders rettete er sich
durch die Flucht vor Gefangenschaft und
kehrte, nachdem er 1608 begnadigt worden,
wieder zurück. Von seinen Söhnen starb der
eine, Adam Eckiu5. auf dem Felde der
Ehre, der zweite aber, Johann Nikolauö,
ist der Gemal der berĂĽhmten Eva Eusebia
Lobkowitz, die sein Geschwisterkind war
und deren Geschick schon lS. 320. Nr. 15)
berichtet worden. - 37. Ladislaus (IV.)
(geb. im October 1366. gest. zu BrĂĽnn
20. März i62l). von dem Chlumetzer Nebenaste,
der älteste Sohn sadislaus von L. aus
dessen zweiter Ehe mit Johanna Berka
von Dub und Lipa. Er besaĂź anfanglich mit
seinen BrĂĽdern gemeinschaftlich das ganze
väterliche Erbe, nach der Theilung fiel auf
ihn Sternstein, Neustadt in der Obervfalz
und noch drei andere GĂĽter, welche er in den
Jahren 1603 und 1604 durch Kauf von II»
senbach, Kunovic und Trebetic vermehrte.
Er war im Jahre 1387 k. Mundschenk. 1392
Hauptmann der k. Leibwache, 1603 k. Nath.
1607 Statthalter der mahrischen Landeshaupt.
Mannschaft, 1698 Oberstiämmerer und 1615
Landeshauptmann der Markgrafschaft Mähren.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Volume 15
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Leon-Lomeni
- Volume
- 15
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1866
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 499
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon