Page - 370 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Volume 15
Image of the Page - 370 -
Text of the Page - 370 -
Lodron 370
für diese Waffenthat in der 8. Promotion
ftom 21. October 1762), welche anläß.
lich der heldenmütigen Vertheidigung
der Festun.q Schweidnitz (vom 30. Juli
bis 9. October) stattfand, deS Ritter»
kreuzes des Maria Therefien - Ordens
würdig erkannt. Im nämlichen Jahre
noch wurde der Graf zum Dragoner-
Regimente Prinz Savoyen überseht, in
welchem er aber nur mehr wenige Jahre
diente. Im April 1763 trat er aus der
activen Armee und begab sich in seine
Heimat, in der er als Landesoberst diente.
Im Jahre 1806 starb er als k. k. Oberst
im hohen Alter von 78 Jahren.
Hirten feld (I.). Der Militär<Maria There.
sien<Orden und seine Mitglieder (Wien 1837,
Staatsdruckerei. 4°.) S. l68 u. 1720.
I. Znr Genealogie der Vrafen von Lodron. Die
Lodron (I^tyranus) sind ein uraltes Ge-
schlecht, welches seinen Ursprung bereits aus
dem 4. Jahrhunderte des vorchristlichen Rom
und zwar aus dem Geschlechte derl^atsi-a-
QS28S5 ableitet. Es führt eine Reihe von
Consuln, als z. B. den 1^ na ins 8sxt ius
I^atsrallus, den Hlarcus ^.ntonius
3^ .., denHl2>i>onL^uvs2t!iU5 K., den 8sx-
t i l iuL 1^., den H.pi»iu,L^., den?1»ntiu2
1^.» in seiner Ahnenreihe auf und des Letzteren
Söhne ^smi l i us und ?Kl iL — dieser
also wäre Par is I . dieses Hauses — hatten,
nachdem Nero ihren Vater ^ laut ius I>k-
t^i-auuii hatte todten lassen, um das Jahr
i?j Nom verlassen und waren in die Gegend
gezogen, wo jetzt die Burgen und Schlösser
(5astel<Roman und Lodron hart an der Grenze
Tirols liegen. Diese genealogische Ableitung,
so wie die römische Patriciatwüroe dieser
Familie, wurde zu jeder Zeit sowohl vom
römischen Senate wie von den Päpsten an>
erkannt. Auf dem Stammbaum der Familie
erscheint I^nli 'anel^I.tLi 'HQUL, der um
die Mitte des eilften Jahrhunderts (1050)
lebte, als der Stammvater des Hauses und
von ihm wird das Geschlecht in unmittel-
barer Folge bis auf die Gegenwart abgeleitet.
Sie besaßen von jeher das aus zwölf Tör<
fern bestehende Thal, Valls üi Vkstina ge-
nannt, als unmittelbares Land ohne Belehnung
und ohne die mindeste Abhängigkeit. Schon
Lanfranc's Enkel, Sylvester, der Held Fodron
genannt, soll von Kaiser Friedrich I. zum
Grafen (oomss) ernannt worden sein. Deut,
licher tritt dieses Geschlecht erst zu Anbeginn
des tä. Jahrhunderts aus dem sagenreichen
Dunkel seiner Vergangenheit hervor und von
der römischen Abkunft u. dgl. m. absehend,
gehen wir sofort zu jener Zeit über, in wel»
cher uns die Geschichte diese edlen Ritter
und Kämpen in einer Weise vorführt, die ein
höheres Interesse für dieses Patriciergeschlecht
anregt. So z. V. befehligte schon Par is
Otto in den Jahren l438 und i439, nach.
dem er mit den Venetianern in ein Bündniß
getreten war, die mit der seinigen vereinigte
Kriegsmacht der Republik und schlug mit
derselben die Truppen des Herzogs von Mai«
land, dem er alle eroberten Gebiete abnahm
und sie den Venetianern zurückgab. Diese
dafür schlössen mit den Lodron eine Allianz
auf gegenseitige Vertheidigung und erklärten
alle Lodron als Nodilss VsustoZ natos;
belehnten auch den Paris Otto mit der
Grafschaft Zimberg, welche nachher nebst an«
deren Gütern in bleibendes Eigenthum der
Lodron überging. Dieses Bündniß mit den
Venetianern blieb längere Zeit in Wirksam«
keit, so zwar, daß die Grafen von 3., die
von der Republik mit streitigen Nach«
barn und anderen Feinden stipulirten Frie«
densschlüsse mitfertigten und überhaupt von
denselben als wahre Bundesgenossen ange-
sehen und behandelt wurden. Im Jahre
1432 erhob Kaiser Friedrich I I I . die zwei
Brüder Georg und Peter, die Stamm«
väter der beiden Lodron'schen Hauptlinien,
zu Reichsgrafen. Uebrigens führten die L.,
wie bereits bemerkt worden, lan^e früher
den Grafentitel (oouts) wie dieß aus vielen
Urkunden, die in die Zeit vor der Erhe<
bung in den Reichsgrafenstand fallen, erficht»
lich ist. In diesen Urkunden wird zu
öfteren Malen erwähnt, daß zu Lodron
außer dem herrschaftlichen Schlosse sich auch
ein Gerichtshof (auria) befand, welches auf
den gräflichen Ambacht. wie solches die
älteste, die Gauenverfajsung, mit sich brachte,
hindeutete. Die obeuvähnte Erhebung in den
Grafenstand fand zu Rom anläßlich der
Krönungsfeierlichkeiten des Kaisers Fried«
rich I I I . (lV.) Statt und wird die von
Rom 6. April l452 ausgestellte Urkunde, wie
Lichnowsky m seiner „Geschichte des Hau«
ses Habsburg" berichtet, im kais. Haus' und
Staatsarchiue aufbewahrt. Die beiden Brüder
Peter und Georg, Söhne des Par is
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Volume 15
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Leon-Lomeni
- Volume
- 15
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1866
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 499
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon