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Lodrsn 371 Fodran
Otto . theilten das Geschlecht in zwei nach
ihnen benannte Hauptstämme, den Peter«
schen und den Georgischen. Aus ersterem
entstammt der berühmte Salzburgcr Erzbischof
Par is Graf Lodron, der aus seinem
großen Vermögen zu Gunsten seiner Familie
zwei Majorate, ein Primogenitur» und Se«
cundogenitur'Majurat stiftete. Das Nähere
über diese Majorate siehe unter Par is Graf
L. lS. 3<8, Nr. 14). Alö schon zu Anfang
des 17. Jahrhunderts mir Johann Pau l .
einem Enkel des Erzbischofs Par is , die
Peter'sche Linie ausstarb, einigte sich die
Familie dahin, das die in Böhmen von
dem Georgischen Stamme gebildete Linie
die Primogenitur» Majoralsgüter mit dem
Landmarschallamte erhielt und die fortlaufende
Regierung ausüben sollte, daß die Besitzer
des Secunoogenitur» Majorates mithin auf
die Regierung der Grafschaften Lodron und
Castel'Nomano verzichteten und die Prwi<
legien des Landmarschallamtes beiden Majo-
raten gemeinsam sein sollten. Der Senior
der Familie solle jedesmal auch der Chef
der ganzen Familie sein und wenn derselbe
von der Linie sei, welche die Grasschaften
Lodron und Castel« Nomano besitze, auch
die Regierung führen. Die Familie gewann
in der Rrihe der Jahrhunderte eine große
Ausbreitung und Zweige derselben machten
sich außer Südtirol, das als ihr eigentlicher
Stammsitz anzusehen, in Steiermark. Käm«
then, Böhmen und selbst in Bayern seßhaft.
Schon Hübner, dessen Stammtafeln übri»
gens ganz unzuverlässig sind und mit dein
in der Familie befindlichen gar nicht über-
einstimmen, theilt demzufolge die Familie in
die tirolische, steirische, böhmische
und bayerische Linie. Nach dem heutigen
Stande der Familie ergibt sich folgende Ein«
theilung. H,. Die Primogeuitur-Ma^oratslinic
zu Salzburg. 8. Die Secundagenitur-Majorats-
linie, genannt del Cassaro. DaS Primogeni
tM'Majorat zerfällt in die I. eigentliche
Pr imogeni tur» Ma jo ra t s l i n i e und
in I I . die Freudensteiner Special«
l inie. Die erstere theilt sich noch in zwei
Aeste, a) die Primagenitur», l») die bayerische
Linie, und diese letztere spaltet sich l) in die
bayerische Linie oder Lodron »Haag und
2) in die Pettauer Linie oder Lodron«
Fürth. Die Secundogenitur besteht für sich
allein ohne Speciallinien, Aeste und Zweige.
Was die übrigen Standesuorrechte dieses Hau-
ses betrifft, so besitzt es die tirolische, kärnth- nische, steirische, österreichische und böhmische
Landmannschaft; ferner, das ursprünglich
mit dem PrimogeniturMajorat verbundene,
später aber in Folge eines Familienvergleiches
beiden Majoraten gemeinsame Landmarschall'
amt von Salzburg, welches von Kaiser Fer«
dinand I I . der Familie verliehen wurde,
und mit Allech. Handschreiben vom 18. April
lkttl wurde dem jeweiligen Chef des Hauses,
und zwar dein Grafen (Konstantin zuerst,
die erbliche Neichsraihswürde verliehen. — Die
Familie der Lodron besitzt eine ruhmreiche
Vergangenheit, aber bei wenigen Geschlech»
tern machen sich die Lücken der Aufzeichnun»
gen in Oeschichtöwerken so fühlbar, wie eben
bei diesem. Es ist dieß ein doppelter Verlust,
für die Geschichte überhaupt, in welche ihr
Arm zeitweilig bestimmend ringreift, für die
Familie insbesondere, welche den Nuhm einer
flohen Vergangenheit wohl für sich fühlen
mag. aber von deren Thaten im Allgemeinen
wenig bekannt ist Die Familie hat berühmte
Kriegshelden. Staatsmänner und Kirchen»
fürsten auszuweisen. Unter den Helden der
früheren Zeit glänzen die Namen von Par is
und Petrozotto (Petrus Otto), von I o<
hann Baptist und dem im Liede gefeierten
Ludwig Lodron; und auch der Maria
Theresirn-,Orden ist durch einen Lodron,
den Grafen D o mini k. vertreten. Groß ist
dir Reihe der kirchlichen Würdenträger, der
Domherren. Pröpste und Domdechante zu
Briren, Trient. Salzburg, zwei Brüder
Lodron, Franz und Sebastian, waren
Bischöfe von Gurk. ein Franz Kar l war
in schwerer Zeit Bischof zu Brixen. alle aber
überstrahlt durch seine Staatsklugheit und
Nlgontenwürde, durch seine Munisicenz und
Humanität, der berühmte Salzburger Erz«
bischof und Fürst Par is Graf Lodron.
dessen gesegnetes Andenken heute noch. über
zwei Jahrhunderte nach seinem Tode. in Salz»
bürg fortlebt und der reichen Stoff böte zu
einer umfassenden biographischen Monographie.
— Was die Heirat hen des Hauses betrifft,
so sind in demselben die reichsten und vor-
nehmsten Familien des italienischen (lombar»
dischen und venetianischen) wie des deutschen
hohen Adels vertreten. Man findet von erste«
rem die Tochter aus dem Hause Arco. mit
welchem die Lodron anfänglich in schwerer
Fehde lagen, später oft unter den Schwieger«
töchtern der Lodron. Ebenso die Auoga«
dro, Bevi lacqua, Nuce l l in i , Cala-
p ina, Ccistelbarco, Colonna, Col<
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Volume 15
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Leon-Lomeni
- Volume
- 15
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1866
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 499
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon