Page - 377 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Volume 15
Image of the Page - 377 -
Text of the Page - 377 -
Lodroit 377 Lodron
vor. Herzog Friedrich beschleunigte die neue
Vischofswahl. aber der zum Bischof gewählte
Trienter Domdechant Johann von Isn ina,
der zu dem Herzoge Friedrich stand, erhielt nie
die päpstliche Bestätigung, daher er auch unter
den Trienter Bischöfen nicht aufgeführt er<
scheint. Den bischöflichen Gegner hatte nun
wohl der Tod beseitigt, aber Spaur und
Lodron sehten auf ihre Faust den Kampf
fort, brachen die Vesten und Schlösser ihrer
Nachbarn, so daß die Khucn uon Belassi,
die Koreth und Andere ihre Besitzungen
verließen. Endlich gelang c5 dem Herzoge, mit
Spaur einen Waffenstillstand zu schließen,
und nun war Par is der einzige Kämpfer
mehr. Die Truppen dcK Herzogs, von Feld-
hauptmann Anton von Arco geführt, nah»
men zuerst die Lodron'schc Vestc Rocca
von Braguz und dann, nach heldenmüthiger
Gegenwehr durch Par is , Castcl»Roman,
Nun Lodron's Macht durch den Herzog ge>
brochen war, fehlte auch nicht die Brgnadi'
gung, Die uon dcni Papste nicht anerkannte
Wahl de5 Trienter Bischofs Johann von I s»
nina nöthigte zu einer neuen und endlich
nachdem mehrere in Vorschlag gebrachte ver»
worfcn wurden, einigte man sich in der Person
Alexander'S uon Massouien. Propstes zu
Gnesen, der auch im Jahre l424 Besitz uon
dem Bisthume nahm. Mit dem neuen Bischöfe
gericth Par is auch bald in Streit. Der
Bischof hatte Par is die Rocca uon Vraguz
und Stcnil.o zu Lehen verliehen und Par is
dafür Castel'Roman dem Hochstifte abgetreten.
Als es zur Investitur kommen sollte, brach
der Streit los. Es kam zum offenem Kampfe,
die Bischöflichen überfielen den darauf nicht
vorbereiteten Par is in seinem Schlosse, er»
stürmten Nucca von Braguz und Castcl»
Roman und brannten beide nieder. Groß
war der Schaden — Zeitgenossen schätzten
ihn auf 80.000 Ducaten — den Par is cr<
litten hatte. Lodron's an den Herzog Fried'
rich gestellte Bitte um Hilfe oder doch um
Vermittlung blieb erfolglos. Auf sich selbst
gestellt, wußte er doch die Gemeinden Nrn»
dena, Tione, Buono und Eondino sür sich
zu gewinnen, und mit dicsen vereint zog er
dem Bischof entgegen, oer sich aber unter
diesm Umständen zu einem Waffenstillstände
herbeiließ Durch Hilfe seiner Freunde gewann
Par is endlich die Gnade des Herzogs, drin
er auch Urfehde schwur, worauf der Herzog
die Vermittlung zwischen Lodron und dem
Bischof übernahm. I n Folge dessen erhielt Lodron dir Nocca di Braguz zurück und
nahm die Velehnung uon dem Schlosse
Lodron. Aber dieser Friede war nicht von
langer Dauer. Der Bischof behauptete, daß
die Unterthanen seines Hochstiftes von Seite
Lodron's wiederholt beunruhigt worden
wären. Der neu entbrannte Hader schien
weitere Dimensionen annehmen zu wollen
und König S ig ismund selbst mußte ver«
mittclnd dazwischen treten. Ein durch den«
selben erlangter Stillstand der Feindseligkeiten
war auch nur von kurzer Dauer, die Trienter
selbst erhoben sich in allgemeinem Ausstände
gegen den wenig beliebten Bischof Alex an»
der, der sich bereits an den Hcrzoa uon
Mailand gewendet, ihm gegen Par is von
Lodron und die aufständischen Trienter
Hilfo zu senden. Die Unruhen griffen so um
sich. daß der Landeshauptmann von Tirol,
Ulrich Graf Matsch, herbeieilte und Tricnt
im Namen d>.s Herzogs Friedrich beseht?.
Endlich wurde durch dieses Letzteren eifrige
Vermittelung am 8. Jänner !4>j6 die Fehde
zwischen Paris uon Lodron und Vifchof
Alexander beigelegt. Hingegen fand 3o»
dron auf anderer Seite ncuen Stoss zur
Befriedigung seiner Kampflust. Die 3odron
besaßen alte Erbansprüchc auf Castelnuouo
und Castcllano. um denselben gehörigen Nach»
druck zu geben, zog Par is mit bewaffneter
Macht vor diese Schlösser und nahm sie ein.
Der zwischen den Lodron und den genann«
tcn Familien nusgrbrochcne Zwist dauerte
noch lange fort und wurde erst unter Bischof
Georg uon Hact beigelegt. Den Lodrons
abcr verblieben seither die Schlösser Castcllano
und (Tastclnuouo. Auch mit dem Bischof
Alexander brach noch einmal der alte
Hader los, als die Venctiancr mit Lodron
einen Vertrag abgeschlossen hatkn wegen
freien Durchzugs ihrer Truppen durch sein
Gebiet. DaS gab dem Bischof neuen Anlaß
zum Streite, er rief wieder die Mailänder
herbei und diese verwüsteten alles Land am
Garda und Iseosce. Nun abcr trat Herzog
Fr iedr ich als Vogthcrr des Hochstiftes
qegen dieses empörende Vorgehen des Trien<
ter Bischofs mit allem Nachdrucke auf und
beklagte sich bci König Albrecht, daß der
Bischof eigenmächtig den früher gefällten
Ncchtsspruch dc5 Königs S i g i s m u n d ,
Vorgängers uon Albrecht, verletzt habe.
worauf Nönig Albrecht den Machtspruch
fällte, daß die Vasallen des Bisthums Trient
dcm Hrrzi?gc Friedrich als dem Vogte des
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Volume 15
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Leon-Lomeni
- Volume
- 15
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1866
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 499
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon