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Lodron 380 Lodron
das Schloß von Gmünd von Grund aus
neu erbauen. Am 15. Juni 1640 vergrößerte
er diese Dotation noch durch den Ankauf der
um Gmünd gelegenen Aschauischen Gülten
und Güter, am 30. August l650 durch jene
der Güter der Gebrüder v. Türk zu Eisen-
tratten. Nach des C'rzbischofs Tode kaufte
die Administration der Primogenitur unter
der Gräsin'Witwe Katharina von Lodro n
von dem Grafen von Widmann die Herr»
schaft Someregg und die Kremser Bergwerke.
C h r i s t o p h ' s . deS ersten Fideicornmiß»
Besitzers. Sohn und Erbe Franz Niklas
kaufte am 28. April 1678 von den Freiherr
von Gschwind'schen Erben das Gut Leo»
benegg. Außerdem stiftete Erz bisch of Par is
auch eine Secnndogenitnr mit Urkunde vom
19. August 1653, welche ursprünglich aus den
Edelsitzen Lllmpoding und Wolkenstorf nebst
der Hofmartsgerechtigkeit bestand, und zu
der im Jahre 1680 durch den Grafen Par is,
einen Bruder des Grafen Franz Niklas,
die Herrschaft Himmclberg und Biberstein,
im Jahre 1753 die Rastelhof'schen. im Jahre
1780 die Nepelsberg'schen Gülten hinzukamen.
Mit der Primo. und Sccundogenitur in
mittelbarer Verbindung stehen noch zwei
Stiftungen des ErzbischofS Par is , nämlich
daS sogenannte M a r i a num und das
Rupert inum. Das Marianum errichtete
er mit Urkunde vom 1l. September l645 als
Seminar für studirende Jünglinge, insbeson»
dere zur Heranbildung getreuer und geschickter
Beamten für die Grafen Lod ron . Die
Stiftung lautete auf acht Plähe. war mit
einem Hause. Capitalien und verschiedenen
angekauften Gülten dotirt, das Patronats»
recht darüber stand aber der Lodron'schen
Primogenitur zu. Das Rupcrtinum für
zwölf studirende Jünglinge stiftete er am
22. September 1658 und bestimmte, daß die
eine Hälfte davon der Inhaber der gräflich
Lodron'schen Secundogenitur, die andere
der kleinere Ausschuß der Landschaft Salzburg
zu ernennen habe. Zum Unterhalte der
Zöglinge und ihres Präfccten widmete der
Vrzbischof ein Capital von 60.000 fl. und
ein Haus in der Kirchgassc als Wohnung.
An diesen Stiftungen hatte, wic ein Gc«
währsmann. der Historiker Herrmann, es
ausspricht. cine große Zahl Studenten auS
Karntden ihren Antheil, da ja sowohl die
Primo« als Sccundogenitur seit zwei Jahr«
Hunderten in Kärnthcn ihren Sitz hat, Neben
diesen in nächster Beziehung auf das Land und die Familie errichteten Werken, Stif«
tungen und Einrichtungen vergaß aber Erz«
bischof Par is keineswegs die Kirche. Er
erbaute und stattete prächtig.aus den Herr«
lichen Salzburger Dom, der nach dem
Muster des römischen Vaticans aufgeführt
wurde. Am 23. September 1625 weihte ihn
Par is in Person festlich ein. Für das Erz«
stift selbst kaufte er die von seinem Vorgänger
Wol f Dietrich von Reitenau veräußer«
ten
steiermärkischen
Herrschaften um 160.000 fl.
zurück, errichtete zur besseren Besorgung der
Consistorialgeschäfte das Colleaiatcapitel der
Kanoniker I». V. klariks aä nivs3 oder
sogenannten Schneeherren mit einem Capitale
von 150.000 fl., und erkaufte das Kupfer«
bergwerk zu Brennthal im Pinzgau für die
erzstiftliche Hofkammer. Noch sei schließlich
eines von Par is ausgeführten und für die
Sanitätsverhältnisse Salzburgs äußerst wich«
tigen Werkes gedacht. Er ließ nämlich das
den Stadtwällen nahe gelegene Schall« und
Iglinger Moos etwa zwei Stunden im
Umkreise nivelliren, abgraben, die Canäle
mit einer Menge von Brücken überbauen und
2700 Joch mit Erde und Mergel überführen.
In zwölf Jahren war die Arbeit fertig. Daß
Erzbischof Par is auch die Kirchenzucht auf»
recht hielt durch weise Handhabung der
Disciplinarvorschriften, durch Archidiaconal«
Synoden, die jährlich abgehalten wurden,
u. dgl. m., braucht nicht erst ausdrücklich
bemerkt zu werden. Und trotz dieser großen
Munisicenz für Kirche. Land und Familie
hatte er in einer Zeit, in welcher in den
angrenzenden Ländern Verarmung und alle
Folgen eines langen verderblichen Krieges in
erschreckender Weise um sich griffen, einen
vollen Schatz hinterlassen. Die Erinnerung
an Erzbischof Paris von Lodrun gehört
auch zu den stolzesten des Salzburgers, und
der Fremde, der diese malerisch gelegene
Stadt besucht, wird bei Besichtigung der
Merkwürdigkeiten überall und immer wieder
an den mit Recht gepriesenen großen Kirchen»
surften und Wohlthäter Salzburgs erinnert.
) V, o»p.19 ot s.
— Zauncr (I.Th.), Chronik von Salzburg,
fortgcs, von Corbinian Gärtner (Salzburg
l«16 u. f.) Bd. VI I I , S. 103—256 u. 308 bis
388.) — 13. Paris XI., nach And. der XI I .
dieses Namens, von der von Georg gestifteten
Hauptlmic, ist ein Sohn des Grafen H iero»
nylüu5; von welcher seiner drei Frauen, ob
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Volume 15
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Leon-Lomeni
- Volume
- 15
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1866
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 499
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon