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im Jahre 4773 zum Capitular ernannt
wurde. Als solchen sandte ihn das
Brixener Domcapitel im Jahre 1779
zum Landschaftscongrefse nach Inns»
brück, auf welchem er sich durch seine
Beredsamkeit hervorthat. Im Jahre 1786
zum Domdechant ernannt, wählte ihn nach
dem Ableben des Fürstbischofs Grafen
von Spaur im Jahre 1791 das Dom«
capitel zu dessen Nachfolger. Nahezu vier
Decennien bekleidete der Graf in Wechsel»
vollen und bedrangnißreichen Zeiten seine
hohe kirchliche Würde, wirkte eifrig für
die gute Zucht und Moral des ihm unter»
stehenden Clerus, übte viele Wohlthaten
und trug eifrige Fürsorge für die Lehr»
und Unterrichtsanstalten seiner Diöcese.
Zur Zeit des ReichsdeputationS-Haupt»
schluffes mußte der Fürst seiner Sou«
veränität entsagen und kam das
Hochstift Brixen unter österreichische
Landeshoheit, und später durch den
Preßburger Frieden an Bayern. Als
die bayerische Regierung gegen manche
Mißbräuche, die sich in der Religions»
ausübung eingeschlichen hatten, mit ziem»
lichem Nachdrucke auftrat, entstand unter
den Bischöfen des Landes eine solche
Erbitterung, daß die Regierung zu Mün>
chen auf die Entfernung der Bischöfe
von Trient und Chur drang. Graf
Lodron als Bischof von Brixen bewies
in dieser Epoche eine weise Mäßigung,
welche auch bayerischer Seits anerkannt
wurde, während ihm päpstlicher Seits
durch ein Breve vom 7. September 1808
die Administration des Churer Bisthums
übertragen wurde. Auch im denkwür»
digen Jahre 1809 versuchte er Alles, um
die Geistlichkeit von der Bewegung, die
das Landvolk ergriffen hatte, fern zu
halten. Als im Jahre 1814 Tirol
wieder an Oesterreich zurückkam, legte er
am 30. Mai 1816 an der Spitze der tirolischen Landstände zu Innsbruck den
Huldigungseid ab. Im Jahre 1823
beging er sein 30jähriges Priester»
jubiläum und zwei Jahre später war es
seinen eifrigen Bemühungen gelungen,
das seit 1803 aufgelöste Domcapitel
wieder herzustellen. Der Graf, ein
Freund der Wissenschaften und Künste,
hatte auf seine Kosten eine reiche und
kostbare Bibliothek zur Förderung der
philosophischen und theologischen Studien
an seinem Bischofsitze begründet, ferner
ein InstrumenteN'Cabinet zum Behufe
der mathematischen und astronomischen
Studien eingerichtet und auch sonst
Kunst und Wissenschaft in mannigfacher
Weise gefördert. Er starb im hohen
Greisenalter von 80 Jahren.
Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar,
B. Fr. Voigt, kl. 8".) VI. Jahrgang (1828).
H. Theil. S. 634. Nr. 241 snach diesem geb.
^18. November 1748, gest. 10. August 1828).
— OesterreichischeNational-Encyklo»
pädie von Gräffer und Czikann (Wien
1833. 8«.) Bd. I I I , S. 480 n^ach dieser geb.
17. November 1748. gest. l0. August 1828).
Lodron, Karl Maria Graf (kärnth.
nischer LandtagS'Abgeordneter,
geb. zu Innsbruck 22. August 1807,
gest. zu Klagen fürt 13. October
1860). Der älteste Sohn des Grafen
Alois Joseph aus dessen Ehe mit
Mar ia Anna Gräfin Platz. Nahm
nach den im Jahre 1829 in Innsbruck be«
endeten juridischen Studien im folgenden
Jahre die Civil- und Criminalpraiis bei
dem damaligen Innsbrucker Stadt» und
Landrechte und nach vollendeter Groß»
jährigkeit im Jahre 1831 dieVerwaltung
seines Vermögens und des ihm nach
seines Vaters Tode zugefallenen Fidel,
commiffes. Sein erstes öffentliches Auf.
treten fällt in den Landtag des Jahres
1846, auf welchem er in einigen nicht
unwesentlichen Formfragen mit Entschie«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Volume 15
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Leon-Lomeni
- Volume
- 15
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1866
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 499
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon