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Lohner 390 Löhner
Jahrg. 1887, 8. Heft. — Neuer Nekrolog
der Deutschen (Weimar. Voigt. 8<>.) XV. Jahr«
gang (183?)^ S. tl58. Nr. 406. — Wappen.
Ein von blauer und Silberfarbe durch einen
schmalen rothen Querbalken getheilten Schild.
Im oberen blauen Felde wächst aus der Thei.
lung ein Merinos'Widder. rechtsgekehrt und
in natürlicker Gestalt und Farbe. Im unteren
goldenen Felde liegt in schrägrechter Stellung
ein grüner goldbefruchteter Lorberzweig. Auf
dem Echilde erhebt sich ein gekrönter Turnier»
Helm, aus dessen Krone der im Schilde bezeich«
nete rechtsgekehrte Widder von natürlicher
Farbe hervorwächst. Die Helm decken sind
rechts roth mit Gold. links blau mit Silber
unterlesst.
Löhner, Ludwig Edler von (Abge«
ordnet er deS österreichischen Reichs»
tages im Jahre 1848 und Dichter,
geb. zu Rost ock bei Prag. einem an der
Moldau gelegenen Gute. im Jahre 1812,
gest. zu Marseil le 12. Mai 1852).
Als Dichter bekannter unter den Namen
Ludwig Rehland und Ludwig von
Mora jn . Der Sohn des I o sep h Edlen
von 3. ^s. d. Vorigen^. Die Erziehung
bis zum Beginne der Rechtsstudien erhielt
er im väterlichen Hause, erst da er sich
der juristischen Laufbahn zu widmen be«
schloß, besuchte er die Prager Hochschule,
gab aber eines Conflictes wegen mit den
Professoren daS Studium der Rechte im
dritten Jahre auf und begann, 21 Jahre
alt, jenes der Medicin. Er ging nun nach
Wien, trieb dort steihig seine Studien,
sehte sie in Prag fort, wo damals der be«
rühmte Krombholz sBd. XI I I , S. 247^>
lehrte, und beendete sie auch daselbst. Bei
dem mittlerweile, 1836, eingetretenen Tode
feines Vaters trat er die Erbschaft seines
GuteS an und trieb, jedoch nicht aus
Neigung, sondern durch die Verhältnisse
dazu gedrängt, Oekonomie. Aber nicht
lange hielt er es in der ihm wenig zu-
sagenden Situation auS. ES drängte
ihn und, wie Freunde wissen wollen, war
auch Liebesgram über eine verfehlte Nei« gung dabei thätig, italienischen Himmel
zu sehen und er unternahm eine Reise
nach dem Süden, welche sich über den
Zeitraum von nahezu zwei Jahren aus-
dehnte. Um diese Zeit erlangte er in
Padua die medicinische Doctorwürde,
hielt sich längere Zeit in Florenz. Rom
und Neapel auf, in welch letzterer Stadt
eben damals (1839/40) der berühmte
AuSbruch des Vesuvs stattfand. I n diesen
Streifereien an der an Naturschönheiten
so reichen neapolitanischen Küste, wie in
dem Umgänge mit einer Bojarenfamilie,
schöpfte er manchen poetischen Stoff, denn
bereits während seiner Studentenjahre
hatte er Gedichte. Märchen, Novellen
geschrieben, aus denen auch wirkliche
poetische Begabung sprach. Noch wär),
rend dieser italienischen Reise verhei«
rathele sich 3. mit einer Nichte des bekann«
ten CompositeurS Dessauer sBd. I I I ,
S. 255^ und setzte nun mit seiner jungen
Frau die Reise durch Oberitalien, Frank«
reich und Süddeutschland fort. Im Win»
ter 1840 kehrte er nach Wien zurück und
nahm daselbst als praktischer Arzt seinen
bleibenden Aufenthalt. 3. erhielt nun die
Stelle eines Secundararztes im allge«
meinen Krankenhause, that Praktikanten«
dienste im Protomedicat und wurde end«
lich unbesoldeter Armenarzt in der meist
von der ärmeren Classe bewohnten Vor«
stadt Rofsau. Schon damals war er es,
der im Vereine mit mehreren gleichgesinn«
ten Fachgenoffen gegen die den Zeitver«
Hältnissen nicht mehr zusagenden ver»
alteten Einrichtungen der Wiener medi»
cinischen Facultät den Kampf eröffnete,
der nach mehrjähriger Dauer zum ersehn»
ten Ziele führte. Dieses Ringen und
Kämpfen um einen Sieg der Wissenschaft
war aber nur ein Vorspiel und sozusagen
eine gute vorbereitende Uebung zu seiner
späteren parlamentarischen Thätigkeit,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Volume 15
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Leon-Lomeni
- Volume
- 15
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1866
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 499
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon