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Mar 168
Theodor von Grünwald ; — dieselbe, Iabr<
gang 5832. S, 370 u. f.: „Die Marmorgruppe
Cyrill und Methud von E. Mar". -— Didas«
kalia. Blätter für Geist. Gemüth und Pu<
bttcität (Frankfurt a. M.. 4°.) 1858. Nr. 32
u. 33: „Ueber die Ausführung des Radetzky.
Monuments in Prag". — Frankl (L. A.),
Sonntagsblätter (Wien. gr. 8«.) I I . Jahrg.
(4843). S, 843: „Plastisch? Arbeiten für Böh'
men"; S. i l05: „Bildhauer Mar aus Prag";
117. Iakrg. (t844). S. 43, 349. 330 u. 772:
„Kunstbericht aus Böhmen". — Oesterrei-
chische Blä t ter für Literatur und Kunst.
Redig, von Dr. Ad. Schmidt (Wien. 4".)
I. Jahrg. (5844). Kunstblatt Nr. 1. S. 2:
„Die Wlasta des Bildhauers E. Mar". von
I. Trost, — Wiener Ze i tung 1861.
Nr 254, S. 3933: „AuS Prag", von Feld.
B. Mikowec. — Pi lsner Bote 1860.
Nr. 41: Ueber ein von Mar ausgeführtes
Grabdenkmal.
Ueber die Abstammung der Aünstl,ersann-
lie Mar aus Pürgkein. Der alte Joseph
Max, oder wie er gewöhnlich hieß: „der
alte Mar". der Vater der beiden Bildbauer
I oseph und Emanuel, und der Großvater
des Malers Gabr ie l , deren ausführliche
Lebcnsskizzen S. 1^6. 160 u 16« mitgetheilt
sind. und der im Jahre 1838, 74jährig, zu
Bürgstein gestorben. war seines Zeichens
Nahmenschnitzer in der gräflich Kins ky'schen
Spiegelfabrik zu Vürgstein. Er war besonders
tüchtig im Ornament, obwobl er auch fkgura«
lisch arbeitete; auch verdankte ihm mancher
Arbeiter in den Prager und Wiener Pildbauer«
Werkstätten seine erste Bildung. Sowohl der
„alte Mar". wie schon sein Vater Anton,
haben eine große Menge von Altären und
Figuren mehrere Meilen in der'Nunde von
^m'gstrin gearbeitet, ja auch am Marsch mucke
der Decanalkirche zu Leitmeritz waren sie be»
schäftigt, Äes „alten Max" Vater Anton
war aus dem Dorfe Hammer (auf der Do<
mänc Niemes) nach Bürgstein gekommen.
Die Maxe in Hammer sind eine alte Kunst»
tischler<Familie, deren Existenz in dieser Be-
schäftigung bis zum Jahre 1690 zurück nach«
gewiesen werden kann. Sie verstiegen sich
sogar zum Orgelbau. Anton Max hatte
durch verschiedene Schnitzarbeiten die Auf»
merksamkeit des Amtshaufttmannes der Herr»
schaft Niemes erregt, der Ruf und überzm»
gende Proben davon kamen durch diesen nach
Niemes auf das Schloß des Grafen vl>n
Hart ig, der seinen kunstbegabten Unterthan, ausbilden ließ. Mit gut5herr!icher Unter,
stützung ging Anton Max nach Wien. Er
machte Hoffnungen rege; man rietk, ihm. nach
Italien zu gehen, die Herrschaft würde dieses
Vorhaben gewiß unterstützen. Aber Mar
wollte nicht warten. unwiderstehlich zog es
ihn nach der Wiege der bildenden Künste.
Heimlich verließ er Wien. ohne Empfehlun»
aen, ja selbst okme die nötbigen Papiere; er
kam leider nicht weit. sondern wurde zur Rück«
reise in die Heimat angebalten, er war ja —
leibeigen! Kaum heimgekehrt, erhielt Max
von stinrr Herrschaft eine neue Bestimmung.
Ein Cavalier in der Nähe. der Malteserritter
und Oberstjägermeister Joseph Mar imi ,
l ian Graf Kinsk?. legte damals auf sei.
ner Domane Bürgstein mebrere Fabriken an.
darunter auch die jetzt noch bestehende be»
rühmte Spiegelfabrik, die erste in Böhmen.
Für diese wurden Rchmenschnitzer gebraucht
Graf Kinskv' richtete sein Augenmerk auf
Anton Mar und fand den Grafen H art ig
willig, denselben nach BüraLein zu entlassen.
So kam denn der erste Bildhauer des Namens
Mar nach Bürgstein. Seine hochssiegenden
Träume verloschen in der Prosa des Schnihens
von Ornamenten für Spiegelrahmrn. Später,
als er sich zu dieser Arbeit Gehilfen ausge,
bildet hatte, gab es wohl für die Kirchen und
Friedhöfe manche größere Arbeit. Einige bes»
sere Figuren von ihm sieht man zu Schön«
linde; recht geistvolle Entwürfe und Skizzen
von ihm, keck in Holz geschnitten oder in Tkon
modellirt, bewahrt sein Enkel Emanuel;
man erkennt in ibnen troft einiger Manierirt«
heit einen begabten Nachahmer Raphael
Donner's; schade, daß sein Bildungsweg
so bald unterbrochen ward! Anton Mar
war im Figuralischen seinem Sohne wesent»
lick überlegen, ward dagegen von diesem im
Ornamentschnihen übertroffen. ^Wiener Zei»
tung 1861. Nr 288. S. 4360. — Bohe«
m ia lPrager Unterhaltungsblatt, 4«,) 1861,
Nr, 296.)
Max, Gabriel (Maler. geb. zu
Prag 23. August 1840). Ei:: Sohn des
1833 verstorbenen Bildhauers Joseph
Max s^. d. Folg.^ nnd ein Neffe des
noch lebenden Bildhauers Emanuel
Max ^s. d. S. 160^. Den ersten Unter-
richt in der Kunst erhielt Gabriel von
einem Vater, und dann bezog er die
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon