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Max Mar
Prager Kunstakademie, an der er meh'
rere Jahre arbeitete, und im Jahre 1838
mit dem ersten Gemälde vor die Oef-
fentlicbkeit trat. Es war das Oelbild:
„Nichllrd MnirnhelZ an drr Diche geinrZ Vaterä"
(100 fl.). In einigen Jahren. 1863,
folgte eine „Madonna mit t>em Wniie"
(200 fi.)', aber eigentliche und verdiente
Aufmerksamkeit erregte erst seine Folge^
„HHllntllZirtnldrr p Canstückcn". welche nach
Original-Aquarellen von Gustav Jag er-
mayer in Wien durch die Photographie
vervielfältigt wurden. Mit Einschluß
des Titelblattes sind es 13 Blatter in
gr. Qu. Fol. (Preis 40 st., das einzelne
Blatt 3 fi. 20 kr.). Unter den Bildern
befinden sich gleichsam als Commentar
die betreffenden Noten der Komposition
mitphotographirt. Die Reihe dieser wun-
dervoll originellen Phantafiebilder ist
folgende: 3 ss z t, „ 7???iH^a?wns H« I>o-
M^s«, Nr. 3; — „ tM^ns. O^tto-
T-lnn", von Felix Mende lssohn«Bar»
tholdy. 0p. 97. X. Cboral: „Er
nimmt auf seinen Rücken die Lasten"; —
par 1^. VHN Zeeti iov 6 n; — 3. van
Beethoven (H-äur), Oeuvre 14; —
F.Mendelssohn-Bartholdy, „Nr-
Wuhne Warte", Heft HI, Nr. 3; - „Dir
schönern Zlngrn", Lied von St ige l l i ,
pour z>iaQ0 par OK. VoLL, Op. 130,
^r. IH ; — „<??-a«c?
L-äui'), par 1 ,^. v2,n ;
Schumann, „C!lllurr5tncke tür dir Ilngrnli".
0p. 68. Winterszeit; — F. Mendels-
soHN'Bartholdy. bieder uhne Worte".
6. Heft; — „6>ant?s <3o?!tt^ s« s^a rain.
3. v.Beethoven. n
06uvrs 27; — Leop. Mayer, „Au5>
Zische Originallirtirr", Nr. 3; — „(5hnrül>
yrsang aus tmn 1V. Jahrhundert". Diese Bil«
der find sämmtlich kühn gedacht, genial ausgeführt und von ergreifender Wir»
kung. Es ist eine Charakterisirung dieser
Phantasiebilder mit Worten kaum mög-
lich; schon der Gedanke, einzelne beson»
ders bezeichnende Stellen eines berührn»
ten Tonstückes' in Bildern zu verfilm»
licben, ist originell. Was der KĂĽnstler
wollte, versuchte er mit den Worten eines
landsmännischen Poeten, Joseph Bayer,
zu erklären, die als Motto auf dem ersten
Blatte stehen und lauten:
Was sind Gedanken wohl? Besuche
von Dämonen, Von Geistern, wie sie
über Gräbern wohnen. Ein grauses
und gestaltloses GewĂĽhl, Ein milder
Spuk. ein tolles Schattenspiel.
3icbtstral)len und Schallwellen, beide
durch den Spiegel der Seele dem Griffel
des KĂĽnstlers dienstbar gemacht, als
Wiederhall verklungener Melodien aus
seltenen Tonwerken ein bildliches Echo
gebend, so treten diese wunderbar ergrei«
senden, ernsten, ja düsteren Compositio«
nen mit ihren Noten»Commentaren vor
den Verehrer der classischen Musik und
Kunst. Der junge KĂĽnstler wurde speciell
fĂĽr dieses Werk von Ernst, Herzog von
Sachsen» C oburg-Gotha , mit der
goldenen Medaille fĂĽr Kunst und Wis-
senscbaft ausgezeichnet.
Katalog der Kunstcmestl'llunn der
patriotischer Kunstfreunde in Praa (gr. k".)
Jahrg. 18:;8. Nr. 329; l8s,3. Nr. 3t8. —
WienerZcituna l8s>3, im Monat August.
S. 4lo.
Max, Joseph (Bildhauer, geb.
zu Bürg stein in Böhmen 8. Jänner
1804. gest. zu Prag 18. Juni 1833).
Aelterer Bruder des Bildhauers Em a-
nuel Max, dessen Lebensskizze schon
S. 460 mitgetheilt worden. Von den
vielen Kindern, welche Joseph's Vater
besaĂź, fiel auf ihn die Wahl, daĂź er
die Kunst des Vaters erlernen sollte, so
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon