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Manllewic) 170 May
Oesterreichische Nat ional . Encyklo<
pädie von Gräffer und Czikann (Wien
1835, 80.) Bd. I I I , S. 398. — Neues
Uniuersal<3erikon der Tonkunst. Angefan»
gen von Dr. Julius Schladebach. fortgesetzt
von Eduard Bernsdorf (Dresden 1856. N.
Schäfer, ar.8".) Bd. I I , S. 921. — Gaßner
(F. S. I)i-.), Universal'Lerikon der Tonkunst.
Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart
1849. Frz. Köhler. Lex. 8«.) S. 597.
MllMewicz, Vincenz (Tonseher,
geb. um das Jahr 4683. Geburtsort
unbekannt, gest. zu Krakau 24. Jänner
4743). Von den näheren Lebensum-
standen dieses ob seiner Kenntnisse in der
Musik und ob seines Compofitionstalen«
tes zu seiner Zeit sehr geschätzten Meisters
ist nur wenig bekannt. Ebenso weiß man
nicht, wo er seine musikalische Ausbildung
erlangt hatte. I n den letzten Lebensjah»
ren bekleidete er die Stelle eines Capell»
Meisters der Krakauer Kathedralkirche.
Aber nicht nur als Tonsetzer, sondern
auch als Zehrer seiner Kunst, in der er
mehrere talentvolle Zöglinge herange»
bildet, erfreute er sich eines bedeutenden
Rufes. Die Bibliothek der Krakauer
Kathedrale bewahrt noch mehrere Com<
Positionen des Meisters.
st Llkv65 KNCILUL 6t Uioä6i-Q65 Dietionnairs
dioLi-üpkilMS äs eoiupouitenr» , clianteul^
etc. 6ta. (?2i'i3 1857, ^äi-isn I^ s Olero
H Oo., Fr. 80.) p. 396.
y, Joseph (Director des Taub-
stummen-Institutes in Wien, Pädagog
und Humanist, geb. zu Ch'^bern im
Leitmeritzer Kreise Böhmens 3. Jänner
1733. gest. zu Wien 34. October
1829). Sein Vater war Bürgermeister
zu Chabern. der Sohn besuchte die
Hauptschule zu Böhmisch'Leipa, dann
das Augustiner»Gymnasiu.m daselbst, und
begab sich darauf nach Prag, wo er an
der dortigen Hockschule die Philosophie
hörte und das Studium der Rechte begann. Während der Studien hatte
M.. dem die Eltern keine Unterstützung
geben konnten, sich selbst mühsam durch
Unterrichtertheilen fortgebracht. Da sich
ihm im Vaterlande wenig tröstliche
Aussichten für sein Fortkommen zu bieten
schienen, beschloß er in der Fremde sein
Glück zu versuchen. Er wußte, daß
Leute aus seiner Gegend in Paris einen
bedeutenden Glashandel trieben und oft
reichen Gewinn nach Hause brachten.
Bald war sein Plan gefaßt, trotz der
geringen Barschaft, die er besaß, schnürte
er sein Bündel und machte sich auf den
Weg nach Paris. Dort suchte er seine
Landsleute, die böhmischen Glashändler,
auf und eignete sich in ihrem Umgänge
die französische Sprache derart an, daß
er sie bald mit Vollendung sprach.
Durcb seine Landsleute. lernte er den
Vorsteher der königlichen Militärschule
in Paris. Junker , einen Wasser,
kennen. Dieser fand an dem jungen
Manne Gefallen, und als er an ihm
außer tüchtigen Kenntnissen eine ganz
besondere Lehrgabe entdeckte, stellte er
ihn als Lehrer der deutschen Sprache
in der Militärschule an. Hier lebte M.
mit allem Eifer und zur vollen Zufrie»
denheit seines Gönners, seinem Berufe.
Als er in der Ferienzeit eine Reise in
dcis Innere von Frankreich, um das
Land genauer kennen zu lernen, unter«
nahm, kam er in die Gegenden der
Normandie, und die tiefe Armuth, das
namenlose Elend, in welchem er die
dortigen Landbewohner traf, erschütterte
ihn so sehr. daß ihm der weitere Aufent«
halt in Paris verleidet wurde. Gerade
um diese Zeit traf es sich, daß Kaiser
Joseph I I . unter dem Namen eines
Grafen von Falkenstein Paris be<
suchte. May, der Kenntniß hatte von
den Verbesserungen, welche in seinem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon