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Mayerhoftn 174 Mayerhofer
Theologie sich widmend, wurde er am
16. Mai 1774 zum Priester geweiht,
dann Canonicuö des Collegiatstiftes in
Innichen und Chorherr der Collegiat«
kirche in 2ml)itu zu Brixen, an welcher
er ein Beneficium mit einem Capitale
von 9000 fi. stiftete. Von früher Jugend
aus besonderer Vorliebe mit der Vater»
landischen Geschichte sich beschäftigend,
trat er mit dem berühmten Geschichts«
forscher Resch in nähere Verbindung
und wurde dessen Schüler und Freund.
Resch wußte auch den jungen und eifri«
gen Forscher sehr wohl, ja wie es scheint,
gegen alle Gebühr zu benutzen, denn
wie Staff ler meldet, gab Resch das
l aä monumentli, Lrixi-
0.1763
. 2.0. 1778" ohne Angabe eines
Verfassers heraus, der Niemand Anderer
als Stephan von Mayerhofen war.
Eine ungleich größere und verdienstlichere
Arbeit Mayerhofen's ist aber die
genealogische Beschreibung der tirolischm
Adelsfamilien. Sie umfaßte drei Folian°
ten und führte den Titel: „Stammtafeln
des tirnlischen Hürls". Spüler sonderte er
sie in sieben Theile mit der Neberschrift:
„Genelllllgien deg tilüliöchen Mek". Kenner
der Geschichte bezeichnen diese Arbeit als
das Ergebniß gewissenhaftester Forschung,
richtiger und scharfer Beurtheilung und
eines erstaunenswürdigen Fleißes. Die
Tiroler Stande der Adelsbank haben —
da das Werk ungedruckt ist — auf ihre
und nicht unbedeutende Kosten eine Ab-
schrift davon anfertigen laffen. Im Jahre
1838. ja sogar 1847, scheint v. Mayer-
hosen noch gelebt zu haben, denn
Chmel zählt ihn in seinem Notizenblatt
XI I zu dem 1838 erschienenen „Oester.
reichischen Geschichtsforscher", S. 399, unter den „Arbeiten und Bestrebungen"
äls noch lebend, „im höchsten Greisen»
alter für die Geschichte und Genealogie
des tirolischen Adels enthusiastisch sam-
melnd und arbeitend", auf; Staff ler
aber berichtet im Jahre 1847, in wel»
chem der zweite Band seines Werkes:
„Das deutsche Tirol und Vorarlberg,
topographisch" erschienen ist, daß Cano>
nicus von May erh ofen seit dem Jahre
1808 in der tiefsten Stille und Zurück-
gezogenheit auf einem Landgute — dem
Büchhofe — in Vahrn lebe. I n den
oberwahnten „Genealogien des tiro»
lischen Adels" umfassen die Nachrichten
über sein eigenes Geschlecht einen ganzen
Band.
Chmcl (Ios.), Der österreichische Geschichts«
forscher (Wien 1838. 8".) Bo. I, S. 39l). —
Staf f le r (Ioh. Jacob), Das deutsche Tirol
und Vorarlberg, topographisch mit geschickt'
lichen Bemerkungen (Innsbruck 1847, Frlic
. Rauch. 8«) Bd. I I , S. 176.
Uayerhofer von Orüubühel, Ferdi-
nand Freiherr (k. k. Feld m arsch a ll»
Lieutenant und Ritter des MariaThe-
reskN'Ordens, geb. zu Wien 16. Mai
1798). Einer in der zweiten Hälfte des
17- Jahrhunderts geadelten Familie,
über welche in dcn Quellen nähere
Nachrichten enthalten sind, entstammend,
erhielt M. vorerst im Marine»Cadäten-
Collegium seine Ausbildung, wurde im
December 1848 Cadet und nahm im
Gefolge Ihrer kaiserlichen Hoheit der
Erzherzogin L.eop oldine Theil an der
Expedition nach Brasilien. Nach seiner
Rückkehr wurde er bei der Aufnahme des
adriatischen Meeres und der jonischen
Inseln verwendet, im April 1821 zum
Schiffsfähnrich befördert, worauf er an
den Operationen zur See gegen die Ne>
bellen im Königreiche Neapel theilnahm.
Während des griechischen Befreiungskne«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon