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Mayerhofer 178 Mayerhofer
ges vollführte M. einige Aufträge im Ar-
chipelagus, in Syrien, Egyptcn und in der
Türkei, und nach seiner Rückkehr nahm er
an den Arbeiten zur Reorganisation der
Kriegsmarine in Wien Theil. Im Jahre
1823 erfolgte seine Uebersetzung zur
Landarmee, und zwar als Oberlieutenant
in das 20. Infanterie-Regiment, damals
Hochenegg, in welcher Stellung er zu<
nächst als Professor der Mathematik in
der Militär-Akademie zu Wiener-Neu»
stadt. dann in den Jahren 1828 und
1829 als Geometer und Triangulator
bei der Aufnahme in Illyrien, im Jahre
1830 im Generalstabe verwendet wurde.
Im Jahre 4831 wurde M. zum Ca»
pitänlieutenant und schon sieben Monate
spater zum wirklichen Hauptmann im
Regimente befördert. Als solcher beklei-
dete er in den Jahren 1836 bis 1840
die Stelle eines Plahcomrnandanten zu
Krakau, zur Zeit, als diese Stadt das
erste Mal von den Truppen der Alliirten
besetzt wurde,''und sein unnachsichtliches
Auftreten gegen die in Krakau thätigen
Häupter der polnischen Bewegung in
jenen Tagen machte seinen Namen sehr
bekannt. Im Jahre 1841 wurde M.
zum Major im Regimente befördert und
kam im Jahre 1843 als Consul nach
Belgrad, wo er in dieser Stellung bis
zum Jahre 1848 verblieb, in der Zwi-
schenzeit aber, im Jahre 1843, zum
Oberstlieutenant im Infanterie-Regimente
Baron Haynau Nr. 37 und im Jahre
1848 zum Obersten vorrückte. Als im
genannten Jahre die ungarische Bewe«
gung einen immer bedenklicheren Chc^
rakter annahm und zuletzt in offenen
Aufstand ausartete, galt es, das Grenz«
volk von dm magyarischen Einfiüffen zu
bewahren und den mit Kraft geführten
Angriffen der Empörer, die bereits bis
an die südlichen Grenzen der Kaiser« staates gedrungen waren, einen orga»
nifirten Widerstand entgegen zu stel»
len. Als höchststehender Ofsicier nahm
M. die serbische Bewegung in seine
Hand und stellte vom Monate Juni bis
October aus dm Truppen und der
Bevölkerung der dortigen Grenz-Regi<
menter eine Macht von über dreißig'
tausend Mann mit zahlreichem Geschütze
zusammen, über die er sofort das Com«
mando übernahm, welches er im Octo»
ber an General«Major Suppl ikaö
übergab. M. hatte dieß, ohne irgend'Be-
fehl dazu erhalten zu haben, aus eigenem
Antriebe, nur um die bereits begonnene
Bewegung des Grenzvolkes nicht in die
Hände magyarischer Parteigänger ge>
rathen zu lassen, unternommen. Als am
27. December 1848 General. Major
Suppl ikaö starb, übernahm M. aus
freien Stücken von Neuem daS Com.
mando über das Corps, daS sich damals
in sehr bedrängter und gefährlicher Lage
befand. Der Feind war über Alibunar
bis Neudorf vorgedrungen und bedrohte
Pancsova. Der Besitz der Stadt für die
Kaiserlichen war ebenso wichtig, als ihre
Vertheidigung unter den gegebenen Ver»
Hältnissen nichts weniger als leicht.
Zunächst stand der Gegner in bedeutender
Ueberzahl gegenüber und der Rückzug
nach Semlin oder Serbien über die starke
Eisschollen treibende Donau war un»
möglich. Nebstdem besaß die reiche,
zwölftausend Einwohner zählende Stadt
ein sehr bedeutendes Kriegsmaterial und
mehr als vierzig Geschütze. Schon am
2. Jänner unternahm der Feind von
drei Seiten zugleich den Angriff; jener
von den Abhängen der Temes her war
überdieß so heftig, daß große Gefahr für
die Serben drohte. Da führte Oberst
Mayerhofer im entscheidenden Mo»
mcnte aus dem Centrum seiner Tufstel.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon