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208 Ma^ioli
mar, Bernh. Fr. Voigt. kl. 8".) XIX. Jahr«
gang (ts4l), I I . Theil, S. N«9, Nr. 338. —
Bergmann (Ios.). Medaillen auf berühmte
und ausgezeichnete Männer des österreichischen
Kaiserstaates uom XVI. bis zum XIX. Jahr-
hunderte (Wien 1844—4857, Tendier. 4«.)
Bd. I I , S. 493. ^Die Citation in der Anmer-
kung daselbst, daß sich in der Wiener Zeitung
vom lä. November l842, S. 400. eine Bio-
graphie Mazzett i 's befindet, ist unrichtig,)
— Wappen. Geviertetcr Schild, l : in Blau
ein aus dem linken Seitenrande heruorgc«
streckten bloßer Arm, eine goldene Waage mit
einstehender Zunge haltend; 2.. in Gold ein
auf der Schildestheilung aufstehender schwar-
zer, seine Flügel zum Fluge erhebender Adler
mit ausgeschlagener rother Zunge; 3: in Sil»
bcr drei Sträuße bunter Älumen (iQH226tti)
mit rothen Schleifen; 4: auf einem aus dem
Fußrande emporragenden felsigen Dreiberge ein
aus natürlichem Gesteine erbautes Castell mit
Zwei Thürmen, deren jeder mit drei Zinnen
und einem verschlossenen Fenster versehen ist.
Das Castell hat ein verschlossenes Thor und
befindet sich zu jeder Seite desselben eine
Schußössnung. Auf dem Schilde ruht die
Freiherrnkrone, auf welcher sich drei gekrönte
Turnierhelme erheben. Aus der Krone des rech»
ten einwärtsgekehrten Helms ragen zwei von
Blau und Silber abwechselnd quergetheilte
Elephantenrüsft'l empor; auf jener des mitt.
leren in's Visir gestellten steht ein dem im
Felde 2 ähnlicher schwarzer Adler; aus jener
des dritten nach innen gekehrten wallen drei
Straußenfedern, die vordere silbern, die mitt-
lere schwarz, die äußere golden. Die Helm«
decken deS rechten Helms sind zu beiden
Seiten blau mit Silber, die des mittleren
rechts blau mit Silber, links schwarz mit
Gold, die des linken Helms zu beiden Seiten
schwarz mit Gold belegt. Schild Halter
sind zwei einwärtsgekehrte aufrechtstehende
goldene Löwen mit ausgeschlagenen rothen
Zungen, welche mit ihren Vorderpranken den
Schild anfassen.
Mazzioli, Jacob (gelehrter Jesuit,
geb. zu Gratz in Steiermark 11. No-
vember 1730, gest. zu Wien 1790).
Achtzehn Jahre alt, trat er in den
Orden der Gesellschaft Jesu, in welchem
er nach beendeten theologischen Studien
die heiligen Weihen erhielt. Auf den Bühnen, welche in den Iesuiten.Collegien
sich befanden, uud auf welchen es da»
mals Sitte war, die von den Ordensmit»
gliedern gedichteten lateinischen Stücke
von Novizen darstellen zu lassen, machte
sich M. durch seine besonders bezeichnende
Mimik vor den übrigen Mitspielenden
bemerkbar. So wurde er denn, da er
mit dieser Mimik auch eine vortreffliche
Rednergabe verband, nachdem er Priester
geworden, sofort im Predigeramte ver»
wendet, und übte dasselbe zwei Jahre
zu Stadt Steyr, ein Jahr zu Neusohl,
eines im Ordenshause zu St. Anna
in Wien aus, worauf er im Jahre
1768 als Prediger in der Metropolitan»
kirche zu St. Stephan bis 1773 thätig
war. Seine Predigten waren immer
von einer großen Menschenmenge be-
sucht; man erzählt, daß bei einer dersel«
ben das marmorne Gitter eines Altars
von der zuströmenden Menge der Zuhörer
eingedrückt wurde. Nach der Aufhebung
des Ordens verlieh ihm die Kaiserin
M a r i a Theresia die Pfarre im
Bürgerspitale zu Wien, und zeichnete
ihn noch insbesondere dadurch aus, daß
sie ihn mit einem von ihr eigenhändig
gestickten Meßgewands beschenkte. Nach-
dem Kaiser Joseph die Bürgerspitals,
pfarre aufgehoben, verlieh er M. jene
zu Deutsch'Altenburg in Ungarn, wo er
auch bis zu seinem Lebensende verblieb.
TTie Verschiedenheit seines Geburts« und
Sterbedatums, wie seines Sterbeortes
(bald Wien. bald Deutsch-Altenburg)
wird in den Quellen angedeutet. Von
seinen Predigten sind mehrere im Drucke
erschienen, und zwar: „Gmnrrreüe ant den
Hintritt Franz I., nirylllnd MmiZchen Kaiser"
(Wien 1763); — „Ghrrnrede ant Heinrich
den Frommen, Römischen MiZer nnd -Herzog
innern" (ebd. 1766. 4<>.); — „Mrede
ant die M . OqrillnL und NlethMns,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon