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Mechetti 223 klechettr
in seiner Literatur ein goldenes Zeitalter
gefeiert hat. M. setzt nirgends deut-
schen Geist und deutsche Wissenschaft,
lichkeit herab, und wenn er für sein
Volk und dessen geistigen Aufschwung in
beredter Weise einsteht, läßt er dem
Geiste anderer Völker und den wissen-
schaftlichen Bestrebungen derselben volle
Gerechtigkeit widerfahren. M.'s Werke
zunächst find vollgiltige Zeugen der
Größe und Bedeutenheit eines Volkes,
das erst in neuester Zeit wieder und die»
ses Mal, traurig genug, mit den ver«
werflichsten Mitteln nach seiner Selbst«
ständigkeit zu ringen begonnen hat, und
über welches durch die ehrlosen Kunst»
griffe einer feilen politischen Presse der
Standpunct in der Beurtheilung verrückt
und in unnatürlicher Weise zur Verurthei-
lung getrieben wurde.
LkisH x? sai^LkcIi, d. i. Geschichte der pol»
nischen Literatur in Umrissen (Warschau 1843,
Sennewald. gr. 8".) Bd. IV , S. 487. —
älovnik nanönF. lioäkktor Dr. I'lg.nt.
I^aä. li.ieFOi', d. i. Conversations«3erikon.
Rrdigirt von Dr. Franz Ladisl. Nieger
(Prag 4859, I . L. Kober, Lex. 8«.) Vd. V,
S. 217.
Mechetti, Peter (Industriel ler,
geb. zu Lucca im Jahre-1773, gest. zu
Wien23.Juli 1830). Schon sein Oheim
Kar l (Carlo) besaß in Wien eine Kunst-
Handlung, in welche dieser seinen Neffen
Peter im Jahre 1798 berief, ihn später
auch noch adoptirte und im Jahre 1807
zu seinem öffentlichen Gesellschafter an-
nahm. Als im Jahre 1811 der Onkel
starb, kam das Geschäft in seines' Neffen
Alleinbesitz, und die Firma, welche bis
dahin Oarlo kleokstti 6 AipotQ lautete,
hieß nunmehr kiotro Usokktti quoii-
ä2.rQ Oario. Nach Peter's im Jahre
1830 erfolgten Tode wurde das Geschäft
von seiner Witwe Therese, gebornen Rothmann< der in der Leitung des'
selben Karl Schubert zur Seite stand,
bis zu ihrem Tode, der am 28. Juni
1833 eintrat, fortgeführt. Nun über-
nahm es L. Schrattenbach, wurde
aber noch im nämlichen Jahre von C. A.
Spina, der im Jahre'1832 bereits
das Geschäft Diabel l i u. Comp. er»
standen hatte, angekauft, und unter
Spina's Firma wurden die beiden nun
erloschenen Mechetti und Diabel l i
fortgeführt. Karl Mechetti beschäftigte
sich ursprünglich mit dem Kunsthandel,
und wirkte nach dieser Seite sehr ver«
dienstlich, so z. B. übernahm er den
Verlag der sechs letzten Bände des
berühmten, für Künstler so wichtigen
Werkes: „I^o psiutrs FlQvsiir" von
Adam Barisch, zu dessen Uebernahme
sich kein anderer Verleger entschließen
mochte, da dessen Verlag sehr kostspielig
und die Abnahme eine verhältnißmäßig
geringe war. Den Musikverlag begrün-
dete erst Carlo's Neffe Peter und
brachte auch denselben zu einer durch
Umfang und Auswahl sehr bedeutenden
Höhe. Gleich anfänglich halte er be«
deutendere Kirchenwerke, wiePreindl 's
63 Offertonen und 6 Messen, Anton
Halm's Compositionen gekauft, dann
verlegte er Werke der namhaftesten Com»
ponisten seiner Zeit, wie Czerny,
Fesca, Leidesdorf, Mayseder,
Moscheles. P i r i s , Rzehaczek,
Spohr. Thalberg u. A. Ferner ist
er der Verleger eines großen Theils der
Tanz»Compositionen des Wiener Walzer«
königs Joseph Lanner, von dessen
Compositionen, die sich bis auf Opus-
Nummer 208 belaufen, OMZ 33—169
beiMechetti erschienen sind. Ueberdieß
sind in seinem Verlage viele Bildnisse
berühmter Künstler, meist von Krie»
h uber's Meisterhand lithographirt, er«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon