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Mecsory 236 Mecssry
nahten. Als diese „eisernen Manner",
wie sie die Kriegsgeschichte nennt, vor
denen nichts Stand hielt und die Alles
niederitten und niedermähten, was
ihnen im Wege stand, auf etwa
vierzig Schritte dem Regimente des
Oberst Mecsäry nahe gekommen
waren, stutzten diese ĂĽber die feierliche
Stille in den sie erwartenden Bataillons«
maffen und macbten plötzlich Halt.
Einige feindliche Ofsiciere meinten sogar,
das Regiment wolle sich ergeben (!) und
und ritten näher, es auffordernd, die
Waffen abzulegen. Auf diese Auffor-
derung waren hie und da Rufe, wie
„Holt sie Euch", von einigen voreiligen
Schüssen begleitet. zu hören. Die
Kriegsgeschichte hat auch den Namen
eines Korporals — Kohaut ist er —
aufbewahrt, der. aus der Masse einige
Schritte vortretend, einen der das Regi«
ment zum Niederlegen der Waffen auf»
fordernden Officiere mit dem Bajonnete
vom Pferde stach. Nun befahl der ftind«
liche Commandant die Attaque. Das
Regiment erwartete das Commando sei»
nes Obersten; wie sich die feindlichen
Reiter in Bewegung setzen, commandirt
Oberst Mecsäry ,Feuer", und Salve
auf Salve kracht aus den drei Bataillons»
muffen gegen die vier Regimenter „eiserner
Männer". Reihen auf Reihen derselben
fallen von dem sicher gezielten Feuer, und
als der General d'Espagne von einer
Kugel getroffen sinkt, machen die Reiter
„Kehrt" und suchen ihr Heil in der
Flucbt. Ein Allerhöchstes Handbillet vom
44. September 1809zeichnete den Helden-
oberst fĂĽr seine herrliche Waffenthat mit
dem Ritterkreuze des Maria Theresien«
Ordens aus. Im Mai 1813 war M.
zum General-Major befördert worden.
Im Feldzuge des letztgenannten wie des
folgenden Jahres commandirte M. eine Brigade in der Division des Feldmarschall«
Lieutenants Alois Fürsten 3i echten«
stein. Mecsöry's Brigade bildeten
die Regimenter NeuĂź-Greiz und Vogel-
sang. An den ausgezeichneten Thaten
derselben in den Schlachttagen bei Leipzig,
in den Gefechten bei Lyon, Orchamp en
Place und im sĂĽdlichen Frankreich im
Jahre 1814 hat General M.. als ihr
FĂĽhrer, der alle Anordnungen traf,
wesentlichen Antheil. Im Februar 1822
würde M. zum Inhaber des Infanterie»
Regiments Nr< 31. vor ihm Splöny,
im Jahre 1826 zum Feldmarschall-
Lieutenant ernannt. Als Brigadier
brachte er längere Zeit in der Bundes'
festung Mainz zu. Nachdem er bereits
46 Jahre in schweren Kriegsepochen
mit Ruhm vor dem Feinde dem Staate
gedient, trat er im September 1832 in
den Ruhestand, den er aber nur kurze
Zeit genoĂź, da er bereits wenige Monate
darnach zu Linz im Alter von 62 Jahren
starb. Aus seiner Ehe mit Anna von
Zalka (gest. 1836), einem ungarischen
Edelfraulem aus dem Wieselburger Co«
mitate. stammt Kar l Freiherr M ecsory
de Tso o r, dessen Biographie folgt.
Hirtenfeld (I .) , Der Militär.Mcma There«
sien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857,
Staatsdruckn-ei. 4«.) S. 983 u. 1747 ^nach
diesem gest. 26. December 1532). — Zeit '
genossen. Almanach fĂĽr das Jahr 1663
(Grah. S. Settele. kl. ö") S. 219 snach
diesem geboren 2l. Juni 1770. gest. 30. De»
cember 1833).
Mecsörl) de Tsoor, Karl Freiherr
(Staatsmann, geb. zu Tabor in
Böhmen^19. Jänner 1804). Ein Sohn
deS k. k. Feldmarschall-Lieutenants und
Maria Theresien-Ordensritters Karl I o-
h ann Freih. v. M. ss. d. Vor.^j. Freiherr
Karl verlebte den größten Theil seiner
Jugend zu Knttenberg. wo sein Vater,
damals Oberst des Infanterie»Regim,ents
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon