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Mederer 240 Mederer
ergötzt im Dialog nicht so sehr durch
durch schlagfertigen Witz als durch Ge
wandtheit, Natürlichkeit und eine nicht
zu unterschätzende Munterkeit. Mehreres
von ihm. wie „Kunst und Natur", —
„Die gefährliche Tante". — „Die Ro
sen" sind noch zur Stunde Repertoir
stücke, werden die darin vorkommenden
Paraderollen für Frauen und Männer
von Schauspielern gerne gespielt und
vom Publicum immer gut aufgenommen.
Em höherer Maßstab aber darf an diese
Arbeiten nicht gelegt werden, welche in
die Kategorie des mittelmäßigen Schien-
drians gehören, den daS tägliche Reper-
toire braucht.
Kneschke (Ernst Heiniich Prof. Dr.), Neues
allgemeines deutsches AdelS-Lexikon (Leipzig,
Friedrich Voigt, gr. s°.) Bd. VI , S. 20i. —
Porträt. Gest. von Stöber (Leipzig, Breit-
kopf u. Härtet, 8«.).
- Mederer Edler von Wuthwehr,
Conrad sk. k. General 'Major , geb.
zu Freiburg 21. November 1781, gest.
zu Sauerbrunn 18. August 1840).
Sohn des Hofrathes und Oberstfeld-
arztes Matthäus Mederervon Wuth.
wehr h'. d. Folg.), trat in die kaiserliche
Armee, in welcher er im Jahre 1793 im
Regimenle Murray Fähnrich wurde; er
focht nun im Jahre 1796 in der Schlacht
bei Hüningen, machte die Belagerung
des Brückenkopfes und die Schlacht an
der Kenzing mit. Im Jahre 1799
kämpfte er bei Stockach, 1800 bei Mös-
kirch, Ulm und Hohenlinden. Im Jahre
1803 wurde er zum Hauptmann beför»
dert und focht bei NeuhauS und Austerlitz.
im Jahre 1809 bei Regensburg, Aspern
und Wagram. Insbesondere zeichnete er
sich im Jahre 1813 bei der Bestürmung
der Kinzinger Brücke aus. Am 31. Octo«
ber g. I . fand die Erstürmung der Brücke
Statt. Schon bei dem Sturme hatte M. auf das Thätigste muthvoll mitgewirkt, so
daß der Feind auf der Straße nach
Frankfurt zurückgeworfen wurde. Die sie«
gestrunkenen Truppen verfolgten nun in
blinder Hast den fliehenden Gegner, aber
eben durch diese zu hitzige Verfolgung des
geworfenen Feindes war Gefahr für
unsere zu weit vorgedrungenen Truppen
entstanden. Ohne erst Befehl abzuwar«
ten, griff M. selbst activ in die Affaire
ein, nahm seine Compagnie, rückte dem
fast in den Rücken der Unseren vorge»
drungenen weit überlegenen Feinde ent«
gegen, griff ihn rasch und heftig an und
schlug ihn siegreich zurück. Dadurch
wurden die zu weit Vorgedrungenen von
sicherer Gefangenschaft gerettet und über»
dieß die ganze Action zu unserem Gun»
sten entschieden. M. wurde dafür von
dem Könige von Bayern, Max imi l ian
Joseph, mit dem Max Ioseph-Orden
ausgezeichnet. I m Jahre 1820 wurde
M. Major im 23. Infanterie-Regimente,
damals Freiherr von Trapp, machte als
solcher die Erpedition nach Neapel mit,
wurde im Jahre 1830 Oberstlieutenant
und Grenadier.Bataillons-Commandant
des 22. Infanterie-Regiments, damals
Nassau, und am 13. August 1839
GenerabMajor. Als solcher erhielt er
eine Brigade zu Klausenburg in Sieben«
bürgen, wurde aber nach Agram in
Croatien übersetzt, wo er bald starb.
M. hatte in 40 Schlachten und Treffen
gefochten und starb als Generalmajor
m Alter von 39 Jahren. Ein Sohn
des Generals, auch Conrad Mederer
von Wuth wehr, ist gegenwartig Oberst
und Commandant des Infanterie-Regi«
wenig Nr. 5, König Ludwig I I . von
Bayern.
Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar, B.
F. Voigt, kl. 80.) XXVIII. Jahrg. (1840)
II. Theil. S. 890.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon