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Mdori 280 Medoro
Stimme, ging nach Nom, zog sich für
einige Zeit von der Bühne zurück, um
bei dem tüchtigen Gesanglehrer Sga-
te l l i Unterricht zu nehmen, und nachdem
sie anderthalb Jahre in dieser Weise
fleißige Gesangstudien gemacht, betrat sie
erst wieder die Bühne. Die nächsten
Bühnen, auf denen
sie auftrat, waren zu
Fuligno im Carneval 4846, Sinigaglia
und Padua. Im Jahre 1848 sang sie
in Constantinopel und noch in demselben
Jahre in Brüssel; dann visr Winter
hindurch in St. Petersburg und vier
Frühlingssaisons in Wien, wo sie im
Jahre 4833 zur k. k. Hofkammer-Sänge-
rin ernannt wurde. Später sang sie in
London und auf allen großen Bühnen
Europa's, in den letzten Jahren entzückte
sie die Bewohner der Neuen Welt, wo
fie in Gesellschaft mehrerer anderer be>
rühmter Künstler für eine Kunstfahrt
von dem bekannten Unternehmer Ma»
retzek sBd. XVI, S. 439^> gewonnen
wurde. Ihr Reperoir umfaßt die Opern:
Lucrezia Borg ia , Ernani ; Ma-
thilde von Chabran, Anna Bo-
lena, Norma. Maria di Rohan,
Marino Faliero, Nabucco, I Ua 8-
Robert der Teufel, Hugenotten,
Don Pasquale u. s. w. DieMedori
ist nichl bloß eine meisterhaft geschulte San«
gerin, sondern ihr treffliches, den Rollen
streng angepaßtes Spiel macht
sie zu einer
bedeutenden dramatischen Sängerin, Es
gibt deren, die sie die erste dramatische
Sängerin der Gegenwart nennen. Tref-
fend und kurz nennt ein neapolitanischer
Kritiker, Nicola Tauro, die Stimme
der Medori „eine Stimme von Stahl"
(Ia voce <,^ i aooiaio).
I l lust r i r te Zeituna (Leipzig. I . I . Weber)
1533. Nr. 628 (14. Juli). C. 44. — Blät»
ter für Musik, Theater u. s. w. Von Zell- ner (Wien. 4°.) 1853. Nr. 26. — Allge-
meine Thcater-Chronik 1856, Nr. 28
bis 30, S. 118. — Die Donau (Wiener
polit. Blatt) 1855. Nr. 28. — Qa^^Lttg.
cloi toHtr i (Uilano) 18öss, No. 31, 47 c 59.
1856, Nr. 677, p. 2591. — Porträte. Außer
ocm ohne Angabe des Zeichners und Xylo-
graphen in der Leipziger „Illustrirten Zeitung"
1855, Nr. 628, S. 44. enthaltenen Holzschnitte
ist sie als Norma gezeichnet und lithographirt
uon E. Kaiser (Wien, Paterno, Fol.).
Medoro, Samuel (Arzt und Chi-
rurg. geb. im Venetianischen im Jahre
1788, gest. in den letzten Tagen des No.
vember 1834). Sohn eines wohlhaben»
den jüdischen Kaufmannes, der sich dem
Wunsche seines Vaters gemäß auch dem
Kaufmannstande widmen sollte, endlich
es aber doch erreichte, daß er die gelehrte
Laufbahn wählen durfte, in welcher er
nach beendeten medicinischen Studien
im Jahre 1812 die Würde eines Doctors
der Chirurgie erlangte und im folgenden
Jahre zu Padua die Praxis auszuüben
begann. Bald zeichnete er stch als
operativer Chirurg bei mehreren wichti»
gen Fällen durch seine Geschicklichkeit
und Sicberheit, wie durch seinen Scharf»
blick und die richtige Auffafsung eines
gegebenen Falles so aus, daß sich bald
die Aufmerksamkeit der älteren Aerzte und
Collegen auf den noch jungen Operateur
richtete. Asson, in seiner ausführlichen
Biographie Medoro's, beschreibt meh>
rere seiner interessantesten Operationen,
namentlich des grauen Stahrs, der
Thranenfistel, insbesondere aber der Un>
ierbindung der sogenannten ai-toi-ia iliaoa.
osternI.) eine Operation, welche Me«
doro, der Erste in Italien, mit Erfolg
ausgeführt, wahrend sie vor ihm nur
noch von zwei Aerzten, von Valentin
Mot t im Jahre 1827 in New-York und
im folgenden Jahre von Crampton
in England, ausgeführt worden. Ueber
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon