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Megerle 259 Megerle
Hundert ĂĽbersteigen, und schon nur die
Titel einiger StĂĽcke aus den letzten
Jahren dĂĽrsten die Richtung bezeichnen,
welche sie verfolgte: „Gin gebrochene Tvmt.
Mk52tnck" (Theater in der Iosephstadt,
17. September 1839); — „Nie Armen
und Glenden, Vilder W3 dem kranMschen
Volksleben", nach Victor Hugo's „I^ss
miLsrabisL" (ThaUa.Theater, 29. Mai
1863); >— „Tllluara. Bilder anZ dem italie-
nischen Mdzuge uon llsW" (Thalia-Theater,
13. September 1863); — „Malebetw,
der Vllndit uan Frascati. SpectnkelZchanLpiel"
(ebd'. 30. September 1863); — „Nach
achtzehn Jahren. MlksZtnck" (Theater in
der Iosephstadt, 8. December 1863); —
„Nie Aegenirude nnd das Feuermichtel. Phan-
tastischeZ Märchen" (Theater in der Ioseph-
stadt, 24. März 1863). Als ihre letzte
Arbeit wird „Nie GZelZlMt", eine Bear«
beitung aus dem Französischen, bezeichnet,
während als Verfasser derselben sich ihr
Sohn Julius nennt. Einige von ihren
frĂĽheren dramatischen Arbeiten sind in
das bei WalliSH ausser und jetzt bei
Klemm in Wien erscheinende „Wiener
Theater«Repertoir" aufgenommen, und
zwar: „Nie Obsthandkrin de3 Aäpigü"; —
„Onkel Gum"; — „Jin Narte"; — „Oin
weiblicher Mantc-OhriZto"; — „Nie Armen
und die Glennen"; — „Nie Verlassenen". An
alle diese Arbeiten darf man nicht den
MaĂźstab einer strengen, ĂĽberhaupt einer
Kritik anlegen, und muĂź nur stets im
Auge behalten, daĂź sie dabei nicht
kĂĽnstlerische Zwecke verfolgte, sondern
daĂź sie, ein Weib, einst wohlhabend und
ohne ihre Schuld verarmt, nach schweren
Erlebnissen und den bittersten Ersah mn»
gen, nach Lebenslagen, die ein Weib nur
in den seltensten Fällen zu ertragen
vermag, nicht von innerem Schaffens-
dränge auf das schriftstellerische Gebiet
getrieben worden, sondern diesen Weg, als den im Hinblick auf ihre frĂĽheren
Verhältnisse am wenigsten demüthigen-
den, eingeschlagen hatte, um sich noth.
dĂĽrftig den Lebensunterhalt zu verdienen.
— Ihr Sohn Julius betritt den Weg,
den die Mutter eingeschlagen, und ver>
sorgt das Theater an der Wien mit
Spectakel« und Ausstattungsstücken, wie
folgt: „Ner Spinn uon Aspern. VlllksZtück."
(13. Juli 1863); — „Zlurmll's GeheimmsZ.
OlmaktergemMe" (27. August 1863), bei
welcher Gelegenheit mit dem elektri«
schen Apparate des Professors Dubosq
in Wien zum ersten Male die Geister«
erscheinungen (Iss spsotrOg) dargestellt
wurden; — „Nie Belagerung van Men Zuuo
1685. VMZMck" (14. August 1864)
u. s. w.
Wiener Zeitung (gr. 4«) 1863, Nr. 133. —
Blät ter für literarische Unterhaltung (Leip<
zig, Brockhaus, 4°.) 5845. S. 339. — Frem<
den »Blatt von Guft. Heine (Wien, 4<>.)
1863, Nr. 182 u. 18t lin den Notizen ĂĽber
Theater, Kunst u. s. w.^. — Frankl (2. A.),
Sonntagsblätter (Wien, gr. 8«) IV. Jahrg.
(1343), S. 781.
AuĂźer den bisher angefĂĽhrten Personen des Na-
mens Megerle von MĂĽhl fe ld sind noch
von dieser Familie und andere des Namens
Meger le bemerkenswerth: 1. Tlbraham
Megcrle (geb. zu Wasserburg 3. Februar
1607. gest. zu Alt.Oetting 20. Mai 1680)
ein berĂĽhmter Musicus seiner Zeit. ĂĽber der
wir die ersten ausführl ichen und zuver»
lässigen Nachrichten dem Gelehrten Kara
janin dem weiter unten benannten Werke ver-
danken. Abraham war ein Oheim des be>
rĂĽhmten Johann Ulrich Megerle, des
unter dem Klosternamen Abraham 2,82.2ota
Olg.i'k vielgenannten Homileten ss. d. Nr. 3).
Zehn Jahre alt, verlieĂź Abraham Megerle
sein Vaterhaus und ging nach Tirol, um in
Innsbruck zu studiren. Daselbst kam er in die
Capelle der Erzherzogin Anna Kathar ina,
zweiten Gcmalin Erzherzog Ferdinand's I I .
von Tirol. Er bildete sich zum tĂĽchtigen Musi-
cus aus, wurde im Jahre 162t der Hofmusik
des Erzherzogs Leopold einverleibt, in des»
sen Diensten er bis 1632 verblieb. Nun er<
theilte er einige Jahre mehreren Klosterfrauen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon