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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Volume 17
Page - 266 -
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Page - 266 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Volume 17

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Meggenhoffen 266 Meggenhoffen M. zu jenen seltenm Erscheinungen, welche den wahren Adel der Menschheit bilden. Weit entfernt, sich selbst für fehlerlos zu halten, war er, wenn er einen solchen an stch gewahr wurde, auf das Eifrigste bemüht, ihn abzustellen. Fremdes Unrecht, wenn auch an ihm verübt, ertrug er mit Mäßigung, weniger sich, als jene bedauernd, die es begingen. Der Glaube an Gott und Unsterblichkeit waren die Grundpfeiler seines Denkens, auf die er sich in den Wechselfällen seines kurzen aber bewegten Lebens im Handeln und im Leiden unwandelbar stützte. Es war eine schöne Zeit, als das so oft übel« beleumundete Oesterreich solchen Männern nicht nur Unterkunft, sondern Amt und Würde gab, und dazu ein Amt, in wel« chem für künftige Generationen der Samen des Segens gestreut werden konnte. Schlicbtegroll (Friedrich). Nekrolog auf daS Jahr 1790. Enthaltend Nachrichten von dem Leben merkwürdiger, in diesem Jahre verstor« bener Personen (Gotha, Just. Perthes. kl. 8«.) Bd. I I , S. 279; — derselbe auf d.as Jahr t79l. Bd. I I , S.380. - Zu Megge,chassen'5 Charakteristik als Iüuminat. I n dem Revers mit den 26 Fragepuncten, welche Meggen« hoffen zu beantworten erhielt, wie dieß in der obigen Lebensskizze bemerkt worden, schreibt M. unter anderem: „Der Orden machte sich zu meinem Schutz und Beistand, zur Erwei« terung und Erleichterung meiner Kenntnisse, zur Erhöhung meiner moralischen Gefühle und folglich zu der daraus für mich resultirenden Glückseligkeit gegen mich verbindlich. Er er« laubte sich in Bestrafung der ungetreuen Mit» glieder gar keiner äußeren Gewalt. Meine Pflichten als Minerva! (im ersten Grade) liefen auf moralische und scientifische Zwecke hinaus. Ich mußte vorgeschriebene Bücher lesen; diese waren Antonin, Epiktet. Plutarch, Abt, Meiners und überhaupt die alten CIas< Uer; das Gelesene notiren, mich zu einem Studienfach bekennen, in solchem von Zeit zu Zeit Beweise meiner Arbeitsamkeit geben und mich hierdurch im Vortrage üben. Vorzüglich wurde mir aufgetragen, alles zur Aufnahme gelehrter Akademien und der Schulen beizu« tragen, die Wichten meines Standes, die der Orden als die ersten Pflichten erklärt, genau zu erfüllen, mich eines untadelhaften Rufes zu befleißen, Beweise von Mäßigkeit. Selbst, beherrschung. von Friedfertigkeit und Wohl» wollen zu geben. Auch wurde Hochachtung für das Alter und für die hohen Stände des Staates empfohlen. — An Geld habe ich weder bei meiner Aufnahme, noch auch mo» natlich etwas beigetragen. Der Endzweck von allem schien mir zu sein. die Moral in'S prak. tische Leben einzuführen, den Gliedern mehrere Beweggründe zur Erfüllung ihrer sowohl all« gemeinen Pflichten, die ihnen als Menschen, als auch der besonderen, die ihnen als Chri< sten und Bürgern obliegen, zu verschaffen, und hierdurch die Ausübung derselben zu er- leichtern und die Verletzung zu erschweren; eine continuirliche wissenschaftliche Akademie herzustellen, in der keine Kenntniß verloren gehen kann. worin die Nachkommenschaft ge» schehene Arbeit findet, die Früchte der Vor« arbeiter genießt, nicht in diesem oder jenem scientifischen Fache neu anfangen darf, sondern fortfahren kann, wo es die Vorfahren gelassen haben. Das Geheimhalten schien nöthig, nicht, weil man etwas zu fürchten hatte, sondern um ruhiger, und weil das Verborgene größe» ren Reiz für die Menschen hat, eifriger die übrigen Zwecke verfolgen zu können, auch deß» wegen, um die weite Kluft auszufüllen, die zwischen den verschiedenen Ständen des Staa» tes sich in jeder öffentlichen Gesellschaft befin- det. Der Einfluß des Ordens auf daS Ganze schien mir in nichts minderem zu bestehen, als meinem Vaterlande und jedem Staate auf« geklärte und brave Bürger zu verschaffen, und so Staaten zu Staaten addirt, ein besseres Menschengeschlecht in der Welt herzustellen." Aus einem Briefe, den ein Bekannter Meg» genhoffe n's an Schl ichtegrol l schrieb, können folgende Züae zu Megg enh offen's Denkungsart entnommen werden. „Meggen» hoffen", heißt es in diesem Briefe, „sprach einige Jahre vor seinem Tode öfters vom Ehestande, und war auch gesinnt, sobald er durch den Tod seines Vaters Gutsbesitzer würde, stch zu verehelichen. Weil er aber keine Person fand, die er ganz für sich passend hielt, so entschloß er sich in seinem letzten Jahre, unverehelicht zu bleiben, sobald er den Besitz seines Gutes Tiefenbach antreten würde, ganz für seine Unterthanen zu leben und diese sowohl durch zweckmäßigen Unterricht über
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Volume 17
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Maroevic-Meszlenn
Volume
17
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1867
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
506
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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