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Mehoffcr 274 Mehoffer
Vorigen^. Besuchte die Schulen in Lem-
berg und trat im Jahre i834. 18 Jahre
alt, als Cadet in das Infanterie-Regi-
ment MazzuckeNi Nr. 10. in welchem
er im Jahre 1842 zum Ofsicier befördert
wurde. Aus demselben wurde er als
Oberlieutenant in das 18. Infanterie-
Regiment, damals Reifinger, jetzt Groß-
fürst Constautin, lind im September 1848
in gleicher Eigenschaft in das 14. Gen-
darmerie.Regiment übersetzt, in welchem
er bereits nach Jahresfrist, nachdem er
nur zehn Monate Rittmeister gewesen,
zum Major befördert und als solcher in
das 3. Gendarmerie-Regiment eingetheilt
wurde. Von der Gendarmerie kam M
im Jahre 1833 in gleicher Eigenschaft zu
Kinsky°, im Jahre 1833 als Oberstlieute-
ncmt zu C'rzh. Sigmund-Infanierie und
wurde im Juli 1839 Oberst und Com-
mandant des 37. Iufcmterie-Regiments,
aus welchem er im Mai 1861 in gleicher
Eigenschaft in das Infanterieregiment
Nr. 2l1 Kronprinz von Preußen übersetzt
wurde. In einer im Ganzen 27 Jahre
umfassenden Dienstzeit, uon welcher acht
volle Jahre auf den Caoetendienst ent-
fallen, hat also M. in der Verhältniß-
mäßig kurzen Zeit von 18 Jahren eine
ungewöhnlick -rasche Laufbahn zurückge-
legt, da er im Alter von erst 43 Jahren
bereits Oberst und Regimentscomman-
dant war, eine Laufbahn, die er vornehm-
lich seiner Geschicklichkeit, Energie und
Tapferkeit verdankte. Schon als Cadet
stand er beim Generalstabe in Verwen«
düng, als Ossicier that er Adjutanten»
dienste und im Sommer 1849 war er
beim Militär-Gouvernement in Mailand
zugetheilt. Die Feldzüge 1848 und 1849
focht M. in Italien mit und wohnte den
-Gefechten und Schlachten bei Santa
Lucia, Montanara, Curtatone, Somma
Campagna, Custozza, Lodi und Mailand, dann bei Mortara und Novara und spä.
ter in Ungarn bei Komorn bei. Beim
Ausbruche der Revolution in Mailand er.
hielt er eine leichte Kopfwunde, bei Santa
Lucia einen Prellschuß am linken Fuß.
knochel, vor Komorn, am4. Auguß 1849,
einen Flintenschuß an der rechten Hand,
in Folge dessen ihm ein paar Finger der»
selben abgenommen werden mußten. Im
Feldzuge 1839 focht M. in der Schlacht
bei Magenta, und wurde für sein ausge.
zeichnetes Verhalten am 27. Juni g. I .
mit dem Orden der eisernen Krone dritter
Classe ausgezeichnet. Nach der Schlacht
von Novara ward er mit einer geheimen
Sendung nach Gaöta betraut; vor Aus>
bruch des Feldzuges 1839 aber mit einer
militärischen Sendung nach Piemont, spä-
ter nach Mittelitalien und zuletzt nach
Frankreich beauftragt. M. war ein
Stabsofficier von ungewöhnlichen Talen»
ten und von einer im strengen Dienste von
der Pike auf erworbenen Verwendbarkeit,
wie sie nicht täglich vorkommt. Er hat
sich durch seine eigene ausgezeichnete Thä-
tigkeit in rascher Folge emporgeschwungen
und hätte gewiß, wenn nicht ein vor-
schneller Tod ihn mitten in seiner rühm»
lichen Laufbahn ereilt hätte, noch viel
Verdienstliches geleistet. Mehoffer wird
in den Nekrologen, die nach seinem Tode
erschienen sind, Ri tt er von Mehoffer
genannt. Er war es nicht, sondern ein«
fach Joseph von Mehoffer. Der
Orden der eisernen Krone dritter Classe
gab ihm wohl das Recht, sich um den
Ritterstand zu bewerben, den er statuten«
mäßig auch erlangt hätte, aber in den
Acten ist eine solche Bewerbung und
eine Verleihung des Nitterstandes nicht
vorhanden.
Mi l i tä r -Ze i tung , herausg. von I . Hirten»
feld (Wien. gr. 4".) XIV. Jahrg. (!86Y,
S. 773.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon