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Meidinger 276 Meidinger
„Des deutschen Reichs Münzarchiv",
9 Bde. (Nürnberg 1756-1768, Fol.).
enthalten. Noch wichtiger, namentlich in
Hinblick auf die Industrie und Fabrica»
tion, sind mehrere der vielen von M. ge<
machten Entdeckungen und Erfindungen,
u. z.: „Ueber die Kraft des elektrischen
Feuers in Absicht auf die Metalle und
Mineralien", worüber die k. k. Real»
zeitung 1773. 46. Stück, nähere Nach-
richten enthalt; — „Ueber die zweikolbig-
cylinderischen Ladstöcke für Schießgewehre,
zu geschwinderem Laden und Weiter«
schießen"; — „Ueber Wafferpfannen, die
das Pulver stets trocken und geschützt vor
Regen und Feuchtigkeit erhalten", wor-
über auch Näheres die obenerwähnte
Realzeitung 1773,36. Stück, mittheilt; —
„Reine Verzinnung ohne Bleizusatz, ohne
Salmiak und ohne andere der Gesund»
heit schädliche Beimischung eines giftigen
Minerals", welche gleichfalls in der
Realzeitung 1773, 44. Stück, erörtert
wird. Diese letztere Erfindung ist in der
That eine der wichtigsten, einflußreichsten
und vom sanitären Gesichtspuncte be»
deutsamsten. Die dadurch erzielte Ver>
besserung der Kochgefäße und Tafelge«
schirre machte im Auslande selbst großes
Aufsehen. Der schwedische Arzt Dr.
Murray bezeichnet Meidinger's Er»
sindungen in dieser Richtung als das
merkwürdigste und nützlichste, was er auf
seiner Reise durch Frankreich, Italien
und Deutschland gesehen, und weiß na-
mentlich eine von M. erfundene Compo-
sition, die er feines „Stahlzinn" nannte,
nicht genug zu rühmen. I n Anerkennung
seiner Verdienste wurde M. von der Kai<
serinMaria Theresia imIahre 1774
m den Freiherrnstand mit dem Prädicate
zu Meidinger und Lauterbach er«
hoben. Auch war Meidinger Ehren«
Mitglied der churbayerischen Akademie der Wissenschaften. Auf dem von dem
Vater vorgezeichneten Pfade fortschrei«
tend, hat sich
auch sein Sohn Kar l ^siehe
den Folgenden^ als Naturforscher in
mehreren Richtungen hervorgethan.
Freiherrnstands<D iplom vom 16. März
1774. — Meusel (Johann Georg), Lexikon
der vom Jahre 1730 bis 1800 verstorbenen
teutschen Schriftsteller (Leipzig 1806 , Gerh.
Fleischer d. Jüngere. 8».) Bd. IX, S. 2l. —
(De 3 uca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Ver»
such (Wien 1776, Ghelen'sche Schriften, 8«.)
I.Bandes 1. Stück, S. 320. — Oesterrei.
chische Nat ional .Encyklopädie von
Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8".)
Bd. I I I , S. 629 ^daselbst heißt sein Prädicat
Meidingen'Lauterbach, was irrig ist,
denn es heißt: zu Meidinger und Lauter»
bach). — Poggendorff ( I . C.). Biogra-
phisch'litcrarisches Handwörterbuch zur Ge-
schichte der exacten Wissenschaften (Leipzig
l8ä9. Ioh. Ambr. Barch. gr. 8".) Bd. I I ,
Sv. 101. — Wappen. Der Länge nach in
drei gleiche Theile und durch die Mitte quer-
getheiltcr Schild mit Herzschild. Hcrzschild:
in Gold ein doppelter schwarzer Adler mit
ausgebreiteten Flügeln, ausgeschlagener rother
Zunge und von sich gestreckten Fängen. Haupt-
schild 1 und 6: in Schwarz über zweien auf
einem grünen Grunde liegenden Vergstufen
ein aufrechtstehender goldener Greif mit einer
goldenen Münze in der vorderen rechten
Klaue; 2: in Noth zwei abwcirtsgekehrte sil«
berne Gcmshörner; 3 und 4.- in Blau auf
grünem Rasen ein goldener Baum; l>: in
Noth cine große goldene Medaille. Auf dem
Hauptschilde ruht die Freihcrrnkrone, auf wel«
cher sich drei gekrönte Turnierhelme erheben.
Aus der Krone des rechten nach innen ge<
stellten Helms wächst zwischen zwei mit den
Spitzen nach auswärts gebogenen silbernen
Gemshörnern der goldene Baum von 3 u. 4;
auf der Krone des mittleren Helms erhebt
sich der schwarze Doppeladler des Herzschildes,
und auf der Krone des linken nach innen
gekehrten Helms erhebt sich zwischen zwei mit
den Sachsen nach innen gekehrten Adlerftü«
geln, deren jeder oben mit einer Goldmünze
belegt ist. der vordere Theil des goldenen
Greifes von 1 und 6. Die Helmdecken des
vorderen Helms sind blau. jene des mittleren
und hinteren schwarz, alle mit Gold belegt.
Die Schildhalter sind zwei wilde Männer,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon