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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Volume 17
Page - 293 -
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Page - 293 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Volume 17

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Meißner 293 Meißner das von ihm im Drucke erschienene Werk in Oesterreich nie die Druckerlaubniß, auch für das Ausland nicht, erhalten haben würde. I n jenen bewegten Tagen wurde Meißner in den böhmischen Nationalausschuß gewählt, auf welchen Platz er aber bereits im Mai d. I . verzichtete und sich nach Frankfurt am Main begab. Dort warf er sich ganz in publici stifte Thätigkeit, stand in engen persönlichen Beziehungen zur demokrati- schen Partei, dem Clubb der sogenannten äußersten Linken, bis daS große parla» mentarische, mit so mächtigen Hoffnungen von allen Gebildeten gezimmerte Ge» bäude wegen Uneinigkeit in seinem Schooße und Hinausschießen über das zu erstrebende Ziel in sich zusammenbrach. Meißner kehrte nun wieder in die Heimat zurück. Dort machte er sich an die Verarbeitung der in seinem ersten Pariser Aufenthalte, dem noch ein zweiter zu Weihnachten 1848 gefolgt war, empfangenen Eindrücke, und es erschienen seine „revolutionären Studien aus Paris" und das kleine komische Epos: „Der Sohn des Ata Troll". Der Umschwung der politischen Verhältnisse, welcher den Stürmen der Iah^e !848 und 1849 gefolgt war, und in allen Hoffenden auch die kleinsten Keime eines Besserwerdens geknickt hatte, blieb auch auf Meißner's Schaffen nicht ohne nachhaltige Wirkung, Mit lyrischen Be- kehrungsversuchen und begeisterten Con- fesfionen in Reimen auf die Welt zu wirken, hatte er aufgegeben, und alle wahre Poesie als einen Spiegel auffas- send, in welchen das Bild der Welt mit vertieften Farben fällt, ließ er seinen früher so feurig überströmenden Enthu> siasmus in sich zu einem nachhaltigen und in Zaum gehaltenen Feuer abklären. Oertliche Veränderung that zu diesem Umschwünge seines Geistes das Ihrige hinzu. Er begab sich im Jahre 1880 auf einige Zeit nach London, wo er im Hause des Lord Rüssel, mit deffen Neffen er befreundet war, lebte. Dort zu objectivem Schaffen sich sammelnd, dich« tete er sein Drama: „Das Weib des NriaS". Weit entfernt, den biblischen Stoff in einem conventionellen Style zu behandeln, unternahm er es, den heiligen König David von den später aufgetra« genen Lasuren der Zusammmsteller des alten Testaments reinigend <?), in ganz menschlicher Weise darzustellen. Diese profane Behandlung des Stoffes wurde jedoch von tüchtigeren Bibelkennern, als Meißner einer ist, sehr übel auf- genommen, wie es hinwieder auch nicht an anerkennenden Stimmen fehlte. Hein« rich Heine, freilich in biblischen Sachen kein Gewährsmann, erwähnt dieses Dra« ma's in der Vorrede seiner „^IIsinaFns") und es mit Hebbel's „Judith" zu- sammenstellend, that er den in Meiß» ner's Biographien oft citirten Aus- spruch, worin er Meißner als prsLoinptil äo la ^loiro äs Iokillsr" bezeichnet. Julian Schmidt, kühler urtheilend als Heine, findet im Weib des Nriaö" einen Fortschritt über den „N^ka" hinaus. Daß ein Stück, wie das Weib des Urias, unter den bestehenden Bühnenverhältni fsen nicht zur Ausführung gelangen konnte, begreift sich leicht. Dem genannten Drama folgte bald -das zweite: „Neginald Armstrong, oder die Welt des Geldes", das er wahrend einer Sommerfrische des Jahres 4831 am Gmundnersee gedichtet. Dieses Stück, deffen Wirksamkeit zunächst an die Tüchtigkeit eineS Darstellers gebun» den ist, hatte einen wechselnden Erfolg. Während es in Prag, wo Friedrich Haase die Rolle des Glendower in
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Volume 17
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Maroevic-Meszlenn
Volume
17
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1867
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
506
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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