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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Volume 17
Page - 295 -
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Page - 295 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Volume 17

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kleißner 298 Meißner Romankoloß zusammenzukitten, und wäh> rend er ein Kunstwerk zu schaffen di< Absicht hatte, nur ein Pamphlet in du beliebtere Form eines Romans brachte Ja, in einer der darin gezeichneten Iour nalistengestalten soll eben derselbe Mann, der, als Meißner seinen „2i2ka" hatte erscheinen lassen, am meisten zu des Dichters Lob und Preis in die Posaune gestoßen und für seinen Ruhm thätig gewesen, in ganz entstellter Weise förmlich verhöhnt sein! — Von den Feinden Oesterreichs wurde dieser Roman für eine heroische That bezeichnet, und gewiß ist es kein geringes Zeichen der Zeit, daß, während die Verhandlungen über den Ausgleich mit Ungarn in der Luft hingen, dieses Romanmonstrum in einer ungarischen Uebersetzung erschien, eine Auszeichnung, welche die stolze ungarische Nation bisher wenig deutschen Romanen hat zu Theil werden lassen. Aber der ungarische Ueberseher hat sich doch gescheut, seinen Namen zu nennen. „Schwarzgelb" hielt den so eigenthümlich erworbenen Ruhm des Dichters wieder für einige Zeit über dem Waffer. Was die örtlichen Beziehungen des Dichters betrifft, so lebte er seit 1830 den Winter über meist in Prag, im Sommer trieb es ihn bei seiner stets regen Wanderlust auf Reisen, entweder in die Ferne oder in die herrlichen Gebirgsgegenden Salz» burgs, Tirols und der Schweiz. Im Jahre 4837 war es ihm gegönnt, längere Zeit in Weimar zu verweilen, an daS ihn Franz Liszt und dessen geistvolle Freundin, die Fürstin Witgenstein, fesselten. Im nämlichen Jahre wurde er auch auf einer Reise durch Italien dem Herzog Ernst von Coburg bekannt, der bei seinem Interesse für deutsche Schriftsteller dem Dichter zu wiederhol- ten Malen Gastfreiheit in seinem Hause bot und ihn auch im Jahre 1860 mit seinem Orden auszeichnete. Ununterbro» chen literarisch thätig, veröffentlichte M. in den letzten Jahren größere und kleinere Arbeiten in den besten deutschen Unter« haltungs.Zeitschriften, und zwar in der Ianke'schen „Deutschen Roman »Zei« tung" einen Roman: „Lemberger und Sohn", der dann auch im nämlichen Verlage selbstständig erschienen ist; meh» rere kleinere Novellen und touristische Skizzen seiner Reisen in Wester mann's „Monatschrift", in der „Freya" und in der „Gartenlaube". Seine neueste That ist der Roman „Babel", der in Nr. 42 des vierten Jahrganges derIank e'schen „Roman-Zeitung" anhebt, und in der Tendenz, Form, Charakteristik und Si- tuation sich an den oberwähnten Roman „Schwarzgelb" anschließt, welch letzterer aber doch den Reiz der Neuheit vor ihm voraus hat, denn darin kommen nicht nur dieselben Gestalten vor, wie in „Schwarzgelb", sondern dieselben haben manchmal gar die nämlichen Er- lebnisse. Was seine Charakteristik als Mensch. Dichter und Schriftsteller betrifft, o wird bezüglich der beiden letzteren Momente auf die weiter unten folgenden Aussprüche der Fachkritik hingewiesen. Sonst rühmt eine erst jüngst erschie« nene, von einer dem Dichter sehr be- freundeten Dame. die selbst Dichterin ist, verfaßte Zebensfkizze an M. ganz beson» ders die Ueberzeugungstreue, die durch sein ganzes Leben geht, daneben das rastlose Streben und Ringen einer echten Künstlernatur nach der Lösung immer neuer Aufgaben, nach immer größerer Vervollkommnung, den Ernst des Schaf» fens, den er sich bewahrt, die Höhe des Ideals, zu der er klimmt. Es gibt für ihn kein bequemes Ruhen auf deicht errungenen Forbern, kein Sich«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Volume 17
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Maroevic-Meszlenn
Volume
17
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1867
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
506
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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