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Mcirner 322 Melas
IV. Zur Charakteristik Meiruer's als Schau-
spieler. Das Bezeichnendste in dieser Hinsicht
ist eine Parallele Meirner's mit Beck-
mann. welche das „Humorisiische Jahrbuch"
von Geiger enthält und folgendermaßen
lautet: „Wenn Beckmann, der Komiker,
von des heiteren Gottes Gnaden ist, so ist
Meixner, der Satyriker, von des Geistes
Gnaden Seine Komik hat ihren Hauptsitz im
Kopf. Nenn B c ckm
ann zum Vublicnm sagt:
„Tu sollst lachen, aber ohne zu wissen, wa«
rum und über was." so sagt Meirner zu
ihm: „Du sollst lachen, aber als raisonnables
Geschöpf des raisonnirenden neunzehnten
Jahrhunderts schickt es sich für dich, daß du
auch wissest, über was du lachst". Wenn die
Komik Be ckman n's die Komik aller Zeiten
ist, so ist Meirner der echte Sohn der Zeit,
der rastlos grübelnden, zweifelnden, forschen-
den Zeit. Er ist Tendenzkomiker, und er wird
darmn die Gestalten, die speciell in der Zeit
wurzeln, viel wahrer und
charakteristischer zur
Anschauung bringen, als sein älterer College.
In allen modernen Gesellschaftskomödien ist
Meirner darum sicher besser am Platze, als
Beckttiann, der die allgemein menschlich
komischen Typen zu erreichbar darstellt, den
Typen deS Iahrzehends aber ihre prägnante
Physiognomie nicht zu geben vermag. Man
lacht immer über Beckmann, aber nicht
immer über das, was er darstellt, weil er es
oft gar nicht darstellt; wenn man aber über
Meirner lacht, so lacht man nicht über ihn
persönlich, sondern über die Gestalt, die er
geschaffen. Man hat Meirner oft vorge»
worfen, daß er in Episodenrollen zu vordring»
lich sei, daß er sich zu stark in die erste Reihe
schiebt. Tas ist richtig und unrichtig. Seine
Gestalten drängt er vielleicht nach vorwärts,
er selbst verschwindet hinter ihnen. Schon in
der Aeußerlichkeit charakterisirt sich das. Man
wird Beckmann in jeder MaSke erkennen.
Meirner hat derartige Masken, daß daS
Publicum bei seinem Erscheinen oft fragt:
„Wer ist daS?"
Außer dem Bildhauer IohannMei rner und
dem k. k. Hofschauspieler Kar l Wi lhelm
Meirner ist noch bemerkenswerth: Max ,
auch Max Emanuel Meirner (geb. zu
Znaim in Mähren 3l. Juli 1726, Todesjahr
unbekannt), dieser bekleidete im Iahre-1766
die Stelle eines Registrators bei der k. k. oder»
österreichischen Landeshauptmannschaft in Linz.
Auf diesem Posten entwickelte er eine ganz
energische Thätigkeit, und seine Kenntnisse im Archiv fache forderten ihn wesentlich bei der
Einrichtung der Registratur, die als muster»
haft galt. Seit dem Jahre 1766 gab er halb«
jährige Ertratte der obderennsischen Landes«
gssetze heraus, von denen er zuletzt ein
Sammlung unter dem Titel: „O
tuum aller vom Anfang des 1764 Jahrs bis
incl. 1771 im Erzherzogrhume Oesterreich ob
der Enns ergangenen . . . Patenten und Cir«
cularien" (Linz 1772, I . M. Feichtinger's
Witwe, Fol.) veröffentlichte, l^(De Luca)
Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien
1776, Ghelen'sche Schriften, 8".) i. Bandes
1. Stück, S. 340. — Meusel (Ioh. Georg),
Lerikon der vom Jahre 1730 bis 1800 verstor«
benen teutschen Schriftsteller (Leipzig 1808,
Gerh. Fleischer, 8«.) Bd. IX, S. 63.)
Meixner, siehe: Maixner, Peter
sBd. XVI, S. 320^j. Nachtrag. Der
Maler Peter Mairner ist zu Horzitz
unweit der Bistritz im Gitschiner Kreise
Böhmens im Jahre 4832 geboren. M.
hat nicht nur, wie schon in seiner Bio-
graphie bemerkt ist, Wien und daselbst
die größeren Gallerien zum Behufe seiner
Studien besucht, sondern in den I . 4862
und 1863 auch Reisen nach Rom gemacht,
wo er seine Kunststudien vollendete.
Mcjer und Mejr, siehe: Meßer.
Vergleiche übrigens die Bemerkung bei
dem Namen Mai er, im XVI. Bande,
S. 289.
,^ Michael Freiherr von (k. k.
General der Cavallerie und Com-
mandeur des Maria Therefim-Ordens.
geb. zu Schäßburg in Siebenbürgen
im Jahre 1738, gest. zu El verein itz in
Böhmen 31. Mai 1806). Ueber Geburts-
ort und Jahr des Freiherm von Melas
sind die Angaben verschieden, nach Einigen
ist er in Siebenbürgen zu Schäßburg.
nach Anderen in Mähren geboren. Be«
züglich des Geburtsjahres schwanken die
Angaben zwischen 1730 und 1741, und
selbst sein Todesjahr wird bald auf 1806
und wieder auf 1807 angesetzt. Ein
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon