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Melnitzky 334 Melnitzky
daĂź er sich nicht mit dem Besuche der
Realschule, die als ErforderniĂź fĂĽr die
Aufnahme vorgeschrieben war, ausweisen
konnte. Ein dreimaliges Gesuch — ohne
RĂĽcksicht auf die ausgesprochene, durch
seine bereits geleisteten Arbeiten bewiesene
Befähigung — wurde jedesmal abgewie-
sen. Indessen gelang es ihm, in das Ate>
lier des DirectorS Klieber sBd. XII,
S. 92 j^ zu kommen, und dort bei groĂźen
Arbeiten verwendet, fand er während
zwei Jahren, die er daselbst beschäftigt
war, Gelegenheit, sich zu vervollkomm-
nen. Ein von ihm fĂĽr die mue Kirche in
der Iagerzeile in Marmor vollendetes
Basrelief verschaffte ihm 'endlich die
ErlaubniĂź, die kais. Akademie der KĂĽnste
besuchen zu dĂĽrfen. Dort arbeitete nun
M. mit allem FleiĂźe und mit rastloser
Ausdauer. Auch gelang eS ihm, binnen
kurzer Zeit zwei Preise zu erwerben. Zu
gleicher Zeit fand er im Atelier des Bild-
Hauers HannS Gasser M . V, S. 92^>
hinreichende Beschäftigung für sein Fort»
kommen. Im Jahre 1831 unternahm er
eine Reise durch Deutschland und besuchte
mehrere Städte, die ihm durch ihre Bild-
Hauer« und sonstigenMonumentalarbeiten
Gelegenheit zu Studien fĂĽr seine Kunst
boten. Endlich sollte sich sein sehnlichster
Wunsch, eine Reise nach Italien, erfĂĽllen,
auch hatte er bereits den Paß gelöst, als
sich knapp vor der Abceise die Bestellun-
gen von verschiedenen Seiten in solcher
Weise mehrten, daĂź er vorderhand die
Reise aufzugeben genöthigt ward und
leider bisher nicht wieder die Zeit gefun-
den hat, diesen seinen Lieblingswunsch
zu verwirklichen. Die zahlreichen ihm
übertragenen Arbeiten ermöglichten ihm
aber die Eröffnung eineS eigenen Ate»
liers, in welchem er bis zur Gegenwart
mit der Ausführung von Privataufträgen
und nicht minder von monumentalen Bildnereien für das neue Wien ununter»
brochen beschäftigt ist. Melnitzky's vor«
züglichste Werke sind: „Ner lehrende OhriZtus",
fĂĽr die Schule auf dem Rennwege,
7 Schuh hohe Statue; — „Nie NunZr",
— „Nie MsseitSchlltt", — „Ner Handel",
— „Nie Industrie", vier allegorische Figu«
ren, jede 7 Schuh hoch, aus Sandstein,
für die Realschule auf der Wieden; — die
Heiligenstatuen: „Veapuld", — „Andreas",
— „Kaspar", — „Stephan", — „Nmliara"
und „Franriscus", für die Giebel der St.
Stephanskirche, jede 3 Schuh hoch. aus
Sandstein; — „Mer Kindergrnppen", jede
3 Schuh hoch, aus Zink, für die Karo«
linenbrücke; — „Zehn Basreliefs", theils
aus Holz, theils aus Gyps, fĂĽr die innere
Dekoration des FĂĽrst Kinsky'schen
Palais auf der Freiung; — „St. Nar-
bara", — „St. Johannes", — „Amei Ongel"
und ein „OhristuL am Kreuze", sämmtliche
Figuren aus Birnbaumholz, fĂĽr die
Kirche des kaiserlichen Arsenals; — die
zwölf Schuh hohe Figurengruppe für
das neue BĂĽrgerversorgungshaus in der
Währingerstraße; — ferner sieben Altar-
figuren aus Sandstein für die Haus»
capelle daselbst; —die „Karyatiden", aus
Wolersdorferstein, fĂĽr das Liebich'sche
Haus auf dem Graben, und die vier
Figuren auf der Attika ebenda, aus
Sandstein; — „Gruppe van drei Spielenden
Kindern", fĂĽr den Springbrunnen im
Augarten zu Brunn; — „Christus mn
Kreuze, umgeben nun dem h. Inhannes, nun
Maria und Magdalena", Basrelief aus cal>
rarischem Marmor, fĂĽr ein Grabdenkmal
auf dem Währinger Friedhofe; — drei
Basreliefs aus Gyps fĂĽr den Sitzungs-
saal des Börsengebaudes auf der Frei»
ung; ein Basrelief aus Bimbaumholz,
„Äie Gründung der Vank" vorstellend, und
zwei freistehende allegorische Figuren
„Äer Ackerbau" und „Der Nandel", für das
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon