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Mengen 341 Mengen
Mettgen, Wilhelm Freiherr von (k. k.
Feldmarschal l«3 ieutenant und
Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb.
zu Bitze in Hannover um das Jahr
1779. gest. zuPrag 20. October 1837).
Bruder des Kar l Freiherrn von M.
^s. d. Vorigen^; trat. achtzehn Jahre alt.
als Lieutenant in daS Dragoner»Regi<
ment Prinz Coburg. Schon im Feldzuge
des Jahres 1799 gab er solche Proben
von Tapferkeit, daß er im Februar 1800
mit Uebergehung eines Ranges zum
Hauptmann im Infanterie-Regimente
Nr. 33 befördert wurde. Da er aber für
die Reiterwaffe eine besondere Vorliebe
hatte, wurde er bald wieder zur Caval«
lerie übersetzt. Im Jahre 1803 stand er
als Rittmeister bei dem Cavallerie-Regi-
mente Merveldi>Uhlanen, welches damals
im Corps seines Inhabers eingetheilt
war. M. stand mit seiner Schwadron in
Weier, und am 2. November erhielt er
Befehl, mit derselben nach Leoben zu
gehen und die Bewegungen des von
Salzburg heranrückenden Feindes zu
beobachten. Bald aber zurückberufen,
gerieth er, statt zum Hauptcorps der
Unseren zu stoßen, auf den dasselbe
verfolgenden Feind. So gefahrvoll seine
Zage war, so schlug er sich doch mit
seinen Leuten durch den übermächtigen
Feind und gelangte zum Hauptcorps,
als der Feind eben von einer anderen
Seite Anstalten zum Angriffe desselben
machte. Es war am 8. November, die
Nachhut des vom Feldruarschall«3ieute-
nant Grafen Merveldt befehligten
Armeecorps wurde in einem Defiläe an-
gegriffen. Die Lage der Unseren war eine
verzweifelte und wurde es noch mehr,
als die französischen Jäger eine steile
Anhöhe erklommen, von der aus sie ein
verheerendes Feuer auf das im Engwege
aufgestellte dicht zusammengedrängte Centrum Merveldt 's richteten. Das
wohlgenährte- feindliche Feuer brachte
unter unseren Truppen eine allgemeine
Verwirrung hervor. Sie wichen zurück
und der Gegner konnte sich nun auf der
Straße zwischen unserer Haupttruppe
und der Nachhut aufstellen. Von dieser
gefahrvollen Lage der Truppen wurde
der eine Viertelstunde vom Kampfplatze
befindliche General durch Mengen in
Kenntniß geseht. Zugleich erbat er sich
die Erlaubniß, die feindliche Abtheilung,
die sich als Keil zwischen unseren Trup.
pen aufgestellt hatte, angreifen zu dürfen.
Für einen Cavallerieangriff taugte das
Terrain durchaus nicht. M. stieg sonach
vom Pferde, sammelte von der Infanterie
ein Häuflein von etwa hundert Frei«
willigen, die entschlossen waren, den ge-
fahrlichen Angriff auf den ungleich star»
keren Gegner zu unternehmen. Mit einer
Bravour ohne Gleichen führte M. diesen
Angriff aus. Die in ihrem Siegesbe'
wußtsein übermüthigen Franzosen blickten
mit Neberraschung und Geringschätzung
auf das winzige Häuflein ihrer Angreifer,
um bald eines Anderen belehrt zu
werden. Mengen warf sich mit solcher
Raschheit und mit solchem Muthe auf
den Feind, daß dieser, seine Vortheil.'
hafte Stellung ganz vergessend, bald
in Unordnung gerieth und die ganze
über dreihundert Mann starke feindliche
Abtheilung, welche eben die Trennung
zwischen unserer Haupttruppe und der
Nachhut bewirkt hatte, sich gefangen
ergeben mußte. Die von den Franzosen
dem Bataillon Deutschmeister bereits ab-
genommenen Kanonen wurden zurück»
erobert und durch diesen mit solchem
Glücke ausgeführten Angriff für die
Arriöregarde so viel Zeit gewonnen, daß
sie sich wieder ordnen und dem Corps
anschließen konnte. M. erhielt für diese
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon