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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Volume 17
Page - 351 -
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Page - 351 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Volume 17

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Mengs 331 Mengs Rom vollendete, ist die berühmte „Uie grnde Magblllenll^ mit einer Pergamentralle in der Hand, über deren Inhalt sie in Nachdenken versunken ist". Dieses Gemälde des 24jährigen Künstlers fand in Rom sol chen Beifall, daß er sofort zum Mitgliede der Akademie von St. Luca — eine Auszeichnung, die nur den verdienstvollsten Künstlern zu Theil zu werden pflegt — ernannt wurde. Durch dieses Bild wurde M. mit mehreren hochgestellten Mannen der Kirche, unter andern mit Cardinal Albani bekannt, der nun bei ihm einen „AhriZtns in der MnZte" als Gegenstück zu Raphael Urbi'no's „Johannes in der Wüste" bestellte. Mengs erlaubte sich bei Ausführung dieses Bildes eine ganz artige List, er malte nämlich das Bild auf einem veralteten Stoffe, der jenem, auf dem Raphael 's Johannes gemalt war, ähnlich war. Nachdem er es voll- endet und dem Cardinal, der den Kunst- ler reich bezahlt hatte, übergeben hatte, that es Mengs mit den Worten: „Nun haben Eure Eminenz mein Glück in Handen", worauf ihm der Künstler seine List mittheilte. Der Cardinal ging auf den harmlosen Scherz ein und legte das Gemälde als einen der Verborgenheit entrissenen Schatz — der alte Stoff, aus dem es gemalt war, bestärkte die Täu- schung — allen Künstlern und Kennern vor. Bat ton i erklärte, der Erste, das Bild für eine Schöpfung Raphael's von Nrbino und mehrere anerkannte Künstler pflichteten ihm bei; wenn es hin» wieder Einige gab. die eS nicht geradezu für ein Werk Raphael's selbst hielten, so bezeichneten sie es doch als aus deffen Schule stammend, und von seiner Hand hie und da an einigen Stellen ganz merk- bar berichtigt und verbessert. Nun wurde die Mystisication gehoben und seit dieser Zeit war MengS' Ruhm in Rom be« gründet, der Papst selbst zeichnete ihn mit dem damals noch in Ehren gehaltenen und nicht kauflichen Orden aus, und er» nannte ihn zu nicht geringem Erstaunen der Italiener zum Professor einer Zeich, nunggschule, welche er eben damals ge- stiftet hatte. Das unter diesen Zwischen, fällen fertig gewordene große Altarbild für die Dresdener Hofkirche konnte in Folge des mittlerweile ausgebrochenen siebenjährigen Krieges und des Einfalles der Preußen in Sachsen auch nicht an seine Bestimmung befördert werden, und da der König außerhalb des deutschen Landes verweilte, wurde die Besoldung von Seite des sächsischen Hofes einge< zogen und M. bezog als Hofmaler kein Gehalt mehr. Um nun den Unterhalt seiner Familie zu sichern, unternahm M. mehrere Arbeiten und versuchte sich zu« nächst in der Frescomalerei. Er vollen» dete die Decke der neuerbauten Kirche deS h. Eusebius der Cölestinermönche, dann ein von der Königin von Neapel, die eine sächsische Prinzessin war. für die Capelle von Caserta bestelltes Altar» gemälde und das Bildniß des Papstes Clemens XIII., der eben den heiligen Stuhl bestiegen hatte. DaS Altargemälde für die Capelle von Caserta überreichte M. persönlich dem Könige Karl I I I . , der damals den Thron von Spanien ererbt hatte und eben im Begriffe stand, sich nach seinem neuen Königreiche zu bege« ben. Das Gemälde fand deS Königs vollen Beifall, und er beauftragte nun den Künstler, das Bildniß seines als König von Neapel zurückbleibenden Soh- nes zu vollenden. Auch dieses gefiel dem Könige und seiner Gernalin sehr, die eS offen aussprach, daß sie sehr bedauere, daß Mengs nicht früher nach Neapel gekommen sei. denn sie hatte gewünscht, hr Bildniß von seiner kunstfertigen Hand
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Volume 17
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Maroevic-Meszlenn
Volume
17
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1867
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
506
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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