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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Volume 17
Page - 353 -
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Page - 353 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Volume 17

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Mengs 383 Mengs Kloster zurückgelassen. Der übrige Theil seiner Familie war ihm nach Madrid vorausgegangen. Drei Jahre war er ferne. gewesen und kam nun mit frischen Kräften zurück, wo er früher schon begonnene Arbeiten fortsetzte und vollen» dete und neue ansing, unter denen besonders hervorzuheben sind: die „Stn- dien nach ben Antiken nun Herrnlannm", die Frescomalereien im Palaste, das Decken- gemälde im Prunksaale, „Nie Vergötterung Grajllns" vorstellend, und das Decken- gemälde im Theatersaale des kön. Luft- schlosses zu Aranjuez. Zwei Jahre bereits arbeitete er an diesen Werken, als seine Gesundheit theils durch diese anstrengende Arbeit, theils auch durch das Klima, das ihm nun einmal nicht zuzusagen schien, wieder angegriffen ward, und sein Leiden so überHand nahm, daß Veränderung der Luft auf das Bäldeste geboten war. Er bat nun zum wiederholten Male den König, nach Italien zurückkehren zu dür- fen, und erhielt endlich auch die Erlaub- niß dazu. Der König bewilligte ihm für seine Person ein Iahresgehalt von 3000 Scudi und noch 4000 zur Ausstattung seiner Töchter, auch ernannte er ihn zum Director der königlichen Malerakademie zu Rom. Mengs aber, in Dankbarkeit für so viel Huld, legte demselben die schöne und reiche Sammlung aller jener Gypsabdrücke zu Füßen, welche er von allen, was er in Italien von der griechi» schen Bildhauerei gefunden, selbst ge- macht hatte. Diese Sammlung war längere Zeit in der Akademie von S. Fernando in einem engen Raume und unter eben nicht vortheilhaftem Lichte aufgestellt. Sie ist aber nicht zu verwech' seln mit einer zweiten, ebenfalls von Mengs herrührenden, welche jetzt in Dresden aufgestellt ist und eine eigene Abtheilung der dortigen herrlichen Museen v.Wurzbach. biogr. Lexikon. XVII. ^Ged bildet. Diese wurde nach Mengs' Tode durch Vermittelung des damals in Rom lebenden Bildhauers Tr ippe l durch Kauf von Sachsen erworben. Sie be- stand zur Zeit der Erwerbung aus nicht weniger denn achthundert und dreißig Statuen, Büsten und Reliefs, und viele dieser Werke sind inzwischen völlig aus dem Handel verschwunden und werden daher in keiner anderen Sammlung mehr augetroffen. Als Mengs im Frühlinge 1777 wieder in Rom eingetroffen war, fehlte ihin die zur Stärkung seiner Ge- sundheit erforderliche Ruhe, denn bald war er mit Aufträgen von den ersten Höfen Europa's überhäuft. „Gine unn PerZeus befreite Andramedü" war das erste nach England bestimmte Werk; der Papst ließ das Bild, um es nach Muße zu betrachten, eigens in seinen Palast brin« gen. Nun begann Mengs einen „Hei« land, umgeben von den Aposteln, vor denen er dem Petrus die Aufsicht über seine Kirchen überträgt". Das große Gemälde war für die St. Peterskirche bestimmt. Bereits hatte er die Skizzen entworfen und schon kostspielige Anstal« ten zu dessen Ausführung getroffen, als ihn das Schicksal mit einem schweren Schlage heimsuchte. Im Jahre 1778 entriß es ihm seine zärtlich geliebte Gat» tin, die ein Muster von Tugend, An» muth und liebevoller Hingebung war, und die ihm zwanzig Kinder geboren hatte, von denen ihn jedoch uur steben überlebten. Dieser Verlust ergriff den Künstler auf das Mächtigste. Wohl ver- minderte sich in Etwas mit der Zeit und unter Arbeit das Leid um die Verbli. chene, aber ganz erholte sich der Künstler nicht wieder. Unter den letzten Arbeiten, die er, von körperlichem und Seelenleid gebeugt, vollendete, sind anzuführen: eine „ArenMnahme", eine Zeichnung in 23
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Volume 17
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Maroevic-Meszlenn
Volume
17
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1867
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
506
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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