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Mengs Mmgs
h. Mllgdlllena" und eine „Geburt Ghristl",
auf Kupfer gemalt. Wie schon bemerkt
worden,' war M. auch auf schriftstelleri-
schem Gebiete für die Kunst thätig, auch
ist der anläßlich seiner Reformversuche
der Madrider Kunstakademie erschienenen
zwei Schriften bereits gedacht worden.
AuĂźer diesen schrieb er noch mehreres
Andere, wie z. B< ĂĽber die Werke Ra>
p hael's, welche sich in Spanien befin-
den; ĂĽber das Leben und die Werke des
Antonio Correggio, einen praktischen
Unterricht aus der Malerei, und ein noch
immer geschätztes Werk sind seine >,Hi-
Seine Werke hat schon sein
erwähnter Freund Azara gesammelt
und unter dem Titel:
666. sos. ^öö^'ea/s Hcv Don
H'^^^T-a«, 2 vol. (karmÄ 1780, Lo-
äoni, Fr. 4".) herausgegeben. Diese und
die Ausgabe von C. Fea mit der Bio-
graphie und dem Bildnisse Mengs'
(Rom 1787, 80. u. 40.) sind sehr ge-
schätzt. Ueberdieß sind davon eine spa-
nische, französische, englische und die
deutsche Uebersetzung unter dem Titel:
„A. R. Mengs' Werke, übersetzt von
G. F. Prange" , 3 Bände (Halle
1786, 80.) erschienen. Viele Gemälde
von Mengs sind von den besten Kupfer-
siechern, u. A. von Carmona, Cu-
nego, Esquire l , Morghen,Zöl l»
ner, gestochen worden. Nagler gibt in
der alphabetischen Ordnung der Stecher
eine Uebersicht von 47 Blättern, die nach
Mengs' Gemälden gestochen worden
sind. Was des KĂĽnstlers Charakteristik als
solchen betrifft, so ist er — das ist ohne
Zweifel — von seiner Zeit ebenso über«
schätzt, als von der spateren und gegen» wärtigen gegen allesFug und Recht herab-
gesetzt und verlästert worden. Azara,
Lanzi,Boni in seinem „ NloFio äel (,'av.
I>0in^60 Latorn",Ram d o hr, Goethe
in seinem „Winckelmann und sein Jahr-
hundert", Watelet, Fernow in sei-
nem „Leben des Asmus Carstens" und
eben dieser in höchst rücksichtsloser Weife,
Domherr Speth in seinem Werke: „Kunst
in Italien", B unsen in seiner „Beschrei«
bung Noms", I . G. v. Quandt.
Dr. F. Kugler. Graf Racziriski
u. A. haben ihr Urtheil über ihn aus«
gesprochen, und Nagler's „Künstler-
Lexikon", Bd. IX, S. 108—416, gibt
eine kleine, aber sehr instructive Blumen»
lese dieser Aussprüche, auf welche hier»
mit hingewiesen wird. Goethe'S und
Kugler'S Urtheile sind wieder Belege,
wie das wahre Genie und echtes
Kunstwiffen nie aus dem Geleise
der Objektivität treten. Schließlich sei
noch bemerkt, daĂź Mengs zahlreiche
SchĂĽler gebildet hat, unter denen Gui>
bal, Knoller Dd. XI I , S. 161^,
Maroa sS. 5 dieses Bos.^. Unter-
berger, in Spanien aber Bayen,
Mael la, Ferro, Ramos und Augu-
stin besonders hervorzuheben sind. Was
endlich Mengs' persönliche Stellung zu
seinen Zeitgenossen und als Mensch über»
Haupt betrifft, so war sie in ersterer Hin«
ficht eine ebenso glänzende, als in letzterer
eine geachtete. Der König von Spanien,
von dem an ihn wenige Tage, nachdem
er gestorben, der Ruf ergangen war, nach
Madrid zu kommen, um daselbst eine
Akademie der zeichnenden KĂĽnste zu er-
richten, hielt ihn in groĂźen Ehren, und
die Kaiserin Katharina schätzte seine
Werke jeden Preises werth. Der Papst
wendete ihm seine ganze Huld zu, und
erlaubte ihm sogar, während jeder andere
Maler knieend die Arbeit verrichten
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon