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Mensdorff-PoMy 370 Mensdorff-Pomlln
Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet.
Noch war die bei Amberg erhalteneWunde
nicht verheilt, als er deßungeachtet am
Kampfe bei Regensburg theilnahm, in
welchem er vier Säbelhiebe erhielt, deren
einer ihm die rechte Wange spaltete.
Auch hier, obgleich verwundet, verließ er
den Kampfplatz nicht, bis er seine sammt»
lichen Truppen durch Regensburg nach
Stadt am Hof geführt hatte. Kaum von
seinen Wunden hergestellt, war er wieder
als Vorpostencommandant an der böh»
mischen Grenze zwischen Fraustadt und
Kaplitz thatig. Die ihm übertragene Or<
ganisation der sogenannten fränkischen
Legion wurde von ihm bereits begonnen,
als wegen deS bald darauf erfolgten
Friedensschlusses die Legion überflüssig
und ihre Auflösung beschlossen wurde.
I n der Zwischenzeit war M. zum Oberst-
lieutenant bei Erzherzog Karl-Uhlanen,
und schon im August 1810 zum Obersten
und Commandanten des Regiments be<
fördert worden. Die politischen Verhält»
nifse deS Jahres 1812 — nämlich die
Allianz Oesterreichs mit Frankreich —
nöthigten M., aus den Reihen des kaiser-
lichen Heeres zu treten, wobei ihm jedoch
von Sr. Majestät dem Kaiser Franz
sein Rang vorbehalten blieb. Sobald
aber Oesterreich wieder die Waffen gegen
Frankreich ergriff, eilte Mensdorff
unverweilt in das Hauptquartier nach
Lieben bei Prag, sich sofort dem Feld-
helrn zur Verfügung stellend. Er wurde
auch unverweilt seinem früheren Regi-
mente eingetheilt und ihm das Commando
eines Streifcorps übergeben. Nun folgen
nach der Reihe mehrere glänzende Waf-
fenthaten, so bei Rötha, wo er in einem
Gesechte dem Feinde einen Verlust von
80 Mann beibrachte; ein Ueberfall bei
Würzen, bei welchem er eine bedeutende
Anzahl Gefangener machte und sehr wich» tigö Korrespondenzen erbeutete. Früher
schon, bei Culm, wäre es ihm gelungen,
die gefangene Division Mesko zu befreien,
wenn nicht der unglückliche Irrthum eines
Officiers den ganzen Plan vereitelt hätte.
Als nach dem Ueberfalle bei Würzen
Mensdo rsf Befehl erhielt, zum Corps
des preußischen General - Lieutenants
Thieleman zu stoßen, befreite er über
300 gefangene Preußen; im bald darauf-
folgenden Trcffm bei Altenburg machte
sein Detachement allein gegen 300 Ge-
fangene und nahm mehrere Geschütze, für
dieses Gefecht erhielt er von dem Kaiser
von Rußland den Wladimir Orden. Bei
Leipzig führte der Graf die Vorposten
ocs Gyulay'schen Corps und der Divi»
sion Moritz Liechtenstein, er nahm
damals den Franzosen 7 bespannte Mu«
nitionskarren ab und machte 200 Mann
Gefangene. Darauf übertrug ihm Feld»
zeugmeister Graf Gyulay die Besetzung
des Uebergangspunctes bei Köse'n über
die Saale. Nun aber wurde er über
sein Ansuchen von dem Feldmarschall
Fürsten Schwarzenberg ganz unab»
hängig gestellt und seinen unmittelbaren
Befehlen unterordnet. Da übersiel M.
bei Geifsa am 255. October plötzlich den
Feind, eroberte bei dieser Gelegenheit
4 Geschütze nebst zahlreichen Kriegsvor-
rathen, und machte 17 Ofsiciere, 200
Mann zu Gefangenen und außerdem
200 Pferde Beute. I n der Schlacht bei
Hanau. in welcher er den äußersten linken
Flügel der Alliirten bildete, half er gegen
Abend zur Rettung mehrerer versprengter
österreichischer Abtheilungen, welche er nach
Frankfurt brachte. Während deS Waffen-
stillftandes kam M. als Chef des Gene-
ralstabes zum 3. deutschen Armeecorps,
es war dieß auf Wunsch seines Schwll'
gers, des regierenden Herzogs von
Sachse N'Coburg geschehen, welcher
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon