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Mcrcandm 382 Mercandm
dieser Familie durch mehrere dem Staate und
Königshause geleistete wichtige Dienste Anse»
bcn. Wüiden und Vermögen. Der erste, wel»
chcr die Grafenwrnde und das Prädicat von
Nuff ie erlangte, war Joseph M.. Präsi<
dcnt deö Criminal'Scnateö in Turin. Aus
dessen Ohc mit ^lirliam Gräfin plirlliln stammt
Franz Xaver Graf Mcccandi n N u ffi e.
Senator und Präsident dcs Tribunals in
Turin. Graf Franz X. war mit l.iclroinll'ü
Gräsin Arm» de Cussau vermalt, welche ihm
fünf Sö!'ne und eine Tochter gebar. Von
ersteren iraten vier in die Ncihcn der kaisrr«
lich österreichischen Armce. Der älteste von
diesen war Graf Kar l , dessen ausführliche
Lebenbskizzc S. 383 mitgetheilt wird. Der
zwrite Bruder. Graf Johann ss. dens. auf
dieser S'.'ite, zweite Spalte, Nr, 3), erwarb im
Jahre 18l<) das Incolat im Herrenstande für
Böhmen, Mähren und Schlesien, und pflanzte
das Geschlecht fort. Von fünf Löhnen und
einer Tochter sind am Leben Graf Franz
Saver, Präsident des obersten Nechnungs»
Hofes ls- d. Lebenöskizze S. 380) und Graf
Joseph, Oberst in der Armee, von dem
zwei Söhne und eine Tochter ciostammen.
II. Zl,us der Grasen saiuilie Flcrcmidm sind noch
bemerkellsuierlh.- 1. Franz Graf Mercan^
din (geb, zu Turin im Jahre 1730, gefallen
vor dem Feinde im Treffen bei Legnago am
26. März 1?99). Ein Vetter deö Grafen Io<
hann M' . 3). Trat. 16 Jahre alt, im Jahre
1766, in die kaiserliche Armee. Er focht im
Türkcnkriege 1788 und führte als Major im
Infanterie Alimente Nr. 44. damals Belgio«
joso. heute Erzherzog Albrecht, bei der Unter«
nehmung auf Rimnik, 7. October g. I . , daü
Bataillon mit großer Umsicht. Im Jahre 1792
kam er zur Armee in Iialien, wurde 1796
Oberstlieutenant und zeichnete sich insbeson«
dere bei der Belagerung Mantua's im Juli
g. I . aus. Im Oetober führte er, um die
Aufmerksamkeit des Feindes zu cheilen, mit
großer Umsicht eine Expedition in die Gebirge
von Tortona und San Margherita. Im
Jahre l?97 kam er in gleicher Eigenschaft zu
Lattermann'Infanterie Nr. 48. Der Ruf sei«
ner ausgezeichneten Tapferkeit war so allge>
mein, daß man von der Truppe, die er führte,
nichts anderes erwartete, als sie werde furcht«
los vorwärts dringen. Im Treffen bei Le-
gnago. 20. März 1799, unterstützte er und
Oberstlieutenant Korherr, als Major Nein«
waldt die erste Angriffs,.-olonne zum Sturme
führte und von dem übermächtigen Feinde zurückgeworfen wurde, den Major, der sich in
diesem Kampfe das Maria Thrresienkreuz
erwarb, auf das Nachdrücklichste, fand aber
auch in diesem Tressen den Tod auf dem Felde
der Ehre. — 2. Franz Xaver Graf M.
s^iehe die besondere Lebensskizze S 380). —
3. Johann Graf Mercandin lgeb. im
Jahre 1748, gest. zu Wien 12. November
18i:l), ein Sohn des Grafen Kar l M.. des.
scn Lebensskizze S. 383 folgt. Trat gleich
seinem Vater in die kaiserliche Armee, war
im Jahre 1773 Rittmeister bei Graf Kiniky.
CheuaurlegerS (jetzt Uhlanen'Negiment Nr. 9),
wurde im Mai 17?s Major, am 4. Juni
1788 Oberstlieutenant bei Harrach-Kürassieren
und im Jahre 1796 Oberst und Commandant
des Regiments. Am 21. März 1800 zum
General'Major befördert, erhielt er seine Be-
stimmung bei der Armee in Deutschland; im
folgenden Jahre als Brigadier in Prag, 1803
aber in 2aaz. Im Jahre 1806 trat er in Pen«
sion und erhielt zugleich eine Elisabeth There»
sien'Stiftung, welche er in Wien genoß. Gleich
seinem Vater zeichnete sich Graf Johann
durch Tapferkeit und Umsicht in seinem Ver»
halten vor dem Feinde aus. In den Jahren
1788 und 17v9 focht er im Türkenkriege und
machte im letztgenannten Jahre die Belage»
rung von Belgrad mit. Im Felozuge des
Jahres l796 that er sich am ?. Juli bei Ken»
zingen, wo er seine Leute mit Nuhm anführte,
ganz besonders hervor. Im Jahre 1800 gab
er im Gefechte bei Reutie, 2. Juli, erneuerte
Proben >eines Muthes und seiner geschickten
Führung. Die wiederholten und heftigen An«
griffe deö Gegners wies er jedesmal mit
Bravour und Stcmdhaftigkeit zurück, und
zwang den Gegner, in seine Position bei
Kemplen sich zurückzuziehen. Sein tapferes
Verhalten vor dem Feinde gab ihm Ansprüche
auf einen Elisabeth Thercsien'StiftungSplatz.
den er sieben Jahre genoß, worauf er im
Alter von U5 Jahren starb. Graf Johann
erwarb mit Diplom uom 9. Jänner 1810 das
Incolat im Herrenstande von Böhmen, Mäh-
ren und Schlesien. Von fünf Söhnen und
einer Tochter, die ihn überlebten, ist der Graf
Joseph Oberst in der Armee und Graf
Franz Xaver Präsident des -obersten Rech«
nungshofes svergl seine besondere Ledensskizze
S. 353). — 4. Kar t Graf M. l^ siehe die.
folgende besondere Iebcnsstizzc^.
lll. Wappen. In Roth drei goldene wellenför-
mige, Schlägebalken. Auf dem Schilde ruht
die Grafenkrone.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon