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Mercandm 383 Mercandin
Mercandin, Karl Graf (k. k. Feld
marschall 'Lieutenant, Geburtsort
und Jahr unbekannt, gest. in Folge der
in der Schlacht bei Magnan empfangenen
Wunde am !2. April 1799). Entstammt
einer alten Patrizierfamille aus der Dau
phine in Frankreicb, über welche dieQuel-
len auf S. 381 Näheres bericdten. Um die
Mitte des vorigen Jahrhunderts moch:
er bereits in der kaiserlichen Armee sich
befinden, da er zur Zeit deS bayerischen
Erbfolgekrieges im Jahre 1773 schon
als Major bei Belgiojoso.Infanterie
Nr. 44 (heute Erzherzog Albrecht) aufge-
führt erscheint. Das Regiment stand
damals bei der Hauptarmee in Böhmen.
Am 1. Februar 4777 wurde M. Oberst-
lieutenant im 1. Carabinier- (heute
3. Kürassier-) Regiment und am 20. Juli
1785 Oberst und Regimentscommandant
bei Kavanagh-Kürassieren Nr. 4. In
den Jahren 1788 und 1789 focht er mit
seinem Regimente im Türkenkriege. Bald
nach Ausbruch des französischen Krieges,
im Jahre 1792, zum General>Major
befördert, wurde er bei der Armee in
Deutschland eingetheilt, kam 1793 in
das Corps des tzeldzeugmeisters Fürsten
Hohenlohe, und commandirte in den
Niederlanden bei Trier und Arlon die
Vorposten. I n den Gefechten bei Saar«
brücken (11. und 13. Juni g. I.). bei
Weißkirchen (4. und 11. August d. I )
erprobte er sich, auch nach Berichten des
Feindes, als tüchtiger General. Mit
Umsicht und glänzendem Erfolge führte
er den Ueberfall bei Wellingen, 8. Octo«
ber, aus, und gab neue Proben seiner
Tapferkeit und geschickten Führung bei
Nunkirchen, Lebach, wo er am 17. d. M.
seine Stellung behauptete; später zwar
wurde er zum Rückzüge gezwungen,
erneuerte aber am 21. d. M. den Angriff
und setzte sich wieder in den Besitz von Lebach. Im Feldzuge des Jahres 1794
zeichnete er sich in mehreren Gefeckten,
vornehmlich aber bei Besingen und
Bitzen in den ersten Tagen des Mai aus.
Zu eigentlich entschiedenen Kämpfen kam
es aber damals gar nicht. Im Septom»
bcr g. I . erhielt er seine Eintheilung bei
dem detachirten Corps unter Feldmar-
schall.Lieutenant Melas an der Mosel.
I in Feldzuge des Jahres 1793 bestimmte
Herzog Albrecht von Sachsen-Te»
schen den General Mercandin zum
alleinigen Vorpostm»Commandanten der
Truppen von Mainz. Am 6. April griff
er mit dem Wurmser'schen Freicorps
und den Warasdiner Scharfschützen das
auf einer Entfernung von 300 Schritten
von der Redoute Nr. 1 durch die Fran«
zosen am Hartberge errichtete Werk eni>
schloffen an, warf dessen Besatzung
heraus und ließ die Schanze zerstören.
Im Gefechte vom 30. April deckte er
mit sechs Divisionen Cavallene die linke
Flanke der ersten Angriffscolonne unter
General-Major Ocskay, und Feldzeug»
meister Graf Wartens leben gedenkt
in seinem Berichte in ehrenvoller Weise
der ausgezeichneten Mitwirkung M.'s an
diesem Tage. Nicht minder that er sich
bei dem Neberfalle hervor, der in der
Nackt vom 18. auf den 19. Mai auf die
auf dem Hartberge nächst Mainz lagern-
den Franzosen ausgeführt wurde; uner«
schütterlichen Muth und Kaltblütigkeit
bewies er bei der während eines ver»
heerenden feindlichen Feuers unter seiner
Leitung ausgeführten Arbeiten in der
sogenannten PeterS»Au, ferner bei Bi»
schofsheim, wo er mit großem Geschicke
die Cavalierie führte. Im Berichte des
General-Majors Neu, Commandanten
von Mainz, vom 17. October, erscheint
Graf M. unter den Ausgezeichneten.
Bei der Bestürmung der feindlichen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon