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Mercy 390 Mercy
viele andere öffentliche und Privatge-
bäude erbaut, Fabriken angelegt und
das saliterhaltige, gesundheitschadliche
Wasser, welches alle Brunnen der Stadt
enthielten, beseitigt, indem eine großartige
Wasserleitung durch unterirdische Röhren
in die Stadt geführt wurde, wo sie acht
verschiedene Ausläufe hatte. Mitten unter
seinen Entwürfen und Verbesserungen
wurde M. durch den Krieg überrascht,
welcher im Jahre l733 auf's Neue
zwischen Oesterreich. Spanien und Frank-
reich auSgebrochen war, und ihn bald
seinem segensreichen Friedenögeschäfte
entreißen sollte. Von 47l7 bis 4733 mit
Unterbrechung des Feldzuges in Sicilien
(1717 bis Mai 4720) hatte M. im
Banate jene großartige Wirksamkeit ent>
faltet, welche dieses Land dazu machte,
was es gegenwärtig ist, die Kornkammer
Oesterreichs. Gegen Ende des Jahres
4733 wurde Mercy als Feldmarschall
zum Obercommandanten des italienischen
Heeres ernannt. Kaum an Ort und
Stelle angekommen, nöthigte ihn ein
Schlagstuß, von dem er getroffen worden,
sofort die Armee wieder zu verlassen, aber
in kurzer Zeit erholte er sich und kehrte
wieder zur Armee zurück. Er ging nun
mit seinem Heere über den Po und
lieferte dem Heere der Verbündeten das
unglückliche Treffen vor den Mauern
Parma's, am 29. Juni 4734, wo er gleich
anfangs von einer Musketenkugel durch
den Kopf geschossen, auf der Stelle todt
blieb. Sein Leichnam wurde in der
Domkirche zu Reggio beigeseht. Treffend
heißt es in einer der zahlreichen Bio.
graphien, welche die doppelte, die mili-
tarische und staatsmännische, richtiger
civilisatorische, Wirksamkeit M.'s in's
Auge fassen: „Unvergänglicher als Erz
und Marmor verkündet die reichhaltige
Geschichte des TemeSvarer Bauates, daS Mercy im Kriege erobern half und so
rühmlich — durch 43 Jahre — verwal-
tete, sein Lob. Es ist eine für den Ruhm
des Kriegers nachtheilige Parallele oder
vielmehr eine.Aufforderung für ihn, nach
beiden Kränzen zu ringen, daß das Ver-
dienst seiner Thaten so oft mit dem
letzten Kanonenschüsse verhallet, indessen
die Saat, welche der Staatsmann aus-
streuet, mit jedem Jahre neu aufblüht,
und die wechselnden Generationen der
Städte und Dörfer, welche er gründet,
mit immer gleich reger Dankbarkeit sein
Gedächtniß segnen. Mit diesem Gedan»
km ging Cincinnatus vom Sieg zum
Pfluge — in gleichem Geiste hat ihm
Mercy in größeren, weit hinaus wirken»
den Anstalten nachgearbeitet". Der nach«
malige Gesandte Oesterreichs am Pariser
Hofe und Vertraute der unglücklichen
Königin Mar ie Antoi nette in den
Tagen ihrer höchsten Bedrängniß, F lo-
r imund d'Argenteau, ursprünglich
Marquis d 'Argenteau, war ein
Adoptivsohn Mercy's, in Folge dessen
d'Argenteau mit seinem Namen jenen
seines Adoptivvaters verband.
Sch wicker (Johann Heinrich), Geschichte des
Temeser Banales. Historische Bilder und
Skizzen (Groß Becskerek 456t. Fr. P. Vettel-
heim. 8".) S, 284—31!. — Oesterreichische
Nll t ional»Encyklopäoie von Gr äffer
und Czikann (Wien 1833. 8".) Bd. H l ,
S. 644. — Groß.Becskereker Woch en»
blatt 1860, Nr. 14 u. f.: „Graf Mercy". —
We-rschetzer Gebirgsbote (Localblatt,
kl. Fol.) 1852.. Nr. 47 u. 48: „Die Entwicke.
lung dcr Cultur im Banate". — Thaten
und CharakterZüge berühmter österrei«
chischer.Feldherren (Wien 1808, Degen, 8".)
Erster Band, 1. Abtheilung, S. 389 u. f. —
Leidenfrost (Karl Florentin Dr.) , Histo«
risch'biographischeä Handwörterbuch der denk«
würdigsten, berühmtesten und berüchtigtsten
Menschen aller Stände, Zeiten und Nationen
(Ilmenau 1826, Voigt, 8".) Bd. IV, S. 84.
— Portrnt. Auf einem Blatte gemeinschaft»
lich mit Ioh. Ludw. Grafen Bussy-Rabu.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon