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Mercy 393 Aercy
Ehre gefallenen Franz (II.) Mercy, war
zugleich mit dem Herzoge von Lothr ingen
Mercoeur in die Dienste des Kaisers Ru«
dolph I I . getreten und hatte sich durch seine
Tapferkeit in den Kämpfen gegen die Türken
in Ungarn hervorgethan. Die ausgezeichneten
Waffenthaten seines gleichnamigen Sohnes
Franz werden weiter unten ^S. 394, Nr.
ausführlicher erzahlt. Wie Franz (II.) bei
Allerheim 1643 den Tod auf dem Schlacht,
felde gefunden, so hatte schon ein Jahr zuvor
(1644) seinen Bruder, den bayerischen Gene
ral.Feldwachtmeister Kaspar ss. d Nr. 6).
das gleiche Los in dem dreitägigen blutigen
Kampfe vor Freiburg getroffen. Beide.
Franz (II.) und Kaspar, haben ihren
Stamm fortgepflanzt, und die Nachkommen
derselben gelangten zu hohen Ehrenstellen in
der kaiserlichen Armee. Don Ruhm seines
Ahnherrn Franz (II.) erneuerte in glorrei»
cher Weise Florimund Claudius Graf von
Mercy ^ d. S. 386). der ebenso als Feld-
Herr ausgezeichnet, wie als Staatsmann
durch die Cultiuirung, ja Vermenschlichung
des Banates, das er mit deutschen Colonisten
neu bevölkert, ein unvergängliches Denkmal
sich selbst geschaffen hat. F lor imund Clan»
dius hatte, unvermält, auf dein Felde der
Ehre den Tod gefunden, und Erbe seines
Namens und Vermögens war ein Graf Ar»
aenteau, nach Einigen der in der franzö»
sischen Revolution vielgenannte österreichische
Gesandte am Pariser Hofe und Vertraute der
unglücklichen Königin Mar ie Anto inet t r
nach Anderen der durch seine Mißgeschicke
zu Felde bekannte nachmalige General
ls. d. S. 393. Nr. 3). Scit dieser Zeit erscheint
neben der Familie der Mercy. die noch in
Frankreich fortblüht und aus welcher ein
Franz Christoph als Arzt und Uebersctzcr
der Werke des Hyppokrates sich bekannt He<
macht, die zweite der Mercy d'Argen»
teau, welche aber bereits erloschen zu sein
scheint. Der Name Flor imund scheint in
der Familie erdlich zu sein und ihn jeder
Mercy zu führrn; übrigens herrscht in den
Taufnamen der einzelnen Familienglieder
große Verwirrung, in den meisten biographi-
schen Werken erscheinen sie gar ohne Tauf»
namcn.
II. Einige denkwürdige Sproßen der.Freiherren
und Vrasen Mcrcy und Mcrcy d'Argenteau.
Außer dem Staatsmanne Flor imund und
drm General F lor imund Claudius sind
noch Folgende aus dieser Familie bcmerkens» werth: 1. Andreas Florinmnd Graf
Mercy (geb. zu Tours in der Dauphins
im Jahre 577t, gest. zu Wien 29. October
4840). In seiner Jugend wählte er die mili»
tärische Laufbahn in der königlich französischen
Armee uud trat in ein Regiment Carabiniers.
Mit dem Ausbruche der Revolution emigrirte
er gleich vielen Anderen und trat in da5
Corps der französischen Prinzen, welches er
aber später verließ und sich in die Schweiz,
dann nach Regensburg begab, wo er längere
Zeit in freiwilliger Verbannung zubrachte.
Um die Mitte der Neunziger«Iahre kam er nach
Wien, und dort in den höheren Kreisen der
Neichshauptstadt ehrenvolle Aufnahme findend,
trat er in den Staatsdienst. Seine neue Lauf-
bahn begann er bei der Hofkannner auf der
untersten Dienststufe, wurde allmälig zum
RegierungSrathe befördert und im Jahre 1814
auf den Wunsch des Fürsten Metternich
als Hofrath in das Ministerium des Aeußern
berufen. Diesen Posten bekleidete der Graf
bis zu seinem Tode, jede weitere Beförderung
standhaft ablehnend. Auf diesem Posten aber
genoß der Graf das unbedingte Vertrauen
des Staatskanzlers, und in den Kreisen, mit
denen ihn seine Stellung in unmittelbare
Berührung brachte, ein außerordentliches An«
schm. Der Graf war (seit l3. September
1829) mit Nana walburgn Gräsin 5ladion.
ThawilMsm (geb. 17. September 1777, gest,
1. Jänner 1833) vermalt; diese kaum vietjäh»
rige Ehe war kinderlos geblieben- Der Graf
selbst starb im Alter von 68 Jahren, ^ l l l»
gemeine Zeitung (Augsburg. 4«) 1840,
Beilage Nr. 319. — Neuer Nekrolog der
Deutschen (Weimar, Brrnh. Friedr. Voigt.
kl. 8".) XVII l . Jahrgang (1840), 71. Theil.
S. 1030. Nr. 327.) — 2. Anton Graf
Mercy d'Argen teau. Das weiter unten
bezeichnete Lerikon von Leidenfrost gedenkt
eines Anton Grafen d'Argenteau, und
bezeichnet diesen als den Erben des Namens
und Vermögens des unvermält bei Croisetta
vor Parma (29. Juni 1734) gefallenen Flo.
r i lnund Claudius Grafen M ercy, wäh»
rcnd von anderer Seite der nachmalige kai<
serlich? Gesandte am französischen Hofe in der
Nevolutionsevoche als solcher angegeben wird.
Vielleicht war dieser Anton rin Bruder des
Gesandten und waren vielleicht beide die
Erden deS Generals. Dieser Graf Anton
diente in der kaiserlichen Armee, kämpfte im
Tückenkriegc, im österreichischen C'rbfolgckriege
in Bayern, am Oberrhcin, im Elsaß und in
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon