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Mertens 406 Mertens
sidiä. 1784, 80.). Von diesem, von Fach-
männern geschätzten Werke erschienen zwei
deutsche Uebersetzungen unter den Titeln:
„Beobachtungen der faulen Fieber, der
Pest und einiger anderer Krankheiten.
Aus dem Lateinischen mit Anmerkun»
gen" (Göttingen 1779, Vandenhöck und
Rupprecht, 8".), der ungenannte Ueber-
scher ist 3. F. B. Lent in — und
„Praktische Bemerkungen über verfchie-
dene Volkskrankheiten. Aus dem Lateini-
schen" (Leipzig 1783. 8«.). Noch gab M.
eine Beschreibung der Pest in Moskau
in französischer Sprache unter dem Titel:
^" (Visnne 1784^ Iournis^ Fl. 8".)
heraus. M. war Mitglied mehrerer
gelehrten Gesellschaften Deutschlands und
und Frankreichs, und ist in Folge seiner
Verdienste als Arzt schon im Jahre 1773
in den einfachen Adel, im Jahre 1787 aber
in den Ritterstand erhoben worden.
Adelstands»Diplom vom 13. December 1773.
— RitterstandS.Diplom vom 2. April
1787. — Hecker ( I . F. C. Dr.), Geschichte
der neueren Heilkunde (Berlin 1839. Enslin,
8°.) S. 357 u. 596. — Meufel (Ioh. Georg),
Lerikon der vom Jahre 1730 bis 4800 verstor»
benen teutschen Schriftsteller (Leipzig 1806,
Gerh. Fleischer d. Iüng.. 8°.) Bd. IX, S. 93.
— Wappen. In Blau ein aufrecht gegen die
Rechte schreitender goldener Greif und ein
ĂĽber das Ganze gezogener silberner rechter
Schrägebalten. Auf dem Schilde ruhen zwei
zueinandergekehrte goldgekrönte Turnierhelme.
Aus des Krone des rechten Helms steigt der
vorbeschriebene goldene Greif linksgewendet
hervor, die Krone des linken Helms ist mit
drei wallenden StrauĂźenfedern, eine blaue
zwischen goldenen, besteckt. Die Helm decken
sind beiderseits blau. mit Gold belegt.
Genealogische Daten ĂĽber die Nitter- und Frei-
Herrnfamilie von Mcrtens. Die Mertens
sind ursprünglich eme niederländische Familie,
und waren vormals als reiche Patrizier in
Brüssel ansässig, wo schon zur Zeit der Ent»
deckung Amcrika's. im Jahre 1492, ein Mer»
tens die BĂĽrgecmeisterwĂĽrde bekleidete. Sie hatten ansehnliche Aemter und WĂĽrden in
Stadt und Gemeinde inne, und der als Arzt
ausgezeichnete Karl (I.) Mertens erlangte
schon im Jahre 1773 den Adel, wurde im
Jahre 1787 in den Ritterstand erhoben und
ist der Stammvater der in Oesterreich blühen«
den Linie. — Der Familienstand ist folgender:
Der Arzt Kar l (I.) Ritter von Mertens
(geb. 1737, gest. 1788) war mit Ralharinct
gebornen von Humbura (geb. 1743, gest. 1808)
vermalt und stammen aus dieser Ehe fol,
gende Kinder: 1) Sophie (geb. 1769, gest.
1836), vermalt (im Jahre 1796) mit Ignaz
Grafen Cyonnsku (geb. 1770, gest. 1823), k. k.
geheimer Rath und Staatsminister ^Bd. n ,
S. 338); — 2) IuUe (geb. 1771, gest. 1808).
vermalt (seit 1790) mit Anton Freiherrn von
Lanfreu (geb. 1732, gest. 1826), k. k. General-
Major und Maria Theresien > Ordensritter
lBd. XIV, S. 82); — 3) Peter (geb. 1773.
gest. 7. December 1528), k. k. Hofkammer.
Vice«Präsident, vermalt a) mit THerese geb.
von Aichen (gest. 1822), b) mit 5ophie geb.
Gräsin UMzeK (geb. 1797); — 4) Henriette
(geb. 24. April 1774, gest. 14. December 1820).
vermalt (seit 1799) mit Johann Freihercn von
Tinti, k. k. Staats« und Conferenz>Ofsicial
(gest. 1824); — 3) Joseph (geb. 1773. gest.
1303), k. k. Inaenieur-Hauptmann, vermalt
(seit 1796) mit Johanna gebornen Freiin von
WildVurg (gest.); — 6) Kar l (II.) süber ihn
und seine Nachkommenschaft weiter unten); —
7) Ludwig (geb. 1779, gest. 1823), k. k. Hof'
rath, vermalt (seit 1808) mit Iuliana geb.
Gräfin Mali (geb. 1781, gest.); — 8) De-
meter (geb. 1780, gest. 1841), k. k. Hofrath,
vermalt (seit 1810) mit Anna geb. von Gall
(geb. 1789, gest. 1832). ist der Vater des öster.
reichischen Dichters Ludwig von Mertens,
dessen Lebensskizze S. 407 steht; — 9) Cle-
mentine (geb. 1783), vermält (seit 1813) mit
Iohann Nepomuk Freiherrn von Aichen, k. k.
Ministerialrath beim Cassationshofe in Wien;
— 10) und 11) zwei Töchter, Adelheid und
Isabella, sind in der Kindheit gestorben. —
Der obgenannte Karl (H.) Ritter von M.
(geb. 1777, gest. 1824) kam, nachdem er in der
Wiener'Neustädter Militär»Akademie seine
Ausbildung erhalten hatte, im Jahre 1793
alS Fähnrich zu Pelegrini.Infanterie Nr. 49.
Im Jahre 1813 bereits Oberstlieutenant und
General'Adjutant, zeichnete er
sich bei Hanau
aus, wo er ein Bataillon gegen den von
dem Feinde stark besetzten Wald fĂĽhrte und
ihn daraus verdrängte, er selbst wurde bei
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon