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Mertens 409 Mertens
spiel: „Conrad Vorlauf", das nur als
BĂĽhneN'Manuscript im Drucke erschien.
Die bisherigen poetischen Arbeiten hatten
die Aufmerksamkeit auf den begabten
Dichter gerichtet, und als zur Förderung
der schönen Künste in Oesterreich unter
Minister Schmerl ing Staatsstipendi'en
genehmigt wurden, war auch M. einer der
zum ersten Male mit diesem Ehrensolde
Betheiligten, und erhielt ĂĽberdieĂź noch
ein Jahr Urlaub, den er, da seine amtliche
Beschäftigung nichts weniger als poetisch
anregend und fördernd wirkt, seinen poe
tischen Arbeiten hingegeben, in Krems
verlebte. Seit dieser Zeit ist von M.
nichts mehr in die Oeffentlichkeit gedrun
gen. Aus hie und da veröffentlichten
Notizen ist zu entnehmen, daß ein grö«
ßeres episches Gedicht: „Graf Rothal",
in mehreren Gesängen in zehnzeiligen
Strophen, wie auch drei Lustspiele: „Die
Originale", — „Der Diplomat", —
„Die Wette", vollendet vorliegen, und
daĂź er in jĂĽngster Zeit sich dem Ro-
mane zugewendet habe, und ein sol»
cher unter dem Titel: „Putten, oder
Abenteuer eines Norddeutschen in Wien"
gleichfalls bereits druckfertig sei. M.,
den ein Kritiker zutreffend den „Wiener
Poeten xar sxosiisnQO" nennt, denn
seine poetischen Arbeiten wurzeln ihrem
Stoffe nach bisher sämmtlich in der ihres
Scot t harrenden Geschichte Wiens,
verbindet mit gestaltender Kraft eine
schwungvolle Phantasie und eine wohl»
thuende Leichtigkeit in Behandlung der
Form, die er geschickt dem Charakter
des Stoffes anzupassen versteht. Nur
lebt er, wie alle Poeten der Gegenwart,
um welche sich trotz aller Reclame die
politisch bewegte Zeit zu kĂĽmmern keine
Zeit hat, in einer der Dichtung über«
Haupt und der österreichischen insbeson«
dere, welche von der norddeutschen Kri. tik immer gleich mit Haut und Haar
verschlungen wird, höchst ungünstigen
Periode.
Salzburger Zeitung 1864. Nr. 90 u. 249.
— Constitutionelle österreichische
Zeitung (Wien. Fol.) 1864, Nr. 127. —
Blätter für literarische Unterhaltung.(Leip.
zig, Brockhaus, 4<>.) Jahrg. 1862, Nr. 37. —
AllgemeineLiteratur-Zeitung (Wien,
4".) 1865, Nr. 2. S. 16. — Handschrift,
liche Notizen von Dr. Ludwig August
Fran kl. — Außer den bisher angeführten
Personen des Namens Mertens sind noch
folgende desselben Namens bemerkenswerth:
1. Ferdinand Mertens. pensionirter Ober«
feldarzt, hat im Jahre 1855 eine Stiftung
gemacht und derselben den Betrag von 570 fl.
in einer fünfpercentigen National'Anlehens»
Obligation gewidmet. Von den Interessen die«
ses Capitals sollen die Kinder unter 13 Jahren
der Invaliden vom Feldwebel und Wacht»
meister abwärts des Filial-Inoalidenhauses zu
Cioidale alljährlich am Weihnachtstage gleich-
mäßig als Christgeschenk betheilt werden.
^Militär-Schematismus des österreichi«
schen Kaiserthums (Wien. Staatsdruckeret,
so.) Jahrgang 1863, S. 825. Nr. 34.) —
2. Franz Freiherr von Mertens (k. k.
Feldmarschall'Lieutenant, geb. zu Wien im
Jahre 1807, gest. ebenda im Jänner 1867).
Trat, nachdem er in der Wiener-Neustäoter
Akademie die militärische Ausbildung erlangt,
im Jahre 1826 in das 29. Infanterie.Regi,
ment als Fähnrich ein. In verhältnißmäßig
rascher VorrĂĽckung wurde er Oberst, wobei
zu bemerken ist, daĂź er in Anbetracht seines
ausgezeichneten Dienens vom Unterlieutenant
bis zum Obersten immer auĂźer der Tour
avancirte. Im Jahre 1848 war er Flügel»
Adjutant bei Fürst Windisch.Grätz, machte
als solcher die Einnahme von Nien und den
Feldzug 1849 in Ungarn mit. Im Jahre 1854
wurde er General'Major. Im Jahre l858
erhielt er die Leitung des General'Verpflegs«
Inspectorates. im Jahre 1860 ĂĽberdieĂź jene
der General.Monturs.Inspection, welche er
bis zu seinem Ableben fĂĽhrte. Am 16. August
1864 wurde er zum Feldmarschall»2ieutenant
in seiner Anstellung ernannt. M. war ein
ausgezeichneter Stabsofficier, namentlich in
der Sphäre der niederen und höheren Adju»
tantur tĂĽchtig ausgebildet; hatte mehrere
Jahre im Militär'Departement des ehema»
ligen Hofkriegsrathes gearbeitet und wurde
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon