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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Volume 17
Page - 412 -
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Page - 412 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Volume 17

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Mertz 442 Mertz an die Central-UntersuchungScommission einsandten. Diese erstatteten darauf dem Kriegsministerium die Anzeige: „daß ßeldmarschall-Lieutenani von Mertz sich vollkommen gerechtfertigt habe". Da wurde im Juni 1349 die Untersuchung von Neuem aufgenommen, und endlich von einer eigenen Commission am 1l). Juli 1830 mit dem Gutachten geschloffen: ,daß M. vollständig vorwurfsfrei gehan- delt habe". Nichtsdestoweniger setzte der Untersuchungsrichter, Namens Bardas« sovich, die Erhebungen fort, und durch obige Gutachten competenter Commissio- nen unbeirrt, that er den Ausspruch: „Ich werde den Feldmarschall.Lieutenant von Mertz demungeachtet nicht frei» sprechen". I n der That wurde ein Kriegsgericht zusammengesetzt aus zwei Feldmarfchall'Lieutenants, zwei General. Majors, zwei Obersten, zwei Oberstlieu» tenantS, zwei Majoren und zwei Haupt- leuten, unter Vorsitz des Feldzeugmeisters von Wocher und unter Vortrag deö Ge> mral'Auditors Bardassovich. Mertz wurde einstimmig freigesprochen. Die Acten gingen nun an das Militär- Appellationsgericht, in diesem sprachen Neun unter Eilf Stimmen ihr: „frei und schuldlos" aus. Endlich fällte der Oberste Gerichtshof das Urtheil: „Der Feldmarschall.Lieutenant von Mertz wird wegen Vernachlässigung seiner Pflicht als tzestungscommandant von Komorn seiner Feldrnarschall.Lieutenants. Charge, seiner Pension und des Dienst, zeichens 2. Classe verlustig!, und die besitzenden ausländischen Orden zu tra> gm untersagt. Dieser Spruch war mit 4 gegen 2 Stimmen erfolgt. Von Sr. Majestät dem Kaiser wurde dem alten General seine bisherige Pension von 3000 fi. als Gnadengehalt gewährt. Darstel lung der Ereignisse und des Versah. rens, wodurch derK. K. Feld marsch all» Lie.ute» nllnt von Mertz, zweiter Inhaber des 42. Linien «Infanterie «Regiments Erzherzog Wilhelm, Ritter des Kurfürstl. Hessischen Ordens I>ou.r 1a vsrtu. militairs und des König!. Franz. Militair«Verdienst'Ordens, vor» hin Commandant der Festung Comorn in Ungarn, zu Wien kasfirt worden ist. Aus des« sen nachgelassenen Papieren zusammengestellt. Als Manuscript gedruckt (Frankfurt a. M. 1860, Druck von I . P. Streng, 79 S. 8«.). — Spr inger (Anton), Geschichte Oesterreichs seit dem Wiener Frieden 1809 (Leipzig 1864 und 1865. S. Hirzel. gr. 8«.) Bd. I I , S. 529 bis 531. — Noch sind folgende Personen des Namens Mertz (und zwar mit der Schreibart Mertz) bemerkenswerth: 1. Johann Bap- tist Mertz (zu Innsbruck in Tirol im Jahre 1810 geboren) hat sich als Wachsbildner einen Namen gemacht. Er hat seine künstlerische Ausbildung in München erlangt, und Nag» ler meldet von einigen Arbeiten, die in den Münchener Kunstausstellungen zu sehen waren, so z. B. in jener vom Jahre 1835 eine Wachs, bossirung: „Bildniß einer Mutter mit ihrem Kinde", und im Jahre 1839 ein sehr schönes Crucifix. ^Nagler (G. K. Dr.), Neues all« gemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Ueischmann, 8«.) Bd. IX , S. 158.) — 2.1 . K. und Iosephine Mertz. Ersterer ein Guitarre<Virtuose, Letztere, seine Gemalin, eine tressliche Pianistin, und in Wien, wo sie lebt, vornehmlich für den Unterricht sehr gesucht. Mertz, der erst vor wenigen Jahren (etwa 1860) gestorben, ist ein geborner Preßburger, der Sohn eines dortigen Bürgers. In seiner Vaterstadt erhielt er die erste Ausbildung jim Violin-, Violoncell- und Guitarrespielen, dann spater bildete er sich selbst fort und vervoll» kommnete sich so sehr, daß er in den Monats« Akademien des Preßburger Kirchenvereins, dessen Mitglied er war. öffentlich auftrat und großen Beifall erntete. Am 27. September 1840 spielte er in Preßburg zum letzten Male, dann trat er seine erste Kunstreise nach Wien, und als er dort sehr gefiel, iu's Ausland an. wo sein Spiel gleichfalls Anerkennung fand. Nun kehrte er nach Wien zurück, wo er, wie auch seine Frau, Unterricht in der Musik er» theilte. M. mochte, als er starb, etwa 20 Jahre alt geworden sein. Er hat auch Einiges für sein Instrument componirt. Die Original»^ Compositionen sind ohne Werth, hingegen hat er beliebte Tonstücke, insbesondere auS Opern, für sein Instrument gesetzt, und eine „Opern-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Volume 17
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Maroevic-Meszlenn
Volume
17
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1867
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
506
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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