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Merveldt 416 Merveldt
und der französischen Republik zu Carn»
poformio geschlossenen Definitiv-Friedens
vom 47. October; ferner überbrachte er
die Ratification dieses Vertrages nach
Rastadt, wo er in der Eigenschaft eines
Gesandten bei dem dort versammelten
Kongresse blieb. Durch diesen Frieden
wurden die Territorialverhältniffe Oester«
reichs nicht unwesentlich verändert. In>
dem es mehrere Provinzen Oberitaliens
und die Niederlande verlor, erhielt es
den größten Theil des venetianischen
Festlandes, mit dem venetianischen An-
theile von Istrien und Dalmatien, mit
den dazu gehörigen Inseln. Im Feld«
zuge des Jahres 4799 befehligte M.
wieder eine Brigade und zeichnete sich
im Juni g. I . bei Offenburg aus, in>
dem er am 25. über Haslach vorrückend,
die Franzosen aus der Gegend um
Offenburg vertrieb, am 26. die Stadt
besetzte und den General Legrand
nöthigte, sich mit seiner Division ganz
nach Kehl zurückzuziehen. Ebenso that
er sich bei Schwabmünchen hervor, die»
ses war von den Franzosen und ziemlich
stark besetzt. M., der am 6. Juli Augs«
bürg genommen und dann bis Göggin«
gen vorgedrungen war, ließ, als er am
8. Früh vor Schwab münchen erschien, den
Vorposten» Commandanten durch einen
Trompeter auffordern, den Marktstecken
zu räumen. Die daselbst befindliche feind»
liche Truppe bestand aus zwei Bataillo»
nen leichter Fußtruppen und drei Esca«
dronen Huszaren. Als ihm auf seine
Aufforderung eine abschlägige Antwort
wurde, griff er Nachmittags mit seiner
Ccwallerie den Ort mit solcher Entschie.
denheit an, daß der Feind mit großem
Verluste sofort denselben räumte, dabei
wurden 4 Stabs», 8 Oberofficiere,
243 Gemeine, darunter 34 Huszaren,
gefangen, und nebst großer Beute zwei ütze erobert. Im Herbste wurde
M. zum Feldmarschall-Lieutenant ernannt
und schloß noch im nämlichen Jahre mit
Moreau den Waffenstillstand zu KremS-
münster. Im Jahre 1803 ging er mit
einer Sendung nach Berlin, von dort
zurückgekehrt, übernahm er daS Com»
mando eines Corps bei Braunau, das
anfangs unter dem Oberbefehle des
russischen Generals Grafen Kutusow
stand. Jedoch war die vereinigte öfter«
reichisch-russische Macht nicht stark genug,
den weit überlegenen feindlichen Streit,
kräften erfolgreichen Widerstand entge»
gcnzustellen. Das Corps zog sich dem«
nach zurück, und als sich die österreichische
Infanterie von den Russen trennte, zog
sie gegen Steiermark. Daselbst wurde
sie bei Stadt Steyr angegriffen und
zum Rückzüge gegen Maria>Zell gezwun»
gen, ein wiederholter Angriff bei Maria-
Zell von der weit überlegenen Macht des
Marschalls Davoust hatte einen ahn«
lichen Ausgang. So zog sich denn M.
zuerst nach Gratz und von da nach
Ungarn gegen Preßburg zurück. Nach»
dem wieder der Friede geschloffen wor«
den, erhielt M. neuerdings eine diplo«
malische Mission, dieses Mal als k. k. Bot.
schafter nach St. Petersburg, auf wel»
chem Posten er durch zwei Jahre ver«
blieb und sich in dieser Zeit mit The«
rese Gräfin Dietrichstein vermalte.
Vorher jedoch war er aus dem deutschen
Orden getreten. Nach seiner Abberufung
aus Rußland, 1808, kam er als Divi«
sionar nach Galizien, und verwendete im
Kriege des Jahres 1809 die wenigen,
ihm zur Verfügung gestellten Truppen
zur Deckung der Bukowina und eines
Theiles von Galizien. Nach Beendigung
deS Krieges kam er als Divisionär nach
Mähren, und blieb daselbst, bis er im
Juli 1813 zum General der Cavallerie
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon