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wurde. Er wurde dann — nach Einigen
von Napoleon einfach gegen Ehren»
wort freigegeben, nach Anderen gegen
den von Kulm her gefangenen General
Vandamme ausgewechselt. Als er frei
zur Armee der Verbündeten zurückge«
kehrt, ĂĽbernahm er, seinem Ehrenworte
zu Folge, kein Commando, sondern
blieb am 3. Schlachttage, am 18. Octo«
ber, an der Seite des Kaisers Franz,
und auch während der Zeit, als die
Armeen der VerbĂĽndeten vorrĂĽckten.
Nun verlieh ihm der Kaiser Franz das
General-Commando in Mähren. Aber
nur kurze Zeit blieb er auf diesem Posten,
denn bald wurde er zum außerordent»
lichen Botschafter am groĂźbritannischen
Hofe ernannt, an den er sich
gegen Ende
Jänner 1814 begab. Anderthalb Jahre
befand er
sich auf diesem Posten, als er,
seit längerer Zeit leidend, einem heftigen
Krankheitsanfalle in kurzer Zeit unterlag.
M. war erst 51 Jahre alt, als er starb.
Wie fehr er sich auf diesem Posten der
Achtung des englischen Volkes erfreute,
beweist die in den englischen Journalen
jener Tage mitgetheilte Thatsache, daĂź
die Minister die Absicht hatten, den
Verewigten auf öffentliche Kosten in
der Westminfter'Abtei beizusetzen. Diesem
Vorhaben standen jedoch die letztwilligen
Anordnungen deS Verstorbenen entge-
gen, weĂźhalb die Hinterbliebene Gemalin
diesen ehrenvollen Antrag ablehnte. Als
Staatsmann und Feldherr gab M. Be<
weise vorzüglicher Talente, einer gediege»
nen Bildung und grĂĽndlichen Wiffens.
Sein unermüdetes Studium der Ge»
schichte und Kriegskunde, seine vollkom»
mene TerrainkenntniĂź, die sich in seinen
instructiven militärischen Bereisungen und
Denkschriften in trefflicher Weise aus«
spricht, und seine groĂźe Erfahrung im
Dienste der Reiterei und des General-
o. WĂĽrz dach, biogr. Lexikon. XVII. Quartiermeisterstabes erwarben ihm den
wohlverdienten Ruf eines der Vorzug,
(ichsten Generale Oesterreichs. Seine
ausgezeichnete, und wenn es groĂźe Ziele
galt, an Verwegenheit grenzende, sich
selbst vergessende Tapferkeit war ĂĽber
alles Lob erhaben. Die oftmaligen diplo-
matischen Sendungen, von deren Ergeb,
niffen freilich der Schleier noch immer
nicht gelĂĽftet ist, lassen jedoch in ihm
einen seltenen
staatsmännischen Tact und
ein nicht gewöhnliches Unterhandlungs«
talent vermuthen.
Hirten feld (I.). Der Militär.Maria There.
fien'Orden und seine Mitglieder (Wien 1857,
Staatsdruckerei, kl. 4<>.) S. 419 u. 1737. —
Ritter von Rittersberg (I.). Biogra.
phien der ausgezeichnetesten verstorbenen und
lebenden Feldherren der k. k. österreichischen
Armee aus der Epoche der FeldzĂĽge 1788 bis
182l u. s. w. (Prag 1828, C. W. Enders, so.)
S. 179-190 ^nllch diesem gest. 5. Juli 1814,
was unrichtig ist^ j. — Der Aufmerksame
(belletristisches Beiblatt der Gratzer Zeitung)
1813, Nr. 104. — Erneuerte vaterlän»
dische Blätter für den österreichischen Kai«
serstaat (Wien, 4<>.) Jahrgang 1813, S. 499:
Nekrolog. — Oesterreich ische Nat ional,
Encyklopädie von Gräffer und Czi-
kann (Wien 1833, 8«.) Bd. I I I , S. 644. —
Meyer (I.), Das groĂźe Conversations'Lerikon
für die gebildeten Stände (Hildburghausen,
Bibliogr. Institut, gr. 8°.) Bd. XX, S. 1301
»nit der veralteten Schreibart Meerfeld).
— Oesterreichs Pantheon. Gallerie
alles Guten und NĂĽtzlichen im Vaterlande
(Wien 1830. M. Chr. Adolph. 8°.) Bd. I I ,
S. 88—63. — Szolläsy (Ioh. Nep. v.),
Tagebuch gefeyerter Helden und wichtiger
kriegerischer Ereignisse der neuesten Zeit (Fünf»
kirchen in Ungarn 1837. bischöfl. Lyceal'Buch.
druckerei, gr. 8«.) S. 258 ^Szöllösy ist der
Einzige, der Meroeldt '6 Geburtsdatum mit
Bestimmtheit auf den 29. Juni 1764 ansetzt,
hingegen sowohl Todestag als Jahr mit dem
4. Juli 1813 (statt 5. Juli 1815) angibt). —
Wiener Zeitung 1815, Nr. 237. S. 937.
— Springer (Ant.), Geschichte Oesterreichs
seit dem Wiener Frieden 1809 (Leipzig 1864
und 1863, S. Hirzel. gr. 8«.) Bd. I, S. 233.
— Fremden-Blatt von Gustav Heine
13. Juli 1367.) 27
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon