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letzterer Stadt er auch die philosophischen
Vorlesungen hörte. Der Theologie sich
widmend, wurde er als Cleriker der
Agramer Diocese nach Wien geschickt,
wo er auch die theologischen Studien,
1842—1848, beendete. Auf der Hoch.
schule wurde er mit slavischen Collegen
bekannt und dadurch für die Angelegen»
heiten seines Stammes nur um so mehr
gewonnen. Nachdem er zum Priester
geweiht worden, trat er als Caplan
zu Bozniakov in die Seelsorge, und
wirkte in derselben, bis er im Jahre
1881 als Supplent am Agramer Gym>
nafium angestellt wurde. Nur ein halbes
Iakr blieb er auf diesem Posten, dann
kehrte er nach Wien zurĂĽck, um
sich fĂĽr
die LehramtsprĂĽfung aus der Geschichte
und Geographie vorzubereiten. Im
Winter-Semester 1854/32 hörte er die
Vorlesungen der Professoren Grauert,
Jäger und Miklosich, und nachdem
Grauert gestorben war, begab er sich
nach Prag und legte dort die PrĂĽfung
ab. Während seines Aufenthaltes in der
Moldaustadt beschränkte er sich nicht auf
die Vorträge seiner Lehrer, unter denen
Tomek, Höfler. ÜelakowskF sich
befanden, sondern suchte auch Manner auf,
die ihn in slavischen Studien und Ideen
förderten, wie3afä.rik. Schon während
seiner Vorbereitung zum Lehramte trat
er in einen Verein croatischer Schrift«
steller, welche es sich ernstlich zur Auf-
gäbe machten, dem Mangel nationaler
Unterrichtsbücher nach Kräften abzuhel«
fen. Denn nicht bloĂź an den croatischen
Lehranstalten, sondern auch an den ĂĽbri.
gen der österreichischen Monarchie machte
sich dieser Mangel um so fĂĽhlbarer, als
in eben dieser Zeit die Reformen im
Unterrichte, namentlich der Gymnasien,
in's Leben traten. So begann M. denn
UnterrichtsbĂĽcher zu schreiben, die er zum Theile allein, zum Theile im Ver-
eine mit Anderen vollendete. Im Jahre
1833 erhielt er ein Lehramt am Gym«
nasium zu Agram, und versah dasselbe
bis zum Jahre 1836, in welchem er als
Professorder österreichischen Geschichte und
des canonischen Rechtes an der Agramer
Rechtsakademie angestellt wurde, in wel«
cher Stellung er noch gegenwärtig thätig
ist. M. wirkt in mannigfacher Weise,
vornehmlich im Schulfache, da er nicht
nur zum königlichen Commiffär der
Schulen, sondern in den Jahren 1861
bis 1863 auch zum Inspector der Gym«
nasien bestellt worden. Ueberhaupt er«
warb er sich alsbald als Pädagog und
Schulmann einen so geachteten Namen,
daĂź er. als im Jahre 1864 der Unter-
richtsrath in's Leben trat, bei der ersten
Zusammenstellung als Mitglied in den»
selben berufen wurde. Aber auch auf
wissenschaftlichem Gebiete, insbesondere
auf jenem der geschichtlichen Forschung,
entfaltet M. groĂźe RĂĽhrigkeit. Hier'
bietet ihm das eigene Vaterland, das
nach dieser Seite hin seit Jahren ver>
wahrlost geblieben, ein ergiebiges Feld.
Die alten Quellen des Rechts und der
Geschichte, in Sammlungen und Pri-
valbesche zerstreut, ist M. aufzusuchen
bemüht und veröffentlicht sie dann
entweder selbstständig oder in fach-
wissenschaftlichen. Sammelwerken. So
z. B. gab er denn im 3. Bande deS
k iv 29, pOVKLtlilQU HuF0LiÄV6Q8ku
und dann auch im Sonderabdrucke
(Agram 1839) das Statut von Polejow
heraus, wobei er auf Grundlage der
Handschriften, welche sich in der reich-
haltigen Sammlung von I . Kukul«
jevi 6 sBd. XIII , S. 349^> vorfanden,
einen streng kritischen Text zusammen»
stellte. Als im Jahre 1864 die Wissenschaft,
liche Zeitschrift Xn j i -sv l l ik gegrĂĽndet
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon