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Mesmer 431 Msmer
mel behĂĽte uns vor unseren Freunden,
mit den Feinden wolle man schon selbst
fertig werden, hatten nur geringen Er-
folg- Eine im Jahre 1784 erschienene
Flugschrift: „UssinSr M5til6« war das
satyrische Epitaph, das man auf das einst-
weilen eingesargte Wunder geschrieben.
Mesmer selbst, als er gewahrte, auch in
Frankreich sei seine Zeit um. fand es fĂĽr
räthlich. das 3and, wo er Triumph und
Sturz erlebt hatte, zu verlassen. Er
begab sich nut der Summe, die er seinen
Subscribenten verdankte, zunächst, und
zwar unter fremdem Namen, nach Eng-
land, von dort nach Deutschland, und
kehrte zuletzt in seine Heimat, in die
Schweiz zurück, wo er in der lärmenden
und bewegten Periode der Befreiungs-
kriege, im Alter von 83 Jahren, fast ver-
schollen und vergessen, starb. Die Gesell-
schaft der Naturforscher zu Berlin lieĂź ihm
durch den Bildhauer Sporer aus Con«
stanz ein Denkmal über seiner Grabstätte
errichten >^S. 432 in den Quellens AuĂźer
den schon erwähnten Schriften Mes-
mer's sind noch anzufĂĽhren:
1783);. — „Hl6mo2>s cls ^. ^
VII 1799). Ein vollständiges Verzeich,
niĂź seiner Schriften findet sich fur Jene,
so sich darum interessiren, in Querard
„I^H ^lHuob Mtsrkiro" skarig 183.)
^irmin viäot, 8".) Bd. VI u. S. 87.
Unten in den Quellen werden ein paar
bibliographische Schriften ĂĽber die stark
angewachsene Literatur des Mesmeris.
mus angeführt, deren Ergänzung bis
zum Jahre 1848 Wilhelm Engel-
mann's „Vid1iot1i60H Ulsäioo-Oliirur-
(I.6il)2iF 1848) ermöglicht, da der Ma-
terien-Register, S.706, unter der Rubrik
animalischer Magnetismus., wenigstens die wichtigsten davon handelnden Schra-
ten nach ihren Autoren aufzählt. Ueber
den Mesmerismus als solchen, ohne
Rücksicht auf die Verirrungen, Ueber«
treibungen und absichtlichen Täuschungen
seines ersten Herrn und Meisters, sind
die Acten lange noch nicht geschloffen.
Man hat, und das ist schon so Sache
der Gelehrten, da wieder einmal das
Kind mit dem Bade verschĂĽttet. Trotz
aller akademischen Gutachten, trotz aller
wegwerfenden Berichte ist der animalische
Magnetismus nichts weniger als eine
mĂĽssige Frage. Die Erscheinungen auĂźer
uns und die Erscheinungen in uns, zwei
Reihenfolgen von Erscheinungen, die sich
sehr wohl von einander unterscheiden,
und in deren beiden unser Geist einmal
eine passive Rolle — als Beobachter —
em anderes Mal eine active — als
Schöpfer und Vernichter — spielt, spre»
chen nur zu sehr zu seinen Gunsten. Als
Urthatsache, die nun einmal nicht wegzu»
läugnen ist, muß man annehmen, es
gibt keinen leeren Raum in der Welt,
alles von den Zwischenräumen, welche
die einzelnen Atome unter sich scheiden,
bis zu den fernsten Fernen der Gestirne
ist von Materie erfĂĽllt, und ist von den
kleinsten organischen Moleculen bis zu
den unermeßlichen Himmelskörpern in
bestandiger Wandelung begriffen. Ueber
diesen unberechenbaren, unauflöslichen
Punct des Alls ereifert sich der Mensch,
auch ein Atom unter Atomen, ganz
entgegen den Gesetzen der im Weltall
herrschenden Harmonie. Eine einfache
Thatsache: Jeder liebt sich selbst auf
Erden und will Alles, was ihn umgibt,
in die Geleise seiner eigenen Bewegung
hineinziehen. Wie diese Erscheinung er»
klären? Sie ist eine Thatsache, diese
geheimniĂźvolle Wechselwirkung, die sich
in tausend und tausend Verzweigungen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon