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Secretärs-Stellvertreter; 1847 Kanzlers«
Stellvertreter und im Jahre 1848 Pfar>
rer zu Wildgarten (Vadkär) und Hono«
rar-Dechant. Schon während seiner Stu«
dienzeit im Seminar betheiligte er sich
an der Begründung und Organisirung
der ungarischen SenünansteN'Schule zu
Großsteffelsdorf, und war zugleich
Hauptnotar derselben. Im Jahre 1833
hielt er, von seinen Vorgesetzten aufge«
fordert, für seine Collegen Vorlesungen
auS der ungarischen Sprache, zu welchem
Zwecke er eine besondere ungarische
Grammatik bearbeitete, welche jedoch
ungedruckt geblieben ist. Später, nach-
dem er schon das Lehramt angetreten,
gab er heraus: „
, d. i. Kurze Reden bei der
Taufe und bei der Einsegnung der
christlichen Ehe (Preßburg 1841) — und
„62Hva?äslan") d. i. Declamationslehre
(Großsteffelsdorf 1840). beides Ueber-
setzungen aus dem Deutschen. Auch hatte
er im Jahre 1838 die Direktion der neu
organisirten ungarischen Seminaristen«
Schule zu Erlau übernommen und sie
bis 1843 geführt. Von feinen übrigen
literarischen Arbeiten sind anzuführen eine
Folge von hundert ungarischen Briefen
aus dem Stadtarchive zu Großsteffels-
dorf, deren Herausgabe er in der Samm«
lung ungarischer Sprachdenkmäler be»
garm. Im Jahre 1350 unternahm er
ungarische Bearbeitungen des sogenann-
ten Regensburger Katechismus des
Jesuiten k. Deharpe für verschie-
dene Zwecke, unter den Titeln: „Elemen.
tar.KatechismuS für Anfänger, — Klei.
ner Katechismus für katholische Schüler,
— Mittlerer Katechismus für katholische
Schüler, — Großer Katechismus u. s. w.,
-und dann Skizzen aus der Religions»
geschichte u. dgl. m. Im Jahre 1833 verfaßte er im Auftrage des k. k. Cul»
tusministeriums eine ungarische Fibel,
welche im kaiserlichen Schulbücher'Ver»
läge in Wien erschienen ist. Als Pfar-
rer zu Wildgarten ist er auch Aufseher
und Protector der Elementarschulen in
seinem Bezirke und des zu Balaffa»
Gyarmath befindlichen Institutes der
englischen Fräulein. Im Jahre 1838
begann er zur Hebung des in Un»
gärn noch auf tiefer Stufe befindlichen
Srziehungswesens die Herausgabe einer
Monatschrift, unter dem Titel: „Näp-
i d. i. Mittheilungen über
Volkserziehung im Sinne der katholischen
Kirche; wie viel Hefte davon erschienen
sind, ist dem Herausgeber dieses Lexikons
nicht bekannt.
d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von
Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy
und Joseph Daniel ik (Pesth 1856. Gustav
Tmich. 8".) I. Theil, S. 325; I I . den ersten
ergänzender Theil, S. 412.
von Vodö-Vaar und
Nltgy«LÜcs, Ignaz (Schriftsteller,
geb. auf der Insel Schütt im Preßbur»
ger Comitate im Jahre 1721, Todesjahr
unbekannt). Das Gymnasium besuchte er
in Preßburg, die philosophischen Studien
hörte er in Raab; in Wien, wo er sich
zugleich die deutsche Sprache aneignete,
vollendete er die rechtswissenschaftlichen
Studien. Zuvörderst erhielt er eine
Stelle als Actuar auf den Gütern der
gräflichen Familie Bat thyäny, wurde
aber in kurzer Zeit Secretär des Grafen
Joseph Batthyany, Erzbischofs in
Kalocsa sBd. I, S. 177^, eines durch
Geist, Wissen und Humanität hervor^
ragenden Kirchen fürst en, bei dessen Tode
Kaiser Franz die bezeichnenden Worte
sprach: „Wir haben einen großen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon