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nicht lange genoĂź, da er schon um die
Mitte November deS nämlichen Jahres
starb. Einige Biographen erwähnen von
Memoiren, welche Meszäros unter
dem Titel: «Dreizehn Monate ungarischer
Minister" herausgegeben. Ob dieselben in
ungarischer oder deutscher Sprache und ob
sie überhaupt erschienen, darüber Gewiß»
heit zu verschaffen, ist mir nicht gelungen.
In neuester Zeit hingegen ist das Werk:
„NööxäroL I^.ä.2är öl-ettört^liete kül löläi
ki 68 eml^kiratai. .^2 61-eäeti
(kest 4866, kiätli Noi-i^, 31-. 8«.) in
sechs Heften ausgegeben worden. Die
Urtheile über MöSzaros stimmen
darin ĂĽberein, daĂź er ein Mann von
nicht gewöhnlicher Bildung und großer
Belesenheit gewesen sei. Als Redner
fesselte er durch einen klaren, einfachen
Vortrag, den er mit zahlreichen paffen»
den Citaten schmückte, mit seinem schlag»
fertigen Witze entwaffnete er fĂĽr einen
Augenblick nicht selten seine heftigsten
politischen Gegner. Man wollte in seinen
Reden Aehnlichkeit mit jenen des bekann»
ten iuschen Agitators O'Connel finden.
Als Organisator hat er sich bei Äuf»
ftellung der Honved > Bataillone als
Mann des Faches bewährt. Auch Neid-
losigkeit und ein anerkennenswerther
Eifer, jĂĽngeren Talenten Anerkennung
zu verschaffen, werden ihm nachgerĂĽhmt,
und in der Armee bildete seine Lieblings»
beschaftigung. Ofsicierspatente auszuferti»
gen, viel Stoff zu belustigender Kritik,
insbesondere, da er sich mit mehr Pedan-
terie. als fĂĽr einen Minister der Revo-
lution zu paffen schien, an den alten
Militär.Schematismus hielt. So erzählt
man sich auch von seiner Pedanterie sol-
genden Zug, daĂź er den genialen Dichter
Petöf i , der sich nun mit der soldatischen
Cravatte nicht befreunden wollte, eines Tages zum ProfoĂźen wandern lieĂź. weil
er (damals Honväd» Hauptmann) vor
Mäszäros cravattenlos erschienen war.
Als Soldat besaß er persönlichen Muth
wie Wenige, ja man kann sagen, es war
Bravour. wie er in der Schlacht immer
dort stand. wo die höchste Gefahr
drohte; man hatte nicht Unrecht, wenn
man behauptete, er suche den Tod. Die
Franzosen haben ihn den ministrs
mal^rs lui genannt, er war nicht bloĂź
Minister gegen seinen Willen, sondern
auch Revolutionär gegen seinen Willen,
als es aber für ihn«keinen andern Aus-
weg mehr gab, so dachte er nicht mehr
an sich, sondern an fein Vaterland, und
war, was er vorstellen sollte, ganz. Laut
einer von den Journalen im Jahre 1863
gemeldeten Nachricht sind seine beiden
Söhne, welche zu jener Zeit in der Ob»
Hut deS Bischofs von Scutari sich be-
fanden, auf Befehl Sr. Majestät deS
Kaisers in österreichische Erziehungsan-
stalten, und zwar der eine in die There»
sianische Akademie, der andere in eine
Militär - Bildungsanstalt übernommen
worden.
d. i. Meszaros' Biographie und dessen aus»
ländische Correspondenz (Pcfth 4866, Räth,
gr. 8°). — Zur Beschichte des ungarischen
Freiheitskampfeö. Authentische Berichte (Lrip<
zig 185l. Arnold'sche Buchhandlung, 8".)
Bd. 7, S. 113—116. — Ungarns poli-
tische Charaktere. Gezeichnet von F. R.
(Mainz 1851, I . G. Wirth Sohn. 8".)
S. 10?. — Leuitschnigg (Heinrich Ritter
von), Kossuth und seine Bannerschaft. Sil-
houetten aus dem Nachmärz in Ungarn (Pesth
1850. Heckenast. 8".) Bd. I, S. 129 u. f. lauf
S. 135 steht ein Facsimile seines Namens«
zuges). — OesterreichischerSoldaten«
freund, herausg. von Hirte n feld und Dr.
Meyn ert (Wien. gr.4<>.) I I . Iahrg, (1849),
S. 306. — Oesterreichischer Courier
(vormals Theater>Zeitung), herausg. von Ad.
Bäuerle (Wien, kl. Fol.) 1849, Nr. 286. —
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon