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Mitterwurzer 384 Mttrovsky
annehmen, wo er Liebhaberrossen spielte.
In dieser Zeit lernte ihn in Steiermark
Franz von Holbein kennen, der ihn
nun auf Gastrollen nach Hannover ein»
lud. Mitterwurzer folgte dieser Ein<
ladung und sang im Februar 4839 dort
den Reiter Holm in der Oper „Die
Ballnacht", denPietro in „DieStumme
Von Portici" und den Leopoldo in
5I.2 ätraniern.". Mit der letzten Rolle
machte er besonders viel Glück. Von da
ging Mitterwurzer nach Dresden,
betrat im April als Gast die Bühne in
der Partie des Jägers in Conradin
Kreutzer's „Nachtlager" und wurde
unmittelbar darauf engagirt. Der alte
treffliche Gesangslehrer Miksch ss. d.
S. 289 d. Bds.^ vollendete die Gesangs»
bildung des begabten und talentvollen
jungen Mannes, welcher namentlich als
Blaubart, HannS Hel l ing. Al>
phons in „Lucretia Borgia" und als
DonIuan das Publicum zum lautesten
Beifall hinriß. In Dresden verheirathete
sich Mitterwurzer im Jahre 1841
mit der talentvollen Schauspielerin Frau»
lein Herold. Erblieb seither unausge«
setzt der begünstigte Liebling deS Dresde»
ner PublicumS, eine Gunst, welche er,
wie einer seiner Biographen berichtet, im
vollsten Maße verdiente, ebenso durch
sein rastloses Weiterstreben in der Kunst,
wie durch seinen achtungswerthen Cha«
rakter als Mensch. — Ein Sohn dieses
Künstlerpaares. Friedrich, seit November
1866 Mitglied des Gratzer Theaters,
hat im September 1867 im Wiener
Burgtheater gastirt, und verspricht nach
den Rollen, die er spielte, von großer
Bedeutung zu werden. Er ist der in's
Liebhaberfach übersetzte Dawison,
ohne jedoch in dessen Cancatur auszu»
arten. Mitterwurzer hält Maß und
erfüllt so die erste Bedingung aller Kunst. Er spielt Rollen, wie Esser. Uriel
Acosta, Hamlet, den Waffenmei-
ster in „Wildfeuer", den Harleigh in
Mahn und Wahnsinn" u. dgl. m.. und
liefert, als Darsteller durch und durch-
Realist, Seelengemalde, die bis in die
kleinsten Züge mit raffinirter Detailma»
lerei ausgeführt sind. Jedoch hat er
unbedingt noch viel und ernstlich zu ler-
nen, und ist ihm vor Allem zu wünschen,
daß er in gute Schule, etwa in jene
Laube's, kommt, um
sich
zum wirklichen
Künstler heranzubilden.
Wiener allgemeine Theater-Zeitung,
herausg. von Adolph Bäuerle (Wien. 4<>.)
XXXVII . Jahrg. (l844). Nr 180. — Wie«
ner Theater« Chronik l867, Nr. 26u, 2?:
„Friedrich Mitterwurzer".
Mittrottsky von Mittrowitz und Ne-
Ulischl, Anton Friedrich Graf (Staats-
mann, Ritter deS goldenen Vließes,
geb. zu Brunn 20. Mai 4770, gest. zu
Wien 4. September 4842). Entstammt
einem alten böhmischen Adelsgeschlechte,
über welches weiter unten ausführlichere
Mittheilungen folgen. Sein Vater Io>
hann Baptist Graf M. (gest. 1811)
war Präsident des mäh.risch.schlesischm
Appellations» und Kriminalgerichts. Graf
Anton Friedrich erhielt seine erste
Ausbildung im Ade.ligen-Convict, dann
in der Theresianischen Ritterakademie,
und trat nach beendeten Studien zu
Anfang des Jahres 1791 als Concepts.
Praktikant bei der k. k. böhmisch-öster-
reichischen Hofkanzlei in den Staatsdienst.
Schon im folgenden Jahre kam er als
dritter Kreiscommiffär nach Brunn, von
dort im Jahre 1796 als erster Kreis-
commiffär nach Krakau. Im nämlichen
Jahre, damals erst 26 Jahre alt, war er
bereits Kreishauptmann in Iglau, im
folgenden zu Znaim, im Jahre 1799
wurde er als Stadthauptmann nach
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Metastasio-Molitor, Volume 18
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Metastasio-Molitor
- Volume
- 18
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 522
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon