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Mochnacki 403 Mochnacki
Adel Galiziens, von den Potocki ,
Radziwi l l u. A. mit Besorgung und
Schlichtung ihrer Rechtsangelegenheiten
betraut. Im Jahre 1809. als Ignaz
Miaczynski als Gesandter Polens
nach Wien zu Napoleon sich begab,
nahm er Basi l M. als Gesandtschafts.
Secretär mit, bei welcher Gelegenheit
Mochnacki mit dem Kreuze der Ehren-
legion decorirt wurde. Heimgekehrt, lebte
er wie früher seinen Berufsarbeiten und
der Erziehung seiner beiden Söhne, Mo«
riz und Cami l l , deren ersten er, ohne
ihn auf die Schule geschickt zu haben, so
gründlich gebildet hatte, daß er im Jahre
1820 seine Maturitätsprüfung zu War-
schau abzulegen im Stande war. Um die
weitere Ausbildung seiner Kinder über-
wachen und leiten zu können, brachte M.
seine ausgebreitete Praxis und die Ver-
waltung seiner Besitzung zum Opfer, und
begab sich im Jahre 1848 mit der gan«
zen Familie nach Warschau. Dort erhielt
er die Stelle eines Assessors an der könig«
lichen Procuratur und später die eines
wirklichen Rathes bei der Erziehungs»
Commission. Da griff die Erhebung
des Jahres 1K30 störend in sein Leben.
Im folgenden Jahre verließ er War-
schau und kehrte nach Lemberg zurück.
Aller Habe beraubt, ertrug er gedul«
dig mit seiner Familie die Schläge des
Schicksals; allmälig half er sich durch
rastlose Arbeit und Thätigkeit empor,
und als er eben wicdcr zu ncuem Besitz
und Eigenthum sich hinaufgearbeitet,
raffte ihn im Alter von 67 Jahren der
Tod dahin. Das Gut Czorlowiec im
Kolomäer Kreise Galiziens, wo M. starb,
ist Eigenthum seines jüngsten Sohnes
Timotheus, der mit Maria P«.-
gowska vermalt ist, einer Polin voll
Hochsinn und Bildung, der die Grhal
tung des Briefwechsels ihres Schwagers Mor iz Mochnacki ^s. d. Folgenden^
sowie auch manche historische Einzelnheit
aus des Letzteren bewegten Leben zu
verdanken ist. Von dem alten Moch-
nacki, von Basi l , sind im Drucke
erschienen: „3>KaiN^«5 cks isFiöns Ho-
?NH?«6 z'n I^ion/a." (Lemberg o. I.,
4o.) und „H^'Hna H>nöcmnza" , d. i.
Birnbaum's Proceß (Warschau 1831,
16«.). Basi l hinterließ drei Söhne und
zwei Töchter, und von Ersteren brachte
der älteste, Mor iz , den Namen der
Familie zu großer Berühmtheit.
Nuo^Icl op sÄi^k pQ^Lsoc kug,, d. i. All'
gemeine Encyklopädie (Warschau 1564 , S.
Orgelbrand. gr. 8«.) Bd. XVII I , S. ?o?.
Mochnacki, Moriz (Schriftstel-
ler, geb. zu Bojowiec in Galizien
13. September 1803, gest. zu Aurer,
res in Frankreich 20. December 1833).
Welche Sorgfalt der Vater der Erziehung
seiner Kinder, namentlich seines ältesten
Sohnes Moriz zugewendet, ist' bereits
in der vorstehenden Lebensskizze erwähnt
worden. Mit dem Vater übersiedelte er im
1.1820, damals bereits 17 Jahre alt, nach
Warschau, wo er an der dortigen Nni«
versität einige Collegien besuchte. Dann
begann er auch das Studium der Rechte
und sehte es bis zum Jahre 1823 fort;
der Theilnahme cm geheimen GeseNschaf«
ten verdächtig, wurde er an der Erlan»
gung der Doctorwürd^ gehindert und
zur Nebernahme jedes öffentlichen Amt^s
unfähig erklart, er betrat demnach im
letztgenannten Jahre die literarische Lauf»
bahn und schrieb einige Artikel für die
von Franz Grzymata herausgegebene
Zeitschrift „^sw,^". Zwei Jahre später,
5828, begründete er mit Michael P o d-
czaszynski eine gelehrte Zeitschrift,
betitelt: „D^/ißnnik ^V«.r3n«^vslv1") d. i.
Warschauer Tageblatt, deren Redaction
er jedoch nur das erste Halbjahr führte.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Metastasio-Molitor, Volume 18
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Metastasio-Molitor
- Volume
- 18
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 522
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon