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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Metastasio-Molitor, Volume 18
Page - 413 -
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Page - 413 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Metastasio-Molitor, Volume 18

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Modell 413 Modell ,l34l) große Veränderungen in dem bis her ungetrübten Familienleben hervor In diese Zeit fällt auch die Bekanntschaf Elisens mit dem tüchtigen Male' Friedrich Schilche r, unter dessen Anlei tung sie ihre Studien fortsehte. Dei Vater begann nacb dem Tode der Mutter zu krqnkeln, erholte sich wohl wieder aber nachdem er den Sommer des Iah res 1842 leidend zugebracht, erlag er nach seiner Rückkehr vom Lande, wo e den Sommer verlebt hatte, einem Schlaganfalle. Elise stand nun mi ihrer alteren Schwester elternlos da, je- doch mit einem Vermögen, das beiden ein sorgenfreies Dasein gestattete. Ihr Haus wurde bald der Sammelplatz geistvoller Männer, darunter der Dichter Löhn er Md. XV, S.39l^. Ludw. Aug. Frank! sBd. IV, S. 334>. Vr. A. Beck. Fried rich Hebde l ^Bd. VI I I , S. l 6 ^ Franz Fritsch ^Bd. IV, S. 3701. Auck fällt in jene Zeit ihre Bekanntschaft mit der nachmals durch ihre bedeutenden Dichterwerke, als: „Der Genius und die Gesellschaft", „Judas Iscariot" u. s. w.. berühmt gewordenen Dichterin Glise Schmidt, mit welcher sie bald die engsten Freundschaftsbande verknüpften. Eine Reise durch Deutschland, welche sie im Jahre l84li mit ihrer älteren Schwe« ster unternahm, und auf welcher sie die größeren deutschen Städte bis in den Norden hinauf, dann aber auch den Herr« lichen Rhein besuchte, erweiterte machtig den Gesichtskreis deS für Kunst schwär» menden Mädcbens. Als nach ihrer Rück- kehr im Herbst ihre Schwester, die bisher dk vortheilhaftesten Antrage abgelehnt, einem gegebenen Worte getreu, einen Italiener aus Südtirol geheirathet hatte, trat ein Wendepunct, aber leider nicht zum Besseren, in Elisens Leben ein. Bald nämlich, nachdem ElisenS Schwe. ster geheirathet, verlor ihr Mann den größten Theil des Vermögens beider Schwestern durch unglückliche Specula- tionen. und was noch geblieben, ging in den Wirren des Jahres 4848 daran. Nun wurde die Malerei, bis dahin nur eine das Leben verschönernde Erholung, die wirksame Helferin in der Noth. Elise begann um Geld zu malen. Einige ^Genrebilder fanden bei Bilder- Händlern Absah. Noch war kein Porträt des Kaisers, der eben den Thron seiner Vater bestiegen, im Publicum. Elise war die Erste so glücklich, ein neun Schuh hohes Bildniß desselben, das nach Galizien kam, zu malen. Es häuf- ten sich bald die Aufträge von mehreren Seiten, und unter anderen malte sie lebensgroße Bildnisse des Kaisers für die Gemeindehäuser in der Leopoldstadt und Wieden, auch aus ferneren Orten, wie alls Stadt Steyer, kamen Bestellungen auf ähnliche Bildnisse. In diese Zeit fällt auch die Bestellung eines polnischen Edel- mannes, des Grafen LedochowSki, der in seinem Schlöffe Gorki in Rus- fchPolen die Porträte aller seiner Verwandten in Lebensgröße aufstellen und sein Schloß überoieß mit Copim von Bildern guter Meister ausschmücken wollte, mit deren Ausführung die junge Künstlerin betraut wurde. So wurde ihr Name immer bekannter, und ungeachtet der beispiellos niederen Preise, um welche ie malte, gab es doch die Menge aus, und sie war im Stande, ihre Schwester, die durch ein langes schweres Leiden ganz entkräftet war, und deren Kinder zu erhalten. Auch hatte sie, da sie sich. um Italien zu sehen, längst einen kleinen Sftarpfennig zurückgelegt, und sie selbst on dem vielen Malen angestrengt, der Erholung bedürfte, endlich im September 1835 auf den Weg gemacht, und ihre
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Metastasio-Molitor, Volume 18
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Metastasio-Molitor
Volume
18
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1868
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
522
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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