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434 Moga
3l. October stand Moga mit seinen
Truppen schon wieder auf ungarischem
Boden. Und nun verschwindet sein Name
in der Geschichte und taucht erst von
Neuem auf, als sein Tod gemeldet wird.
Nach den oberwähnten Ereignissen im
Jahre 1843 nahm M. seinen Aufenthalt
mSzäsz-Regen und in Maros-VäMhely,
und zuletzt, als er schon leidend war,
bei seiner Tochter Eleonora in Szäsz«
Erked, einem Gute Georg's Grafen L s..
zär, seines Schwiegersohnes ^Bd. XIV,
S. 243, Nr. 4^, wo er auch starb.
Vehse (Eduard Vr.), Geschichte des österrei«
chischen Hofs und Adels und der österreichi.
schen Diplomatie (Hamburg. Hoffmann u.
Campe. 8°.) Bd. XI , S. 44 u. f. — Pester
Lloyd (politisches Blatt) ls6<. Nr. 280. —
^Va^ ^lvä?^, 51235-21-01-2263 osälääai o-i-
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Die Familien Ungarns mit Wappen und
Stammtafeln (Pesth 1860. Moriz Räth. 8°.)
Bd. V I I , S. 329. — Noch ist des Bischofs
der griechisch.nicht unirten Walachen in Sie«
benbürgen, Vasilius Moga (geb. in Sie<
benbürgen im Jahre 1773, gest. zu Hermann»
stadt 29. October l84ö) zu gedenken. Um die
eigentliche Stellung Moga's richtig zu wür«
digen, muß Einiges über die Verhältnisse der
griechischen Kirche im Kaiserstaate vorausge«
schickt werden. Die Bekenner derselben sind
in zwölf verschiedenen Kronländern, in dich.
ieren Massen aber nur in Galizien, der Bu<
kowina, Dalmatien, Ungarn. Serbien und
dem Temeser Banat. Croatien und Slavo»
nien, Siebenbürgen und der Militargrenze
ansässig. Im Ganzen zusammen sind in die«
sen Ländern siebenthald Millionen Christen
griechischen Ritus vorhanden, die aber in
sogenannte unirte und nicht unirte gespülten
sind. In Siebenbürgen, wohin Bischof M 0 ga
gehört, beträgt die Gesammtbevölkerung über
2.300.000 Serlm. von denen übe-r die Hälfte
Walachen und einige Serben sind. Diese gr>
hören sämmtlich der griechischen Kirche an,
theilen sich aber in unirte und nicht unirte,
von denen die letzteren allein über 600.000
zählen. Diese Spaltung in unirte und nicht
unirte Griechen, obgleich eine religiöse, ist
doch politischen Ursprungs, und war die Bil«
düng einer griechisch-katholischen Kirche in Siebenbürgen mit mannigfachen Schwierig«
keilen verbunden. Sie erkennt, während sie an
fast allen Dogmen der ursprünglich griechi«
schen Kirche festhält, den Papst als ihr Ober«
Haupt an; ihre Priester dürfen hrirathm und
sich der einheimischen Sprache beim Gottes,
dienst bedienen. Durch die erzielte Union soll»
ten nun die Bande fester geknüpft werden,
welche das walachische Volk. oder eigentlich
zunächst ihre Priester, deren Einfluß auf das
Volk bekanntlich überall ein großer ist, durch
Rom an Oesterreich ketten. Der größere Theil
des walachischen Volkes, treu am Alten hän<
gend, weigerte sich standhaft, diese wenn auch
bloß formelle Union mit der katholischen
Kirche einzugehen, und es geschah, daß an
manchen Orten die Priester übertraten und
die Bevölkerung nicht. Am glücklichsten war
man mit diesen Erfolgen in Galizien, wo
neben fast 2,200.000 äußerlich mit der katho»
tischen Kirche verbundenen oder sogenannten
unirten Griechen nur wenige Einzelne zu
finden sind. welche diese Verbindung abgelehnt
haben. In Siebenbürgen und Ungarn fällt
die Zeit dieser Spaltung in das Jahr i697.
Bischof Theo phi l I I . war es. der der Erste
im genannten Jahre übertrat. Unmittelbar
nach Theophi l 's Uevertritte hatten die
nicht unirten Priester der Walachen keinen
Bischof in Siebenbürgen, und sie mußten sich
rücksichtlich der Priesterweihe an die Bischöfe
der Moldau und Walachei halten. Da aber
diese Kirchenverbindung politisch bedenklich
wurde und mancherlei Umtriebe veranlaßte,
wurden die nicht unirten Griechen Siebenbür«
gens hinsichtlich der bischöflichen Ausübungen
dem griechischen Bischof von Ofen unterord«
net. Endlich stellte Kaiser Joseph I I . im
Jahre 1784 das griechisch'nicht unirte Bisthum
in Siebenbürgen wieder her. und der Land'
tag vom Jahre l79l regelte dessen Verhält«
nisse. Seitdem wird der Bischof der nicht
unirten Walachen von einer Synode, die aus
41 Archidiakonen und 4l Prutopopen — Erz»
Priestern und Dechanten — besteht, im Vei'
sein eines kaiserlichen Commiffärs dergestalt
gewühlt, daß diese Synode dem Kaiser drei
geeignete Personen vorschlägt, woraus oer von
dem Landesgubernium bestens Anempfohlene
zum Bischof ernannt wird. Dieser hat seinen
Sitz in Hermannstadt und bezieht außcr sei«
nem jährlichen Gehalte von 4000 st die
Ordinationsgebühren von der sämmtlichen
griechisch.nicht unirten Geistlichkeit Sieben<
bürgens, ist Oberhaupt aller inländischen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Metastasio-Molitor, Volume 18
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Metastasio-Molitor
- Volume
- 18
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 522
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon