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Mohn 437 Mohr
eigene Schmelzöfen ganz nach seinen An»
gaben erbaut und dabei von ihm ein
eigener Feuermesser angebracht, der genau
die Zeit des eintretenden SchmelzpuncteS
bezeichnete. Im Jahre 4822 gelang es
Mohn nach mancherlei Versuchen, die er
in Gemeinschaft mit dem Glashütten»
Director Schletz in TĂĽrnitz in der be-
nachbarten Steiermark ausfĂĽhrte, eine
herrliche hochrothe Farbe zu erfinden die
mit dem Roth der alten Glasmalereien
in Pracht wetteifert. I m Jahre 1824
trat M.. der Protestant war, zur katho-
lischen Kirche ĂĽber, wahrscheinlich wurde
ihm erst durch diesen Religionswrchsel
der Eintritt in die kaiserlichen Dienste,
der im Jahre 182k erfolgte, ermöglicht.
Aber nicht lange sollte er diesen Vortheil
genieĂźen, denn noch gegen Ende des-
selben Jahres wurde er, im Alter von
erst 36 Jahren, seiner Kunst entrissen, in
der er, wenn auch nicht ausschlieĂźlich,
so doch immer den Ruhm eines Wieder«
Herstellers derselben in Anspruch nehmen
kann. Nicht unbedeutend war sein kĂĽnst-
lerischer NachlaĂź, es fanden sich in dem-
selben an ausgefĂĽhrten Glasmalereien
folgend.e: „Turnier mit den Wappen uan Zech-
e^hn der vorzüglichsten fürstlichen nnd gräflichen
Hänger", von besonderer Schönheit und
Kunst;— „HZ.Glieresia";— „Nndnlphnlln
HaliZliurg"; —„GinAitter znPferde"; —
„Aitterlicher AllmkctMjlk"; — „H. Johann der
Tünter"', —^ „Gin Zeraphskupl"; — „Gin
antiker Aopk"; — „Gemälde mit drei Fignren
nnd uielen Nebenurrziernngen"; — ferner:
„H. Maria", nach Naphael; — „Ulrich
«an Aehberg"; — „Gätz nun Rerlich in-
grn"; — „Gin Mcht5tiick". UnvolleN'
dete Arbeiten: „Judith"; — „H.
Maria", nach Schnorr von Carols»
feld"; — „Wappen der Herren von
Moser", und einige Trinkgläser. Zu
erwähnen ist, daß M^ohn sich in Wien verehelicht, aber seine Gattin, die ihm
zwei Kinder geboren, schon nach ein paar
Jahren durch den Tod verloren hat.
Was M.'S Arbeiten betrifft, so gehören
jene in Laxenburg zu seinen schönsten,
werden aber doch durch die neuesten
Leistungen des Glasmalers Geyling
sBd. V, S. 465^ eines KĂĽnstlers ersten
Ranges in seinem Fache, ĂĽbertroffen.
Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar,
Voigt. kl. 8".) III. Jahrg. (1825). I I . Theil,
S. N'6l. Nr. 222 — (Hormayr's) Archiv
fĂĽr Geschichte. Statistik. Literatur und Kunst
(Wien. 4«.) XV. Iahrganq (l824). Nr. 443.
S, 772; XVII. Jahrg. (1826). Nr. 1, S. «.
— Nagler (G.K. Oi-.), Neurs allgemeines
Künstler«3erikon (München l8:l!'. E. A, Fleisch-
mann. 8",) Bd. IX, S. 350. — Meyer (I.).
Das große Conucrsations'Lerikon für die gebil»
detenStände (Hildburghausen. Vibliogr. Insti«
tut. gr. 8".) Vd. XXI, S. 1089. Nr, 2. —
Ncalis. Das k. k. LustschloĂź Larenburss
(Mim IK46. A. Pichler's sel. Witwe). S. 33.
— Gcssert, Geschichte der Glasmalerei,
S. 294 u. f. — Allgemeine Zeitung
1839. S. 650. — Ocsterreichischcr V»
ob achter (Wiener pullt. Blatt) l828. Nr. 89,
S. 438. — Geschichte der Kirche Maria
Stiege in Wien, von F. A. Voeckh (Wien
1824. 8«.) S. 22. - Tschischka (Franz).
Kunst und Alterthum in dem österreichischen
Kaiserstaate (Wien 1836. Fr. Beck, gr. 8".)
S. 16. 17, 36, 66, 169 u, 380.
Mohr, Johann Friedrich Freiherr
von (k. k. General der Kaval ler ie
und Ritter des Maria Thereskn-Ordens.
geb. zu Nagy-Miha ly in Ungarn
48. Juli 1763. gest. zu Clausano im
Venetianischen 43. Februar 1847). Ein
Sohn des Kar l Christoph Freiherrn
von Mohr j^ s. d. Folgenden). Als er
achtzehn Jahre alt war, nahm ihn
Wurmser als Lieutenant in sein Husza»
ren-Regiment, als Oberlieutenant machte
er bereits den TĂĽrkenkrieg mit. I n den
darauffolgenden Kriegen mit Frankreich
gab er seine ausgezeichneten Proben der
Tapferkeit, und zwar zuerst im Jahr«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Metastasio-Molitor, Volume 18
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Metastasio-Molitor
- Volume
- 18
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 522
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon